Bluish, yellowish,
Something must break
The Light (Glass, 1987)
All the dishes
(a poem)
Ich habe Frühlingsgefühle wie ich die Gasse hinunterlaufe, ich habe Frühlingsgefühle gehabt schon vor einer Woche, wo es noch viel zu kalt war für Frühling oder Gefühle, aber ich mich sowieso nicht der Jahreszeit entsprechend kleiden wollte. Der Zeit war ich vollkommen voraus, auf die Trends habe ich mich gesetzt bevor sie wie Wasser unter den Brücken wegtreiben konnten.
If Winter Ends
Wir sind im Park gesessen auf der Zeitung, weil der Boden fast noch gefroren ist und nass und mit Hundeexkrementen vermengt. Wir sind im Park gesessen zwischen den beiden Flaktürmen
in der Sonne, zwischen dem Beton, nicht zerschmettert in der Nacht, bei den Bäumen, die grün werden, den Häusern, die alle Balkone und Erker haben, damit man sich erkern kann und balkonen auf ihnen.
Der Kaffee ist portugiesisch, er kommt aus einem Kartonbecher, er schmeckt deswegen ein bisschen nach Papier, ich hatte ihn zum Mitnehmen, ich bin etwas mitgenommen.
Ich möchte keine vier oder fünfköpfigen, deutschsprachigen Boybands mehr sehen, über ihren Hype hören, lesen oder schreiben, es reicht.
Es regnet, es ist kalt, es ist windig, ich habe keine Frühlingsgefühle mehr.
Angekommen in der Ausstellung fange ich fast zu weinen an, wenn ich über die Rohrbombe lese und die Menschen und ihre Geschichten. Ich fange mich auf, weil ich unter Menschen bin, ich halte mich zurück, weil ich mich sonst spasmisch schluchzend in Embryostellung auf dem Boden wälzen müsste.
Jetzt, heute ist es gut, ist es super, dass die Menschen selbst über sich sprechen, dass sie sich etwas selbst zuzuschreiben haben. Also nicht die, die gesprengt wurden, aber die, die nicht gesprengt worden sind. Die können entscheiden, was sie teilen, was sie erzählen,
sie sprechen, sie sind nicht das zu erforschende Objekt.
Daneben die Kunst, die Bilder, die bunten.
Vorher
und später die Abbildungen
von den Menschen, die bald verschleppt, deportiert und umgebracht werden würden.
Immerhin habe ich größte Teile meines Lebens in Österreich verbracht, damit muss ich arbeiten, this is what I have to work with.
Darum schreibe ich auch darüber. Es gibt genug Stoff auf dem ich liege wie ein beschwerter Brief, ich brauch mich nicht mal umschauen.
Es kommt dann ein Text, er heißt "Papierene Kinder" und es sticht, es sticht, es sticht.
Ich muss Testberichte schreiben, aber nicht mehr als so und so viele Zeichen. Zeichen so wie im Alphabet der Kultursoziologie. Produkt getestet.
Mein Testbericht sagt: Durchaus zu empfehlen.
Auf das Treffen mit den Menschen, die vielleicht mit meinem Gedankengut, mit meinen Gedankengütern ganz gut handeln könnten, diese vertauschen und verhandeln und nicht sofort verwerten wollen, wenn sie an ihrem Tisch sitzen im ogranzdn Café, gehe ich nicht.
Ich bin nicht hin
Eine ganze Zeile voller i
Weil ich den Einstieg in die Berufswelt verpasse, weil ich nicht weiß, was ich aus meinem Leben machen will, weil ich nicht weiß, was ich aus meiner Liebe machen will, weil ich nicht weiß, was ich aus meinem Leib machen will, weil das geht ja nicht ewig so weiter, das kann ja nicht ewig so weiter gehen, das kann so nicht weiter gehen, ewig geht das so nicht weiter.
#anotherpoem