Saturday, 28 March 2015

Noch ein Gedicht, es heißt

Having sex with you

Having sex with you 
is probably not 
the most amazing thing
in the world

Not when your eyes 
are of exactly the same colour
as the sky 
and it almost looks like someone photoshopped
them away
and refilled them with sky

Thursday, 26 March 2015

Mit weniger Scherben

Bisweilen sehe ich eine Kombination von Objekten. Ich schaue sie an,
genau
Am Rand des Waschbeckens, der Spüle, liegt ein Teil einer Espressokanne,
ziemlich prekär.
In der Spüle, der Abwasch, steht eine Schüssel, die abgewaschen werden sollte.
In meinem Kopf setzen sich sofort die zukünftigen Ereignisse zusammen. Es hätte mit Scherben zu tun, würde ich nicht etwas tun.
Manchmal ist das bei Menschen genauso.
Mit weniger Scherben. 

Thursday, 19 March 2015

Ein Gedicht an dich und die Stadt in der ich lebe

Liebes Wien, das du so voller Bedeutungen bist, an jeden Ort an den ich gehe rufst du mir Erinnerungen zu, rufe ich Erinnerungen ab, ringst du mir Zugeständnisse
Eins davon: Es fühlt sich an wie letzte Woche wo wir da gegangen sind, es war das erste Mal Sonne, an der Wien entlang- an der Schnellstraße entlang, dort, wo früher ein Feldweg war, bevor sie die Schnellstraße gebaut haben. Da hatte ich auch das Gefühl ich würde verstanden, würde nicht vervorurteilt, in dem Momentanen. 
Liebes Wien, das du für manche erst ein Jahr alt bist. 
Liebes Wien, das zum Beispiel dir seine Orte noch nicht verraten hat. 
Liebes Wien vor dem ich plötzlich keine Angst mehr habe.
Liebes Wien, es braucht so wenig und ich habe das Gefühl als hätte ich permanent Arme um mich herum geschlungen, die mich halten, die mich schützen, nicht meine, vielleicht deine. 
Liebes Wien, welches deiner Sprache den Witz nimmt, im Ton und im Fall. Was dich eigentlich noch mehr adorable macht oder endearing, also dich, nicht die Stadt.
Lieber du, der mich fragt, ob du noch schön genug bist im Treppenhauslicht, 
wenn es angeht. 
Liebes Wien, welches du rankende Pflanzen in deine Gemeindebauinnenhöfe auf Gitter auf Beton getan hast. 
Liebes Wien, das mich zerdrückt, das mich drückt, innig und ich bin weniger allein. 
Lieber du, dem ich meine Sprache versuche anzupassen, vor dem ich mich nicht fürchte, der sich wegen mir in meine Sprache verbiegt. War es ein schöner Tag oder ein schönes Tag.
Keine Einsilbigkeit ist mir unangenehm, keine angespannte Kiefermuskulatur habe ich, die auf eine angespannte Geistesfehlhaltung hinweisen würde. 
Lieber du, wemwegen ich ein paar Momente mir gar keine Gedanken gemacht hab. Und davor nur darüber, wie es allen, die gerade da sind, gut gehen kann. Und give or take, etwas geben 
Liebes Wien, wo mir einmal nicht die Tränen in die Augen schießen, sondern vor Glück.
Und, weil es nicht ungewöhnlich sein sollte, dass Manches und Dinge, die Menschen mögen, machen und sind, ungewöhnlich sind
Love me like I'm not made of stone.

Wednesday, 11 March 2015

Farben von Licht in Fenstern

Bluish, yellowish,
Something must break
The Light (Glass, 1987)
All the dishes

 (a poem)

Ich habe Frühlingsgefühle wie ich die Gasse hinunterlaufe, ich habe Frühlingsgefühle gehabt schon vor einer Woche, wo es noch viel zu kalt war für Frühling oder Gefühle, aber ich mich sowieso nicht der Jahreszeit entsprechend kleiden wollte. Der Zeit war ich vollkommen voraus, auf die Trends habe ich mich gesetzt bevor sie wie Wasser unter den Brücken wegtreiben konnten.
If Winter Ends
Wir sind im Park gesessen auf der Zeitung, weil der Boden fast noch gefroren ist und nass und mit Hundeexkrementen vermengt. Wir sind im Park gesessen zwischen den beiden Flaktürmen
in der Sonne, zwischen dem Beton, nicht zerschmettert in der Nacht, bei den Bäumen, die grün werden, den Häusern, die alle Balkone und Erker haben, damit man sich erkern kann und balkonen auf ihnen.
Der Kaffee ist portugiesisch, er kommt aus einem Kartonbecher, er schmeckt deswegen ein bisschen nach Papier, ich hatte ihn zum Mitnehmen, ich bin etwas mitgenommen.
Ich möchte keine vier oder fünfköpfigen, deutschsprachigen Boybands mehr sehen, über ihren Hype hören, lesen oder schreiben, es reicht.
Es regnet, es ist kalt, es ist windig, ich habe keine Frühlingsgefühle mehr.
Angekommen in der Ausstellung fange ich fast zu weinen an, wenn ich über die Rohrbombe lese und die Menschen und ihre Geschichten. Ich fange mich auf, weil ich unter Menschen bin, ich halte mich zurück, weil ich mich sonst spasmisch schluchzend in Embryostellung auf dem Boden wälzen müsste.
Jetzt, heute ist es gut, ist es super, dass die Menschen selbst über sich sprechen, dass sie sich etwas selbst zuzuschreiben haben. Also nicht die, die gesprengt wurden, aber die, die nicht gesprengt worden sind. Die können entscheiden, was sie teilen, was sie erzählen,
sie sprechen, sie sind nicht das zu erforschende Objekt.
Daneben die Kunst, die Bilder, die bunten.
Vorher
und später die Abbildungen
von den Menschen, die bald verschleppt, deportiert und umgebracht werden würden.
Immerhin habe ich größte Teile meines Lebens in Österreich verbracht, damit muss ich arbeiten, this is what I have to work with.
Darum schreibe ich auch darüber. Es gibt genug Stoff auf dem ich liege wie ein beschwerter Brief, ich brauch mich nicht mal umschauen.
Es kommt dann ein Text, er heißt "Papierene Kinder" und es sticht, es sticht, es sticht.
Ich muss Testberichte schreiben, aber nicht mehr als so und so viele Zeichen. Zeichen so wie im Alphabet der Kultursoziologie. Produkt getestet.
Mein Testbericht sagt: Durchaus zu empfehlen.
Auf das Treffen mit den Menschen, die vielleicht mit meinem Gedankengut, mit meinen Gedankengütern ganz gut handeln könnten, diese vertauschen und verhandeln und nicht sofort verwerten wollen, wenn sie an ihrem Tisch sitzen im ogranzdn Café, gehe ich nicht.
Ich bin nicht hin
Eine ganze Zeile voller i
Weil ich den Einstieg in die Berufswelt verpasse, weil ich nicht weiß, was ich aus meinem Leben machen will, weil ich nicht weiß, was ich aus meiner Liebe machen will, weil ich nicht weiß, was ich aus meinem Leib machen will, weil das geht ja nicht ewig so weiter, das kann ja nicht ewig so weiter gehen, das kann so nicht weiter gehen, ewig geht das so nicht weiter.
#anotherpoem