Wenn auch Vierteilen nicht mehr hilft - so hat mein letztes Rundschreiben angefangen und dort möchte ich anknüpfen - dann hilft vielleicht sich vor einen 140 km/h Zug zu werfen, 5 Minuten vor Wien Meidling, und sich in 12 kleine Stückchen zerfetzen zu lassen.
Mein Beileid.
An dieser Stelle zum Kinderfest der Pferde. Warum wird für eine Veranstaltung solcher Art auch noch Werbung gemacht, allein der Titel, bestehend aus 3 Wörtern, enthält 2, die ich nicht leiden kann.
Menschen ändern sich nicht, sie passen sich nur soweit den Gegebenheiten an, wie derzeit unbedingt notwendig ist.
- tragisch en begerenswaardig..
Auf Menschen kann man sich nicht verlassen, auf mich genausowenig. Ich tue mein Bestes. Gib's mir.
jemand gab mir feuer das ich gar nicht wollte was sollte ich damit (mitten in der nach) und ich rannte herum in den autos saßen menschen ihr atem beschlug die scheiben die autos standen am straßenrand und ich rannte um es wieder auszublasen das feuer bis ich einen schwarzen lichtschalter fand in einem hotel am bahnhof eine lampe schwankte um ihre arm -
- ulrike draesner aus : für die nacht geheuerte zellen.
Schamlose Werbung für eine relativ miese Veranstaltung. Den Austrian Band Contest in der ((szene)) Mache ich. Au. Kostet 6 € Dafür bekommst du 12 Bands, 11 davon mit größter Wahrscheinlichkeit abgrundtief schlecht. Nachdem Werbung nur ein anderes Wort für seine Seele verkaufen ist und nur auf Tarnen und Täuschen, Lügen und Manipulation fußt, bin ich hier einfach nur ehrlich. Netterweise ergibt sich dadurch nicht einmal irgendeine Form von Profit, sondern gibt es uns höchstens die Chance ein oder zwei neue Menschen unsere Musik näherzubringen. Der Vorverkaufspreisvorschlag der ((szene)) war nämlich in Höhe von 12 € gemacht worden, die Hälfte wäre an uns gegangen. Wir machen das ganze aber nicht fürs Geld. Habe auch nicht vor mich in Zukunft zu verkaufen. Musste mal gesagt werden. Und hier bin ich wieder einmal dabei meine Ideale in den Sand zu setzen. Woher kommt diese blöde Redewendung eigentlich schon wieder? Etwas in den Sand setzen. Sich in den Sand setzen, ja. Das geht. Ein anderes Wort für die Fortbewegungsart spazieren ist sich mühevoll dahinschleppen. Nämlich, dann, wenn man gerade von einem Photoshooting am Flughafen Wien Schwechat kommt, wo man bei Werbeaufnahmen für die AUA und Lufthansa mitgewirkt hat. Und sich fühlt wie eine vertrocknete Pflanze, die zu lange zwischen zwei riesigen Flugzeugen in praller Sonne, oder in einem riesigen Hangar - musste nur erwähnt werden, damit dieses Wort nicht aus dem alltäglichen Sprachgebrauch verdrängt wird - herumgeblitzt hat, nachdem man gerade von seinem Drittjob als Kellner in Tibet gekommen ist. Zum Glück gibt es die Öffentlichen. Und nicht nur die ÖBB. Als Entschädigung für hierbei entstandene Unannehmlichkeiten gibt es ein ausgesprochen schönes Flugblatt, das ich eigenhändig entworfen habe. Eigenlob stinkt, Kacke. Aus Tips für den frühen Tod : Nur keinen Tag vergehen lassen an dem du nicht wenigstens drei Termine hast ! In drei Tagen bist du sowieso tot, wenn du zu Fuß nach Hause gehst. Oder von einer Mappe erschlagen wirst und dann regungslos in der U Station liegst.
Ich kann es nicht sagen Und du willst es nicht hören
My head is a radio. Und meine Stimme war im Radio.
Hier und jetzt, Gedanken, schwarz und weiß.
Die waren gut :
Radiohead
Bei einem Festival, in meinem Leben, noch nie eine dermaßen intensive Band erlebt.
*
Unter Tränen, wie im Rausch. Emotional am Ende, körperlich out of control.
You are my spinner When I spin away
Bei Paranoid Android hätte ich keine Sekunde gezögert from a great height zu fallen, zu regnen.
Asaf Avidan & The Mojos Wahnsinnig nett anzuhören. Wie sie uns gebeten haben wie dreizehnjährige Mädchen zu kreischen, und so zu tun, als ob wir ihren einzigen, unerwarteten Radiohit nach 2 Takten erkennen würden. Aus Israel, mit einer unvergleichlichen Stimme, deshalb als einzige Person weltweit vergleichbar mit dem unehelichen Kind von Kiss und Janis Joplin. Die haben mich absolut wieder versöhnt mit der ganzen Kacke, die ein Festival so ausspuckt.
The Editors zu sagen ? an end has a start. Bloc Party Einer der ehrlichsten, sympathischsten Sänger. Jet Die alten Rockerschweine. Port O'Brien Nur der Vollständigkeit halber - die letzten beiden Male waren sie besser, keine Festivalband.
Kasabian auch. Der Sound aber nicht, deshalb auch nicht genießbar. Wie Fliegenpilze.
Die Gruppe Mia. - aus Berlin und im Bühnenbild aus den 80ern - waren im Grunde, am Grunde feucht und fröhlich.
Die waren mehr als schlecht :
Du bist die Sonne, du bist die einzige, du bist so cool ! Die sind so verdammt Rock'n'Roll, gib's mir !
Ob ich mit dem Ortswechsel zufrieden bin, weiß ich bis heute nicht. Der Fluss ist definitiv ein Pluspunkt. Ansonsten hab ich von Festivals genug, fühle micht zu alt für sowas. Nicht zu reif, oder zu erwachsen. Aber mein Kopf und mein Körper machen da einfach nicht mehr mit. Eigentlich schon, deshalb, um weiteren Rechtfertigungen aus dem Weg zu gehen, setze ich hier den Schlussstrich mit einer allzu wahren Aussage : Ich hasse Menschen. Too bright, too much, too powerful.
mfg
Herr von Frequenz. Ja, der mit der Thermodecke. Also dem Superhelden-Umhang.
* Für die Skeptiker, die an meiner Ehrlichkeit zweifeln : Amanda ist keine Band.
Vielen Dank fürs dagewesensein. Speziellen Dank geht an alle, die sich übers Gesicht gewischt haben, um mir zu zeigen, dass mein ganzes Gesicht voller schwarzer Fabe ist, meine Photographin, die, die mir das ehrlichste und bedeutsamste Kompliment gemacht hat, das man einem Musiker machen kann, meine Merch-Ladies, meine Wienerinnen, Amanda Fucking Palmer, meine Wiener, meine Menschen aus der Provinz, meine Groupies und Fans für die ich alles tun würde und die alles für mich tun würden, meine Besten, meine Freunde, meine Leute, meinen Block, meine Hände, die Distel, den zweiten Tontechniker, der auch gestern sein Debüt hatte, James und seine Ansage, das Mädchen von der Modeschule, der meine Jacke so gut gefallen hat und die gedacht hat, dass ich fast nur englisch spreche, den Typen, den es so gefreut hat, dass ich schon mal in Istanbul war, alle, die nicht kommen konnten und denen es ehrlich leid tut, jene welche zu spät gekommen sind, aber trotzdem da waren, und den, der Amanda auch so gerne hat, alle, die jemanden mitgenommen haben, alle, denen es gefallen hat, alle, die es abgrundtief schlecht fanden, die, die mich an das Pony erinnert hat, weswegen ich meinen Einsatz verpasst habe, was aber niemand bemerkt hat, dich, auf altenglisch und den Wiener Neustädter Aquarienverein.
Als ich die erste Sitzung mit meinem Psychologen hatte, im Auer-Welsbach Park, war eine der Fragen, was ich in meinem Leben denn erreicht hätte, meiner Ansicht nach, welche Erfolge. Damals, nach kurzem Nachdenken, hatte ich vor allem an Erfolge, Errungenschaften gedacht, die man eben so erzählt. Die Frage war zwar sehr breit gestellt, allerdings habe ich in meiner Naivität geantwortet: Naja, die Matura ist wahrscheinlich mal nicht schlecht. Mit seinem echt dezenten halb-bayrischen, aber doch auch ein bisschen norddeutschen Akzent hat er noch mal gefragt: Also du würdest sagen die Matura? - Ja, doch. Das passiert, wenn du nicht zuerst dein Herz, dein Gewissen, deine Ideale befragst, was die dazu sagen. Vergiss doch irgendwelche Ausbildungsgschichtn, Papier, das du dir an die Wand hängen kannst, ist doch nichts anderes. Vielmehr geht es darum, dass du dich selbst akzeptierst, wie du bist. Dass du deinen Charakter bildest, dass sich deine Persönlichkeit so weit entfaltet hat, wie sie heute ist, und, dass dieser Entwicklungsvorgang nie ein Ende findet, sondern du weißt, dass es immer weiter geht, du nie auslernst und du alles an dir verändern, verbessern, umformen kannst, wenn du möchtest. Und du das nur für dich möchtest. Dir darüber klar zu werden, was du willst, oder schon zu wissen, was du willst. Fragen, die man sich lieber jetzt stellt, als mit 40 seine Familie zu erschießen, oder alleine nach Tokyo zu ziehen und sein ganzes Leben hinter sich zu lassen, obwohl besser spät als gar nicht, im letzteren Falle. Vor allem auch sich bewusst zu machen, was sicher nicht dein Ding ist, oder sich abzugrenzen von Meinungen, Lebensstilen. Du selbst zu sein und niemanden dafür zu brauchen, der dich bestätigt. Nicht jemand anderen zu mimen, um sich so seine Anerkennung zu erspielen. Oder zu koksen und im Hipsterland untergehen. Die volle Energie in das hineinzustecken, im Müll wühlen, sich in den Dreck knien, das dir wirklich etwas bedeutet und so zu erreichen, was du suchst. Punkt.