Gute Nacht, 1070.
Es reichte schon wieder mit dem Wien, dem reichen. Dem Wienen, dem Weinen.
Dem Tropfen, der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt ist meistens eine schlechte Melange aus verfahrenem Verhalten und
I miss you constantly.
Wieder Fliegen
Ohne Blog, ohne Computer.
Schreibwerkzeug im Kopf.
Von Landstraße, der lange Durchgang, Korridor, die Automaten, die Tourist_innen, die den Weg nicht kennen.
Swell, we're living in a hotel.
Lösungen. Klare (als Substantiv).
In Paris ist es heiß, alles kommt mir so bekannt vor, dass wir gleich in die falsche Richtung laufen. Es ist die richtige Straße, dort hatten wir einmal Picknick vor der Kirche, aus dem Supermarkt. Wegwerfkamerabilder. Und ein bisschen Liebe, Kappe und Brille, ich erinnere mich auch an die Sonne, also die Belichtung. Wir haben die später ausgetauscht, die Fotos, und sie müssen irgendwo sein. Frühling 2010, lange her, die Jugend.
We'll meet again.
Immer wieder komm ich her, komm ich hin. Ich bin davon überzeugt, dass man sich in Orte verlieben kann, also, dass ich dazu im Stande bin.
Es gibt kleine Geschäfte, Einzelhandel, Obststände
in der Nacht.
Die Lichter sind gelb, fast rosa. Laternen, Straßenlampen.
Beim Ankommen fühlt es sich an wie eine Großstadt, Menschen, Farben, Menschen, Dinge, Geräusche, Treppen, 4 Etagen im Bahnhof, 5;
Sich behaupten.
An den Ufern der Seine (
Sur les berges de la Seine) trinken wir richtig schlechten Wein, blumig, fruchtig, parfümiert.
Ich bekomme Probleme mit den Umlauten, sogar im Schreiben.
Don't drink that, sagt der Öffner.
Aus irgendeinem Haus kommt ein Film Soundtrack, also nur die Musik; sie ist klassisch und schwarzweiß, während uns die Bootstouren mit ihren fetten Scheinwerfen anleuchten, herausschälen aus dem Hintergrund wie die Moderne das gemacht hat. Alle schmusen, oder essen einander fast auf, wobei, die einen, die zweien, die trauen sich nicht so richtig und sitzen später alleine in der Metro, einer.
Ich wohne fast immer beim Ost oder beim Nordbahnhof, die hellgelbe Brücke mit den markanten Streben, dazwischen, es liegen die ja nebeneinander; der Weg ist ein solcher, der die ersten Male schön ist und abwechslungsreich, wird er aber viele Male gelaufen, ein mühseliger, ewiger.
Das Hotel ist innen rosa gestrichen, mit einem müden, nicht Ton angebenden Lavendel, kaum knallig, aber richtig blass auch nicht. Ich wandere beim Beschreiben durch den Regenbogen wie auf einem Ausflug mit den Diamanten. In der Tasche:
Über kleine Wege wie Balkone kommt man zu den besseren Zimmern. Ich wünschte wir wohnten in der Nummer 16, wo es früher einen Aschenbecher gab, der dort ausgezeichnet ausgesehen hat und hin passte. Die Kleidung ist grau. Stege;
Vom Bahnhof weg, die Stelle, wo ich einmal darüber nachgedacht habe, ob ich zum Begräbnis fahren sollte oder nicht - es war eine gute Entscheidung - führt eine Straße, sie heißt Strasbourg oder so ähnlich durch die Kulturgeographie. Ich beobachte: Zuerst gibt es die schlechten Crêpes, die aus dem Film; dann kann man sich die Nägel machen lassen, oder Frisuren. Bald wird es boboesque, die Menschen stehen nicht mehr auf der Straße oder verkaufen Gemüse am Boden aus Kisten, die Hautfarben werden heller, das Plastiksackerl transformiert sich vom
local accesoire zum
statement?
Die Straße, die Farben, das Leben
Leben, nicht im Dachgeschoss, dort wird es zu heiß. Über den
service continue ziehe ich
ein, zweiter Stock, guter Balkon
Die Orangen im Plastiksackerl, die Organe im Körper.
Fälsche es bis du es machst, sagt die Sprache. Die Kunststofftüte soll darüber hinwegtäuschen, dass ich nicht so sehr dazugehöre wie ich gerne möchte.
Das
Accessoire löst sich immer noch auf, gibt Weichmacherstoffe in meine Handfläche ab, löst immer noch Gedanken über Kinder aus, zukünftige Generationen, Nachhaltigkeit und Ressourcen. Ich denke kurz an, einfach alles über Bord zu werfen an guten Taten und Vorsätzen, über die Reling in den kontinentgroßen Abfallteppich. Die Kinder sind schließlich die Zukunft und was kümmert mich, ohne Kinder, was in 100 Jahren -
Ich möchte die Utopie sowieso jetzt, nicht später.
Jetzt sind wir weiter, es ist
chic, das Umfeld, es weist ein Weg(weiser zum Museum mit moderner Kunst. Regen, Anstellen, Sprachen raten in der Schlange, gespaltene Zungen, Rolltreppen, Bilder, die Taschen, die gerade alle haben. Ich möchte auch eine, sie kostet nur 249€ [...]
Trinken im Café mit den Sesseln, genau diesen, Stühle mit Plastik-Flecht-Optik, nur um zu
schaun, zuzuschauen; Draußen darf man rauchen.
Die Selbstverständlichkeit, das wo zu Hause Sein, und wie! Orte kennen und Menschen, einen Raum betreten (ohne besonders aufzufallen), ein Geschäft verlassen (ohne etwas zu kaufen, auch nichts zu stehlen). Versuche, Versuche.
Zutritt haben, Codes kennen, Zahlenkombinationen.
Wir finden den Happy Hippie Shop wieder. Er ist auf der anderen Straßenseite, er hat zu, nicht für immer. Hier hatten wir einmal nach dem Weg gefragt und sind in eine andere Richtung geschickt worden, lange her, lange aus.
Ich bin angekommen,
meine Orientierung lässt mich nicht im Stich, im Regen stehen,
überdachte Plastikterrasse.
Es gibt wieder Rotwein im Café, die Wand im Rücken, die
after work crew um uns herum,
head of public relations und
first assistant; the
efficiency committee and
so
forth.
Uff. E-Zigaretten. Auf dieser Straße gehört man dazu, (wozu?)
Tagsüber gibt es einen Markt. Arrangiertes Gemüse; es hängt.
Ich denke viel an José Esteban, vor allem, wenn jene Menschen an uns vorbei gehen, die oft Fitness Center besuchen, dementsprechend aussehen, dem entsagend sehe ich dafür aus,
und dagegen.
Schreibe nur einmal eine Nachricht an jemanden, das findet hier Erwähnung, obwohl mich der Zweifel im Nacken kratzt. Das klingt unbequem; wie im Zug schlafen.
Es regnet den halben Tag; man trinkt schon den Kaffe nach dem Kaffe in der Früh. Wir sitzen unter der Markise, es tropft, ich habe den Schirm; Die Markise ist bordeaux-weiß gestreift, ein bisschen zerfranst, ich habe sie schon einmal fotografiert, vor Jahren. (Gegenüber gibt es Wienerisches, also Gebäcke.)
Dort geht es als nächstes hin, wo die durchschnittliche Farbe von Wein dem Ton ihren Namen geliehen hat.
Die Mädchen im Zug, es ist für die Geschichte kaum relevant, dass sie wahrscheinlich ein Geschlecht performen oder eine Hautfarbe haben; ich falle aber in Gewohnheiten, weil alles andere den Lesefluss trübt wie Sonnencreme das Schwimmbad, oida; Bevor ich mir leid tue, dass ich die Schrift bemühe, überhaupt, beschreibe ich sie endlich:
Sie führen eine
dance number auf, sie sind jung und hören beide mit einem Ohr zu, die
ear plugs geben nicht mehr
her. Ich finde sie großartig. Handlungen.
Es ist ein furchtbares Alter, das Alter in dem sie sind, das Alter in dem alles peinlich ist und unangenehm, albern. Sie müssen einfach kichern, glucksen. Ein Glück: Niemand hängt fest im Alter,
Zeit, ihre Schwester (
Ref.)
die Stadt eine Fischerin,
Bachmann.
I'm going places.
Ich habe noch die Reste vom Essen von vorhin. Es handelt sich um Indisches, es schmeckt vorzüglich, ich wünschte ich wohnte bei der Stalingrad Metro, permanent, dann hätte ich das vor der Haustür das Viertel in dem solches gekocht wird und wenig kostet, was Geld betrifft, nicht Geschmäcker.
Ich hätte auch permanent Geldsorgen und drei unterschiedliche Jobs, einer als Zeitungsausträger.
Die Wolken sind Schafe, sind dreidimensional, es ist als könnte man sie von mehreren Seiten gleichzeitig sehen. Sie drehen sich, Kubismus.
Ich denke zurück ans Moritz Bier, wo wir am Vorabend waren und einmal davor mit ein paar guten Menschen. Damals, meine glorifizierte Erinnerung an die rote Holzfassade, ein Lokal mit Kellerloch. Ich war selbst jung und zu beeindrucken, ich möchte vom Hocker -
dass er mich festhält, die Geschichte des Designs, eine Tafelrunde im Centre Pompidou, wieder; natürlich,
been there, done that, nothing new, oh my god.
Scheunen fliegen vorbei, keine Wirbelstürme, die Freunde von Dorothy sind an der Straßenecke geblieben, sitzen gelassen
Ich möchte nicht ins Licht, nicht in dein Licht, nicht um dein Licht herum,
flattern
Der Druck in den Ohren, der Druck in den Ohren, der Tinitus wandert bei mir meist von links nach rechts; das zu lokalisieren hilft mir. Er geht vorbei, macht die Tür zu, wenn er zieht (von dannen)
Tee (Einfach, Heißgetränk)
Schee (Schön, im Wienerischen)
Weh ("der Ausgenutzte, das Opfer aller anderen", im Wienerischen)
Jetzt ziehen die Landschaften schneller vorbei, sie sind historisch bestimmt bedeutsam, Schlachten wurden geschlagen. Ein leichtes Schwert wünscht sich Judith, Unbeschwertheit,
Schwerelosigkeit.
Nichts davon berührt mich.
Unterdessen in der Lotterie: Wir haben erneut das Abteil mit dem schreienden Baby.
Ein Wurf: Gibt es hier einfach mehr Kleinkinder und nur in Wien nichts als beige alte Menschen?
Reisen zwischen Grundbedürfnissen wie: Speiseeis, Zigaretten, Wasser, Toiletten, Geld, Hauptmahlzeiten, Zwischenmahlzeiten, Kaffee und Schlaf. Nicht austauschbar, ohne Folge in der Reihe. In Gruppen, alleine, zu zweit und mit einer derart unleserlichen Handschrift, dass mir niemand über die Schulter schaut, kannten sie meine Sprache überhaupt, Hals überkopf.
Ich spiele mit den Worten, schlage die Zeiten tot, die Zeilen, Gezeiten, Herrschafts-, bei Zeiten geht es weiter:
Luftzug, Zugluft, zügig: Lüftung; tränende Augen, luftleer, das Wasser der Toilette.
Ein transparenter Schirm, ein Film. Sitzen am Canal Saint-Martin auf der schienbeinhohen Absperrung, die wahrscheinlich einmal Autos davon abhalten sollte sich in den regulierten Fluss zu rollen.
Der Club, der Guerilla Garten und die Erinnerung an das Video von den
Hidden Cameras. Die Erinnerung ist nur mehr ein Geist, ein Nachruf. http://youtu.be/lBCJrutdrKo
Auffrischen, Face Lifting bei
300 km/h ohne Hindernisse: Raketen, "der ferne Osten" und "der nahe Osten".
Bäuer_innenhöfe aus Stein, Steindächern, Steinwänden auf Steinböden, geschlichtet.
Geschlichteter Streit.
Kein Spiel mehr.
I'm not playing with you, I'm not playing with you, I'm not playing with you, I clean forgot how to play.
Respekt und Verantwortung, die ich dir gerne entgegenbringen möchte, mein breiter Wille scheitert, das kleine Zeitfenster wird in seinem Rahmen, er ist aus Holz, grau, gewittert, vom Regen versilbert, kleiner gepresst, splitternd, Gläser. Der breite Wille passt nicht mehr,
Kleid, Silhouette, Corsage.
Ich kann nicht mehr da sein, es hat mehrere Lagen,
Lasagne, Lunch Box, Aktenordner.
Du bist viele verschiedene Personen.
Wäre es nur das eine von dem eine Beziehung belastet wäre, Arbeit und Arbeit, de-emotionalisieren, rationell rationieren, abpacken, laminieren. Für den Verzehr geeignet, langsam, schonend, beschönigend, pasteurisiert. LOUIS PASTEUR.
Ein Tannenwald.
S.S. ist so schick in seiner Muschelbucht, es rahmt sich zwischen den Hügeln.
Leider habe ich im entscheidenden Moment keine Kamera dabei. Ich ärgere mich schon, heute.
Oder besser so. Weil, deswegen prägte ich mir die Szene noch farbfilmiger ein. Ich sollte mich entscheiden: Es gibt den Sonnenuntergang in der Bucht der Muschel, die Tönungen sind der Wahnsinn, alles zwischen beige und braun und glitzer, der Sand, das Meer, die Hügel, das Malerische (so sagt
man). Zu ihrer Linken.
Sie fällt mir leicht auf
der anderen Seite die Sängerin mit der Kappe, diese tief ins Gesicht gezogen.
Ur gut. Sie hat eine ganze
crew dabei, eine Posse. Sie hat in der Garage geprobt wie Carly Rae und der Typ aus dem Video, der ihren Rasenmäher repariert, mischt nebenbei auch noch ihre Lieder ab. Fährt dann auf einer Rodel die mit Akku betriebene Anlage auf die Promenade und flicht ihr einen Klangteppich. Die Luft schmeckt förmlich nach synthetischen Geschmacksverstärkern.
Es gibt also Tontechnik (den Rasenmäher), Merchandising (selbst gebrannte CDs, die aussehen wie Poster von Einhörnern), Maske (die Kappe) und Kulisse wie nur was.
Sie hat bestimmt schon mehrere Wünsche in den Brunnen geworfen, singt wie
Shakira oder zumindest wie Shakira auf diesen von
Fans veröffentlichten Live Videos ohne Hintergrundchor das tut.
Wo immer, wann immer, ich möchte ihr gerecht werden.
That's the deal, my dear.
Ich scheitere. Aber aus diesem Paragraphen habe ich den Titel genommen, er muss also bleiben.
Ich stilisiere sie hoch, muss aber echt sagen: Die war super. Hätte ich an diesem Abend in
Donostia ein Konzert gegeben, wäre sie meine Vorband gewesen. Oder der
Hauptact! Was maße ich mir an, mute ich ihr zu. Ich war hingerissen, möchte sie nicht verreißen.
Ich verfehle, bin nicht fähig diese vielschichtige Performance, die ich ganz anders erfahre als sie das wahrscheinlich intendierte, zu beschreiben. Das lässt sich nicht nachvollziehbar machen.
Zuerst bin ich überzeugt davon, dass sie alle Texte selbst schreibt, das gleiche gilt für die Kompositionen und Arrangements. Mein lückenhaftes Bescheid Wissen über Popmusik oder der in diesem einen Fall mit gröberen Eingriffen eingespielte
background track lassen es mich nicht gleich erkennen. Ich gestehe aus diesen vermengten Gründen dem
song absolute Glaubwürdigkeit und im zusammengesetzte Hauptwörter Musikjournalismus Sprech: Hit-Qualität zu, Gänsehautgarantie.
Es handelt sich aber, wie ich von meiner Begleitung S. aufgeklärt werde, um: (There can be miracles)
When you believe. Tatsächlich untermalt dieses Lied, geschrieben und komponiert von Stephen Schwartz, interpretiert von niemand geringerem als Whitney Houston und Mariah Carey, die Zeichentrickbibelgeschichtenverfilmung: "Der Prinz von Ägypten" (1998).
Sie nimmt es sich also heraus
die beiden mit
Grammies geschmückten Stimmen der 90er (Na gut, Celine Dion auch) nämlich beide zu singen. Wow. Ich bin nicht enttäuscht, im Gegenteil, ziehe ich den Hut, ich stolpere von der Bühne, rückwärts, als trüge ich eine Robe und wäre auf dem Weg meinen Oscar entgegen zu nehmen mit Schuhen mit denen ich nicht gehen kann.
There can be miracles
When you believe (When you believe)
Though hope is frail
It's hard to kill
Who knows what miracles
You can achieve (You can achieve)
When you believe
Somehow you will
You will when you believe
Am Schluss, nachdem wir (generisch) uns gefreut haben, dass auf der schrägen Terrasse (Meerblick) die cañas nur 2€ kosten und die Spanier_innen am Nebentisch postkoloniale Theorien plaudern, gehen wir in die Jazz Bar zwischen dem Sex Shop und dem Bordell.
Sie heißt Be-Bop und ist vollkommen leer. Bis aufs Personal. Den Namen hatte auch ein Plattenladen aus meiner frühen Jugend, der schon lange geschlossen hat. Besonders war an ihm, dass er in einem kleinen Dorf war und trotzdem große Auswahl an sanftem Indie Pop und Gitarrenrock hatte bzw. Bestellungen entgegennahm. Eigentlich war ich dafür echt fast noch zu jung. So wie für Virgin Megastore Mariahilferstraße, Österreichs größtes Schuhgeschäft.
Die Getränke gibt es in Gläsern (gläsernen), die so dünn sind, dass sie aussehen wie die Plastikbecher, die immer Sprünge und Risse bekommen. Also, die aus den Flugzeugen, die man nach Verzehr der Flüssigkeit in die dehnbaren Netze tut, wo sie zerbrechen und traurig da hängen bis die Flugbegleiter_innen sie wieder einsammeln. Schönheit.
Wo war ich.
Schon wieder keine Notizen mehr gemacht.
Ein Tag, eine Reise, eine Nacht.
Band auf Tour oder so. Die nicht feiern, mehr planen und abrechnen.
Im Flugzeug, wo einem all das entgegengebrachte Misstrauen vielleicht zu einem Grad aufgewogen wird damit: ein Gramm; durch ein
umsorgt sein! Will sagen: Du fährst früher hin, gibst deine Nummern, Buchstaben, deine Identität in ein Gerät, speist dein Gepäck ein, es läuft auf dem Band davon.
Auf Wagerln werden die Fruchtsäfte gebracht, kilometerhohe Gewürze, dazwischen gibt es Wartezeiten und Wartezeiten.
Du hast nichts zu tun und jemand anders soll sich um deine Wünsche kümmern.
Hin geschlatzt nach Ende dieser Galgenfrist musst du dich dann erst recht wieder auf eigene Beine stellen.
Bei Zügen ist das anders. Und bei selbst geplanten oder eigentlich nicht geplanten Reisen.
Man kann verschlafen und den Halt verpassen. Oder gerade noch rechtzeitig aufwachen und muss dann alles Gepäck aus dem Fenster werfen, die Notbremse ziehen, oder die Tür des sich schon in Bewegung setzenden Zuges aufreißen. Davon hatte ich schon Albträume, manches schon getan, davon. Vieles hängt
da von
vornherein an seidenen Fäden, Spinnenpapier.
Ich schreibe auf, was um mich herum und in mir passiert.
Gedächtnis in Worten, in Bildern, in sensorischen Reizen.
Ich glaube das ist auch das Gefährliche bei der Bildenden Kunst, so wie sie mir beigebracht wurde; dass du ermutigt wirst Wege zu suchen wie du zeigst, was dich interessiert, oder was in dir vorgeht. Und damit wirst du dann oft alleine gelassen mit dem Aufgemachten klarzukommen.
Dieser Gedanke ist nicht durchgedacht.
Es ist mir eine schreckliche Vorstellung: 10:30 Uhr bis 19:später, was auch immer. Keine Bewegung, nur außen. Sitzen und warten. Die Dame mit dem Hund hinter mir, mit dem sie ständig spricht, sie sitzt eigentlich sehr nah hinter mir und ich mache wiederholt die verfehlte Annahme, dass sie mir ins Ohr flüstert, Dinge wie:
Schlaf, schlaf, sei ruhig, nein, nein, nein. Einnickend, albträume ich das ein bisschen.
Es ist Spanien, es ist flach und braun oder beige. Dunkelgrüne Tupfen.
Denke an dich, darüber nach, bin mir immer noch sicher, überlege die Hindernisse und lege sie über einander und komme zu keinem Schluss. Sie stehen da, liegen eigentlich aufeinander, Stahlträger, Balken. Dieses Gesellschaftsspiel, es ist ein Turm aus Holz und alle Teilnehmenden nehmen so lange von den Teilen seiner Summe bis er fällt.
Die Trümmer liegen da, neben der Straßenbahn und jetzt verstehe ich eigentlich besser. Es ist gut so. (Ich höre ein Monat später der tschechischen Straßenmusikkappelle zu, der mit der Gitarre trägt ein Raiffeisenkapperl. Mir ist das erste Mal kalt in Wien, es ist frisch.)
Angekommen In Madrid, endlich fragt mich jemand vom Balkon herunter, aus dem zweiten Stock auf die Straße: "Qué hora es?"
Sie hat einfach den Kopf aus der Wohnung auf den Balkon gesteckt und hinunter gerufen.
Um das zu verdeutlichen. Ich gebe zuerst eine Antwort und bin dann erst erstaunt, verwundert und begeistert. Das ist mir noch nie passiert, aber ich möchte, dass es mir öfters passiert!
Es gab natürlich Unmengen guten Essens in Madrid.
Tapas sind ja die beste Idee gewesen seit immer, die zu servieren. Ich spiele wieder mit dem Gedanken dort mal zu wohnen. Spiele die Tatsache herunter, dass die Stadt nicht am Meer liegt.
Porto. O. Der
Hafen.
I should write to all the people that I know, but I could also just hope to meet them on the street.
Es ist der erste oder zweite Abend, ich bestelle Bier. Es kostet 80 Cent. Es ist das Schwarze.
Tive quase um ano para aprender a língua, conhecer as lugares, a gente e as coisas, depois, mais um ano para esquecer
e finalmente uma semana, só, para lembrar-me de tudo.
Es gibt eine Terrasse neben dem Wintergarten. Das ist normal so.
Auf dem Tisch steht ein Aschenbecher.
Auf dem Aschenbecher sind ein Ritter, ein zweiter Ritter und ein dritter Reiter. Sie sind aus dünnem Metall und haben drei unterschiedliche Größen. Daneben sind die Blumen in einem Gurkenglas. Klee hat auch hier drei Blätter.
Blicke von Hügeln auf Hügel.
Kaffee, Kaffee, Kaffee - aus dem Geschäft, wo sie mich immer noch kennen.
Einmal zum Mitnehmen, einmal für hier. Gemahlen für die italienische Maschine!
Die geübten Hände eines Kaffeesackerlkantenfalters.
Ich erinnere mich, werde erinnert, dass ich hier auch ein Leben habe, hatte, haben könnte.
Ich war traurig, es hat mich traurig gemacht, hilflos, ohnmächtig.
With every ruin that is becoming a souvenir shop with a tourist office included and every bookshop that is turning into a hostel it feels like someone is taking something away from me. And that's just me, someone, whose strings to the city are not attached as strongly as many others' must be… to an 'older' and somehow 'more real' image of that place, that I have in my mind. (Which is of course a construction, a projection; like everything is, but one needs something to hold on to.)
Die Veränderungen, Dinge, die ohne dich passieren und auf die du keinen Einfluss nehmen kannst. Ein Buchgeschäft, das wahrscheinlich 150 Jahre alt ist, Holzfassade 5m breit, grün gestrichen, abplattelnd, Risse, also Sprünge im Glas, braune Rückstände von braunem Tape. Alles könnte das letzte Mal sein; der Besitzer hustet und geht in den Urlaub.
Ein Buchgeschäft, das Lagerabverkauf macht, weil es Ende des Monats schließt. "Wir fahren auf Urlaub."
Geschlossen für den Umbau.
Es wird dann ein Hostel.
Die Fliegen kreisen, sie kreisen hier immer.
Meine Handschrift sieht aus wie die von meiner zittrigen Urgroßmutter, wenn sie Kuverts beschriftet hat. Solche mit roter Schleife, die direkt aufs Papier gedruckt sind.
Das Meer, der atlantische Ozean, ist unschlagbar und das ist keine Diskussion.
Ich habe nicht nur die Sprache lieben gelernt und wende sie gerne an. Die Obstverkäufer_innen haben mir die Namen von den Gemüsen und den Früchten beigebracht.
Maracuja, in der Hälfte geteilt, die reifen haben außen schon Runzeln, rot, grün, gelb, schwarz.
Der "indische" Laden, wo man Bier (1L) für 2€ kaufen konnte, die halbe Nacht, ist auch ein Hostel jetzt. Was sollen die Leute tun, wenn es irgendwann nur noch Unterbringungen für 3-Tages-Gäste gibt und Cafés vielleicht? Jede Trafik ein i für information-Symbol hat und Bootstouren anbietet.
Milch, zum Beispiel, schmeckt fast überall gleich. Oder, noch besser als Beispiel, abgefülltes, stilles Wasser. So authentisch sind die dann, die Städte. So echt und ursprünglich.
Die Gasse, wo früher der 500er gefahren ist und aus den Seitengassen, die darin einmünden urschnell die Steigungen und um die Ecken herum gefahren wurde von den anderen Autos, die ist verkehrsbereinigt.
Auch die alten Schilder, gold auf schwarz, wurden entfernt. Abgenommen.
Ausgenommen sieht sie aus, die Straße der Blumen. Ohne den verrottenden Fassaden, Fisch und Gräten!
Ich sitze auf den Stiegen der Kirche der Barmherzigkeit, ich habe angefangen zu husten im anderen alten Buchgeschäft, das noch kein Hostel ist. Es gibt ein Buch über Treppen und Stiegen zu kaufen.
Das schlechte Viertel, die Gebietsaufwertung.
Am Brunnen vor Mirita treffe ich auf Menschen, die ich kenne. Freude, Xiripiti, Litrosa, Café, Erinnerungen.
Speisen: Das vegetarische Kokosgericht bei Tia Orlanda, der gefrorene Bananenkuchen, das Club-Sandwich.
Die Straße der Freude, wo das Menü 5,50€ kostet und der halbe Liter Wein dabei ist und der Kaffee.
Wann der Flohmarkt ist und zu welcher Zeit man hingehen sollte; das weiß ich, das ist Wissen, das dort nützlich ist.
Es gilt wie eh und je, dass alles ein Aschenbecher sein kann, wenn man so will.
Die Gläser für die Bar kaufen, Frühstück im Park des Wassers nehmen.
Bouganvilleae lassen ihre Blüten auf die Früchte fallen.
Dort, wo der Tisch aus Beton ist und die Bänke aus Stein, alles ist wunderbar.
Immer zu spät und daher immer
on time.
Almost like in Portugal I sit on the floor, this time the mat isn't grey, but turquoise-ish green. In front of me I have the wooden folding table, a darker one than yours. The computer is set up on it, the music is this: http://youtu.be/L6hCpuNSyZo, it's soothing and it's like made for quiet days like these.
Im Wiener Supermarkt macht mich jede Banane traurig, noch mehr die Mangos und am meisten die Feigen, die noch nicht ganz reif sind auf den Bäumen im Garten.
Auf meiner Zunge möchte ich Tremoços schmecken, die Schalen abziehen.
Nicht all die Dinge, die ich mitbringe, können -
Ich kenne alle Ecken wie die Rückseite meiner Hand, die mit der Narbe.
Bis auf eine. Deshalb:
Das erste Mal mit dem Boot über den Fluss gefahren.
Auf der anderen Seite gibt es ein Gebäude in dem öffentlich Wäsche gewaschen werden kann. Das kostet nichts für die Waschenden, deshalb tun das viele Menschen und haben das schon immer. Die Stadtverwaltung hat das mitgedacht und vor relativ kurzer Zeit diese Einrichtung gebaut. Das ist Normal.
Ein Stück weiter hinten neben dem Edelyachthafen entsteht eine
gated community mit einer hohen Mauer drumherum. Das erfahre ich von einem Passanten, den ich aus Neugier frage, was auf diesem Hügel auf dessen höchster Stelle ein kleiner Palast ist und drumherum viel kahle Erde auf der nichts ist, passieren wird.
Am allerletzten Abend machen wir ein Picknick beim Leuchtturm. Dem rechten, der nicht so weit ins Meer hinein steht. Den ich viel lieber habe.
Die Sonne geht wieder unter. Unten am Strand macht ein Fotograf mit zwei Assistenzen Hochzeitsfotos und wirft sich bei der Arbeit übertrieben, eigentlich selbst posierend, in den Sand.
Wir haben Gesellschaft, ein Fischer, auf der anderen Seite vom Turm. Der beste Käse, der weiche, den man mit dem Brot auslöffeln kann, Oliven, Wein, Tomaten, von denen man abbeißen kann wie von Äpfeln, die nach Tomaten schmecken und nicht nach Wasser.
Nichts fühlt sich an als wäre es das letzte Mal.
Es ist keine Verabschiedung.
Ich finde, dass es nicht um die Frequenz geht, oder die Dauer, es geht um die Intensität.
Und Pausen. Und, dass man sich mal zufällig in der Küche trifft, oder einen ähnlichen Weg hat.
Ich will auch gar nicht die große Liebe, ich will die kleinen Lieben.
Zu Menschen, zu Orten, zu Dingen.
Und ich will das,
ich will das ausprobieren.
Having a Coke with You
Frank O’Hara
is even more fun than going to San Sebastian, Irún, Hendaye, Biarritz,
Bayonne
or being sick to my stomach on the Travesera de Gracia in Barcelona
partly because in your orange shirt you look like a better happier
St. Sebastian
partly because of my love for you, partly because of your love for
yoghurt
partly because of the fluorescent orange tulips around the birches
partly because of the secrecy our smiles take on before people and
statuary
it is hard to believe when I’m with you that there can be anything
as still
as solemn as unpleasantly definitive as statuary when right in front
of it
in the warm New York 4 o’clock light we are drifting back and forth
between each other like a tree breathing through its spectacles
and the portrait show seems to have no faces in it at all, just paint
you suddenly wonder why in the world anyone ever did them
I look
at you and I would rather look at you than all the portraits in
the world
except possibly for the Polish Rider occasionally and anyway it’s
in the Frick
which thank heavens you haven’t gone to yet so we can go together
the first time
and the fact that you move so beautifully more or less takes care
of Futurism
just as at home I never think of the Nude Descending a Staircase or
at a rehearsal a single drawing of Leonardo or Michelangelo that
used to wow me
and what good does all the research of the Impressionists do them
when they never got the right person to stand near the tree when
the sun sank
or for that matter Marino Marini when he didn’t pick the rider
as carefully
as the horse
it seems they were all cheated of some marvelous experience
which is not going to go wasted on me which is why I am telling you
about it