Thursday, 26 September 2013

Blumen

--- 'dem Geschichte als "eine einzige Katastrophe, die unablässig Trümmer auf Trümmer häuft"', erscheint, der 'Trümmerhaufen' aber so unabsehbar, daß er bereits 'zum Himmel wächst.'












Es ist dem zufolge noch nicht alles verloren.
Ich habe Konzepte von 'Reue' gezeigt und 'Demut' auch und hoffe, dass ich mich im Zaum halte. Das macht mich denken an den Abend, es war eine Nacht von Sonntag auf Montag um 3 Uhr früh, bevor die Drag Shows begannen, als ich die ehemalige Beziehung meines Gspusis kennen lernte (den Gender nullifzieren). Mir wurden Ratschläge gegeben, mit Gesten, die hatten mit Zügeln zu tun.

*Ich hatte einen unfreiwilligen Ausflug nach Tulln gemacht. Wiewohl ich nie in Tulln gewesen war, wollte ich es, als mir die Möglichkeit gegeben war, gar nicht sehen, habe einfach den Bahnsteig gewechselt und es wieder verlassen. Die Ortsnamen auf dem Weg zurück haben mich gefreut. Im Zug sieht meine Handschrift ein wenig aus wie die meiner Urgroßmutter, wenn sie Glückwunschkarten geschrieben, oder die Außenseite des Kuverts beschriftet hat.
Schluss gefolgert habe ich mir wieder ein Notizbuch zugelegt, auferlegt.
Es ist das ungemein, wie in nicht hinterhältig, wobei ziemlich common, nützlich als Werkzeug, wie ein Hammer; Feder und Pferd. Nur mit dem digitalen, dem Paraphrasieren, die Reinschrift (!) daran scheitert es eher. Vielleicht auch aus dem Gedanken heraus, dass ich 'das' ja schon geschrieben hätte.

Mein Geld neigt sich dem Ende zu, es nimmt eine Verbeugung, hin, eine nach dem anderen. Vermutlich werde ich darum diskutieren.

Ewig, die Ängste.

Aufstehen tut es sich am besten mit Tanzschritten.
Keine Paartänze.
Ich schlafe ab jetzt einfach nie wieder mit irgend jemandem und mit jemandem nur nach Überlegungen.

Am Fluss stehen und in die Weinen, die Wellen sehen; Die Boote, die unten noch zerkratzt blassrot sind, aufgestapelt am Ufer - Die Räder drehen sich weiter und das Gebüsch fliegt vorbei wie eine Kuh im Wirbelsturm. Brechen, brechen, brechen! Dieser Absatz war zur Hälfte fiktionalisiert.

Und so lange habe ich mit keiner Person intensiv über meine künstlerische Praxis geredet, dass ich mich viel mehr Dinge traue! (Das ist gut und schlecht.)

Kleinstgärtner_innen zäunen ihre Wochenenden ein, pflanzen einander Tujenhecken an die Grenzen, damit sie sich auf der Straße auch nicht zu erkennen brauchen. (An dieser Stelle komme ich doch auf die Begegnungszone zu schreiben: In Wien will sich doch niemand tatsächlich begegnen.)
Ich würde gerne einmal ein Buch mit Elfriede Jelinek gemeinsam schreiben.
Ich habe das Gefühl, sie wollte das nicht.
Aber - anybody have bjork's email?

Nachwort
zur Liebe und Freundschaft:
unter einen Glassturz,
studiere sie wie eine Orchidee
und so lange sie nicht mit Außeneinflüssen in Berührung kommt, diesen ausgesetzt wird, funktioniert sie einwandfrei;
die Epiphanie, die ich hatte.
so wie der exotische Garten von Thomas Bernhard durch den er wandert
(Und ich muss es ja wissen.)

Tuesday, 24 September 2013

Federn

Mir hätten einfach die Strategien gefehlt.
Nicht so wie mir die Strategien fehlen, wenn ich jemanden mag. Klar, da gehen mir auch bald die Handlungsmöglichkeiten aus. Ich fliehe dann entweder, oder tue so, als ob mir alles egal wäre. Lustiger Weise ist das Muster, wenn ich jemanden nicht leiden kann ganz ähnlich. Das macht aber nichts. 
Jedenfalls war es für mich nicht vorstellbar und aus dem Grund eigentlich nicht in Worte zu fassen. 
Ich habe mir das schon überlegt; wie ich reagieren würde, viele unterschiedliche Versionen und keine hatte gepasst, keine hätte ich glauben wollen. Davor hatte ich zur Sicherheit Informationen in der Welt verstreut wie Puderzucker auf Berggipfel, wo die Postflugzeuge in der Zwischenkriegszeit ihre Ladung verloren haben. Wohl gemerkt, rede ich schon nicht mehr vom Schnee, der in den Atlantik fällt. 
Als mir letzten Endes bestätigt wurde, dass ich nicht nur in vielen anderen Dingen ziemlich negativ bin, war ich total at a loss for words und stand wenige Meter vor der mentalen meilenhohen Klippe, die mir gerade noch vom Herzen gefallen war. Also eine Art Autopilot-Bindestrich-Reaktion trat an Stelle von Überlegungen; 
Stattdessen, das heißt ersatzweise von dem, was ich mir dachte - das war heißrote Lava mit einem Pausenton, einem monotonen Störsignal, nicht Wut - sagte ich: Ich finde, dass du das total gut und angenehm machst. 
Kurz bevor ich ging, war das. 
Ich hatte meine Kühle in den letzten Schritten schon verloren und konnte die Gleichgültigkeit, die Gelassenheit vollends 
nicht 
mimen. 
Meine Stimme war ein bisschen zittrig, ich war ein wenig außer Kontrolle. Ich war mir gar nicht geheuer.
Wenn mir das nämlich auch noch auf den Kopf gefallen wäre, mir wäre tatsächlich die Welt herunter gekracht gekommen. 
Seelenlaut wäre das gewesen, gewissermaßen. 










(Es ist Zeit die Bruchstücke aufzusammeln.)

Friday, 20 September 2013

Who needs love

Ich habe jetzt zwei Weisheitszähne weniger, das optimiert total meinen BMI, wenn schon nicht mein Selbstbild. 
Lieber hätte ich, es hätte sich das Bundesministerium für Inneres optimiert. 
Der war billig, aber ich bin auf Schmerzmitteln. Und Eiswürfeln. So parteipolitisch würde ich sonst doch nicht. 

Zuerst musst du deine Oberkleidung ablegen und austauschen gegen mintgrün und krankenpfleger_innengrün. This is so not Chanel. 
Nein, zuallererst die zweifarbig grüne Karte mit dem Gold Inlay am Empfang vorlegen, die ewig langen Gänge an ewig vielen, nervös und sich langweilend zur gleichen Zeit, Wartenden vorbeigehen. 
Noch ein weiteres Mal zum Röntgen auf dem Absatz gekehrt werden "Die Strahlung ist genauso viel wie auf einem Flug nach New York!" (Zahl mir den Flug nach New York und ich teste das, Bitch.) 
Dann wirst du in diesen klinisch sterilen weißen Saal geführt und gesetzt auf einen Stuhl, der in alle Höhen, Höllen, Tiefen und Schräglagen verstellbar ist. 
Die erste Spritze ist tatsächlich die schlimmste, sie hat Nervenenden gereizt und beleidigt von denen ich nie vermutet hätte, dass es die dort gibt. Nadeln können tief gehen. 
Die nächsten beiden, oder drei, ich weiß es nicht mehr, die habe ich schon nur noch mit tauber Zunge gespürt, als ob Zement daran kleben würde. Ich denke dann manchmal in solchen Bildern. Es hat mich auch an eine Nachtzugfahrt erinnert an die ich ungern zurückdenke. 
Es kommt eine desinfizierende Creme in dein Gesicht, die abscheulich riecht. Keimfreie Lappen über die Augen gelegt, eine Art von Gloss, kalt, auf die Lippen mit Schwamm oder Watte, das ließ sich dann sogar kaum unterscheiden, eine schwere Decke über den restlichen Körper und Kabel und Dinge und alles, was du schon nicht mehr sehen kannst. Es ist ja dunkel, du weißt nur, dass von oben eine unglaublich helle Lampe in deine Innenräume scheint. Alle tragen weiße Kleidungen und strahlen. 
I believe that the pain would have been unbearable
Ich habe das Sägen, das Pfeifen, das Kreischen gehört
wie eine Kreissäge, die das Zahnbett zersägt
Da fiel auch augenblicklich die Entscheidung nie im medizinischen Bereich tätig zu werden, nie, nie, nie.
Die Zahnfeen haben mir wenigstens verboten Sport zu machen. 

Jemandem zu sagen, er wäre tapfer, das ist ohnehin das Letzte. Das hat mich schon als Dreijähriges nicht aufgeheitert. 
Am Schluss wirst du dann kurz und knapp wieder ausgespuckt, bekommst noch einen Zettel, der sagt, was du zu dir nehmen sollst und was nicht. Meine linke Mundhälfte war indes damit beschäftigt nicht zu sabbern und keinen Tee zu verlieren. 
Ausgerechnet an dem Tag hatte das Internet sich entschieden nicht mehr zu funktionieren. 
And I was like "Shouldnt it just like be there?"

Brei und Suppe!

No Fear

Ich trete dann wieder auf der Stelle, ob ich das überhaupt will an erster St., immer dieses Schreiben und stehe dann wieder auf der Kante der Münze.
Ich habe meine Worte, das kann schon sein; hinter denen ich mich verstecke und hinter denen ich mich hervor tue, 
die ich biege und breche; 
bei weitem lieber biege. 
Gelegentlich frage ich mich, ob beliebige, lesende Person, die meinem Texten ausgesetzt wird, irgendeinen Inhalt oder ausschließlich Form aufnehmen kann, annehmen möchte, oder die Buchstaben lieber gleich vor fremden Türen aussetzt, zu Findelkindern macht; An Raststätten an Leinen an Geländer festmacht, bindet. 
Die Meinungen, die Bedeutungen legen sich indes in ihre Flussbetten und ruhen dort, wo sich die Boote festmachen lassen im Schatten unter dem Steg. 
Und, wenn ich Menschen treffe, würde ich am liebsten für beide Seiten, Kopf und Zahl, das zu einer meist angenehmen Erfahrung machen. Thank you, Google Translate, you inspire me. 

Starting tomorrow, however, I will fade into a painkiller induced high of purest bliss. 

Liebes Wien, ich weiß mittlerweile, dass ich alles von dir haben könnte. Ein bisschen wienerln muss ich nur und schon hat es dich um meinen Finger gewickelt wie das Auto um den Laternenpfahl. Wer braucht Rezepte in Apotheken? Ein bisschen seriös wirken, den Kragen zurechtrücken und Augenkontakt halten, nicht zu vergessen "I" statt "Ich" zu sagen, solange, bis es ernst wird, dann strenges Höchstdeutsch. Yes.

(not a poster girl)

So viele tolle Strategien habe ich, dass ich auf die wichtigsten Dinge vergesse; 
und alsbald vergangen sein wie Schnee, der in den Atlantik fällt.

Am 1. Tag, an dem sich mein Leben entscheiden würde, lag ich jedenfalls in Embryo-Stellung auf dem Sofa unter einem mehrfarbig, marmoriert anmutenden Deckenüberzug in der Sonne und habe danach gesucht mich zu fühlen.
In der Annahme, die Behauptung machend, dass ich das einmal konnte.
Wo ich anfange und, wo ich aufhöre, was schief liegt und was gerade noch funktioniert, im Körper und im Geist; was für Kategorien(,) zur Hölle.
Einatmen, ausatmen. 
Später wartete ich vergeblich auf Ergebnisse zu anderen Fragen, die im Stockwerk unter mir gelöst werden sollten. 

Ich hatte mein Telefon über Nacht die letzten 12h nicht beachtet, es war folglich auf silencioso; wurde ziemlich bald mit den Konsequenzen konfrontiert. Am Abend davor freute ich mich noch, dass Treffen auch auf Grund von Kreisen und Wellen
im Wasser
möglich sind; Steine werfen.












Dazwischen und davor bin ich in politische Agitation in 1070 geraten. Der autofahrenden Lobby fahren zu viele Autos in meiner Straße, was sie selbst davon abhält die letzten Hochburgen des Individualismus und die höchstmögliche Vermeidung zwischenmenschlicher Beziehung herumzufahren, deshalb gehen sie auf ebendiese [Straße] und halten Transparente, die Dinge wie "KUH" sagen in die Höhe, den Fahrzeugen entgegen; wann immer die Ampel auf rot schaltet, versteht sich. Alles im gesetzlichen Rahmen!

Was früher das Lehrmittelzentrum war, was total schön wie auch romantisiert Ostdeutsch geklungen hat, gab mir Karton und einen Diskont, der mir vielleicht gar nicht zustand. Und ein Kuvert, das ich asap nach Ostdeutschland schicke. Es geht um Geographie; offensichtlich.

In combination with those obsessive compulsive, highly addictive, passive agressive streaks of and in my character I am going spend some marvelous time in wonderland, no doubt about that. 

Wasted Youth No Future

Es hat sich mein Rhythmus in die Richtung gedreht, dass es früh ist, wenn ich um halb 4 nach Hause komme. -- Ich war auf einer Party in einem Raum, der so schick ausgesehen hat, dass sogar der Gin Tonic umsonst war; den habe ich abgelehnt; 
Der Verzicht. 
Ich habe ihn jetzt zurück gedreht so wie die Zeit. Ich will ein bisschen bereuen, dass ich daran noch nicht früher gedacht habe --
Es warten dann beim homecoming die Wimpel auf mich und der Lampion, die Lichterkette, meine Wohnung feiert auch ohne mich Feste. Es sind Veranstaltungen, das ist nur eine andere Anordnung der Silben von Verunstalten. Die, wo ich dabei bin, sind allerdings eher dazu geneigt zu eskalieren. Ich performe dann den #wastedyouth #nofuture #partyhost und im schlimmsten Falle speie ich Fontänen aus Sekt, die sich mit dem Glitzer am Boden am Ende gemischt im Handtuch wieder finden. 
An den Kopf greife ich mir erst am nächsten Tag. 

Don't despair, you're there
From beginning to middle to end
Don't despair, you're there
Through my wasted days
You're there through my wasted nights

Oh despair, you've always been there
You were there through my wasted years
Through all my lonely fears, no tears
Run through my fingers, tears
They're stinging my eyes, no tears
If it's all in my head there's nothing to fear
Nothing to fear inside


Tuesday, 17 September 2013

Vielleicht gibt es kein Privates -

- Vielleicht ist es aber auch total fragwürdig(,) Persönliches,
Autobiographisches anderen Menschen ins Gesicht zu halten. Vielleicht wollten die das nie auch nur in der Nähe von ihrem Gesicht haben,
vor Augen geführt bekommen. Leben und lieben und arbeiten nicht zu trennen ist eines,

(Zwischen)
Verschweigen und Preisgeben

etwas anderes
Und nicht zuletzt auch noch auf dieser äußerst fragwürdigen Plattform.
Beistriche als Stilmittel.
Ich beruhige mich damit die Dinge in Worte zu fassen, ihnen eine Form zu geben, wird mir ums Herz ganz eng dieser Tage, wiederholt, als würde jemand die Finger einer Hand darum legen und anfangen zu drücken.
Ich habe heimlich und unheimlich viel Angst vor vielen Dingen, vor wenigen so richtig und vor einem am allermeisten, das lässt sich so herunter brechen.
Zu den wenigen gehören Gefühle,
von dem einen weiß ich noch nicht, wie ich darüber schreiben soll;
es ist mir zu groß und gewaltig, um es anzugreifen, aufzugreifen.
Die de-eskalierende Strategie geht folglich nicht auf.
In der nächsten Woche entscheidet sich mein ganzes Leben, die Schalen und die Waagen kann ich nicht mehr tippen, es ist längst alles gelaufen, nur das Wissen darüber fehlt mir.

Ein sich machen

Es ist eine Eigenart, in allen Sinnen, also eine geeignete und sich zu eigen gemachte, eine wenig gängige, obwohl ein wenig gewöhnliche Angewohnheit; aus Gründen; in Rätseln sprechen.
Sich wiederholende Muster, im Gewebe.
Hin und wieder
in etwa 1x im Jahr
fahre ich zum Zentralfriedhof (* mit'n 71er foan)
Es fällt mir dort relativ leicht Gefühle in mir zu erzeugen, zu erforschen, auf Grund zu gehen
oder sie zu zu lassen
nicht gleich zu zu machen.
Es ist das kein Ort, um sich aufzuhalten (außer für die, die tot sind)
Ich halte mich dort nicht gerne auf, aber gerne ab
davon
ins restliche Leben zurück zu gehen
Ich grundle am Boden meines Herzens
und fühle mich irgendwie geerdet
Wenn ich weit genug gegangen bin
und Wasser in meinen Auge hatte,
tritt eine Art Gleichgewicht ein, ein Lösen von Bedürfnissen
in dem Moment beginnt es zu regnen, dieses Mal
I don't think that I can hold it 
Das Körperliche ist nie zu unterschätzen in seiner ausschlagenden Kraft

Es ist das alleine sein, nicht einsam.
Ein sich zu machen, zuschütten, zudecken,
Abhängigkeiten, Beziehungen und Verhältnisse.
Vor allem in den Teilen, wo niemand ist und sich keiner darum kümmert.
Alles hat Gras über seine Sachen wachsen lassen, Efeu und Lampionblumen.
Sich erinnern, wer jemand war, ein Ende des sich ständig Wandelnden;
sich selbst eine Geschichte erzählen von sich
und riskieren, sich weniger erzählen lassen,
nur von den Guten

Was es an diesen Orten ist,
das mich (mich) wohl fühlen lässt.
Doch irgendwo das Ungestörte
am Leuchtturm
am Strand
auf der Höhe
sich nicht begründen
ergründen
zu müssen
Der Zustand ist höchst instabil, keine Frage

Es saßen dann
Mädchen neben mir, aus der Volksschule und haben beschlossen, das Buch, das ich lese, wäre engländisch.
Am liebsten würde ich mich wieder nur auf all die kleinen, unbedeutenden Dinge konzentrieren und denen Ladungen von Bedeutung zuzumessen für unverfänglich halten. 

Friday, 6 September 2013

An Fahrt gewinnen

New York vermisse ich zum Beispiel gar nicht.
Wie sollte ich auch und wer würde mir das erlauben, ich war dort nur für knapp 2 Wochen und jung, da kann ich doch mein Herz an nichts gehängt haben. 
Diese kleine Zeitspanne befindet sich in einer Zeitspange meiner zerfransten Lebenssträhnen, ich wiederum befand mich damals in einer exklusiven Zweierbeziehung und schlief beim Telefonieren mit dieser ein, weil ich unheimlich viele Stunden in Flugzeugen und Wartezonen verbracht hatte; oder zumindest erzähle ich das so. Ich behaupte ja nicht die Wahrheit zu sagen, wobei ich ungern lüge. 
Ich wohnte für ein paar Tage in so einem Loft mit riesigen Fenstern an der einen Seite und kaum Zwischenwänden, ganz vielen vermutlich teureren Bildern an den Wänden, die ich schon auch mochte.
Man fuhr mit dem Lift direkt ins Vorzimmer im 15. Stockwerk, vorne hinaus hat man auf die Park Avenue geschaut, ziemlich tief unten, wo es in der Mitte Bäume gibt und überall tropfende Klimaanlagen, gelbe Taxis und vielspurige Straßen. 
Es war der Boden aus Holz, Dielen oder so, und eine große palmenartige Pflanze stand an einer Stelle; um einen Wohnraum handelte es sich, der für eine Zeit mit dem Land vertauscht wurde von den Bewohnenden. 
Ich konnte mir weder heute noch damals vorstellen, was 1 Million $ bedeutet und, was der Unterschied ist zu 10 Millionen $ und was der Boom und die Immobilien und die Blase und das Platzen gemacht haben damit; das Platzen war zu dieser fortgelaufenen Zeit noch nicht eingetreten; Dornen im Fuß. 
An einer Wandseite stand eine Stereoanlage, so halb im Raum eigentlich. 
Nachdem ich die selbstgetitelte The Dresden Dolls CD gekauft hatte, zu dieser Zeit, es war 2005 und die materielle Plattenindustrie gerade am Ein und Zusammenbrechen, legte ich sie das erste Mal in das Lesegerät ein. Ich war ein Jahr zu spät, um das Pochen der Zeit zu spüren und als hyper current zu gelten. Mir war das eigentlich egal, mochte ich die Musik. 
Es begann dann mir Good Day, das Toy Piano Intro zu spielen, vorzulesen, und ich begann augenblicklich zu schmelzen; saß am Boden an der Ecke zwischen massiver Wand und Fensterglas und hab den Autos in der Tiefe und den Klimaanlage in der Höhe beim ewigen Kreisen zu gesehen. 
Ich war diesen Nachmittag alleine, weil ich mir ein paar Wochen davor das Bein gebrochen hatte, irgendwelche Bänder im Knie waren gerissen und Knochen gesplittert, die Narben haben noch heute bunte Farben; mein Kopf hatte relativ wenig gelitten, obwohl dieser eigentlich frontal gegen die Windschutzscheibe geflogen war in einer Verpackung aus Helm. Erinnern kann ich mich daran nicht. Still und stumm ging ich deshalb weniger weite Wege und schickte nur die anderen auf die Straße. 
Extrem laut und unglaublich nahe kam mir alles vor; es war ein Moment, der schon vieles ausgelöst hat, vieles seine Anfänge genommen hat.

Fußnote: 
http://youtu.be/_UIeooHNvPo
http://youtu.be/Cvrjn_pF9tY

Wednesday, 4 September 2013

Von meiner Tendenz die Dinge zu verkomplizieren

Ein Federbett 

Dieser Tage schlafe ich gerne mit offenem Fenster, es hat dann eine ähnliche Lautstärke, die von der Straße in den Raum dringt, wie die in der Straße des Kaninchen Enkel, wo ich einmal gewohnt habe. Hier gibt es keine Sexarbeiter_innen, die Aufmerksamkeit auf sich rufen und ziehen wollen, die meiste Zeit ist es ruhig, immerhin ist es Wien und es gibt weder Leben auf der Straße noch Leben hinter den verschlossenen Türen. 
Nur heute wurde ich von der Baustelle geweckt von der ich noch nicht wusste, dass es sie gibt; ich kann sie auch nicht sehen von meinem Fensterbalkon, nur hören. 
Manchmal ist das in Ordnung keine Menschen auf der Straße zu treffen, immerhin braucht es dann keine Auseinandersetzung mit ihnen. 

Es ist immer einfach auf die Frage zu antworten, ob ich Portugal vermisse. Ich sage dann: Ja, aber es gibt dort e keine Zukunft. Nicht einmal, wenn ich bleiben wollte. Jedenfalls muss ich bald wieder hin, um Material zu kaufen, also tatsächlich Kaffee
und Papier. Mir fällt langsam auf, was mir abgeht. Hier. Und, was mir ausgeht. 
Es war eine lange Zeit, die dort ---

Ich habe wieder angefangen nachzudenken, das heißt auch zu zweifeln und das heißt auch, dass meine Hypochondrie sich zurückmeldet (diesen Teil möchte ich aber anderswo abhandeln, am besten in meinem Kopf, immerhin geht es meist um den Verdacht auf Krankheiten, die innerhalb weniger Wochen oder Monate unabänderlich zum Tod führen).
Obwohl ich immer noch Glitzer unter meinen Fingernägeln hervor hole, er ist sehr hartnäckig. Manches lässt sich nicht einfach wegwaschen.  
Und, wenn ich einmal anfange zu fragen, hinter und nach, zu, möchte ich immer alles in Worte fassen, weil das ist einer der wenigen Wege, die ich gelernt habe; Dinge zu umgehen und mit Dingen umzugehen.
Die Grätenwanderung zwischen der Bedeutung nicht auf etwas Exklusives abzuzielen, aber schon auch Vertrauen wollen und Nähe zueinander irgendwie. Und die Fischknochen, die sich daraus ziehen lassen. 
Nicht immer ist alles voller Liebe.

I can say lots with a little words or few like

Wie schon Maria Callas gesagt hat: Das Schlimmste, was ich gemacht habe, in meinem Leben, ist gewesen, meine Stimme zu intellektualisieren.

Und fürs Ende, 
hier ist ein Teil von einem Gedicht:

how much of myself I give 
and how little there is

¢¢¢

Monday, 2 September 2013

Losing Things

and regrets 

I have been drunk an skipping dinner, eating skin from off my fingers. (AFP)
It's about time I quit.
Ich habe mir Wien ganz anders vorgestellt.
Jetzt bin ich plötzlich wieder hier und das Leben, das ich mal hatte, das ist auch da. Ich meine, es hat schon seine Socken gewechselt, aber von Schafspelzen kann keine Rede sein. Es sind viele Menschen, noch ein paar mehr, die ich nüchtern noch nie gesehen habe, und einige wenige kleine Orte.
Einen Tag sind wir wieder auf der Höhe gewesen, bei den gefällten, silbernen Bäumen.
Die Decke mit meinen Farben war auch mit, das denial Xylophon, die Mundharmonika und die Ukulele. Ich hatte mir gedacht pick your poison und the two of us we don't have a future. Aus dem zweiten ist dann ein Lied geworden, es ist so ziemlich No Future und der Text ist schon verloren, die Akkorde waren G, C und D, weil Lana del Rey die auch verwendet. Manchmal habe ich es gekreuzt mit Miley Cyrus 'Can't Stop', das hat ihm das gewisse etwas gegeben und es mehr current, contemporary gemacht. Es war zu dem Zeitpunkt schon dunkel gewesen und ich verschwendete kaum Gedanken an die Dinge, mehr ans Singen.
Danach sind wir in den anderen Unterschlupf gefahren, er ist so richtig im Keller. Zuerst musst du eine schalldichte Tür öffnen, dann bist du im bedeutungsleeren Raum, du stehst vor einer weiteren schalldichten Tür, die bringt dich in einen Ort, wo es eigenartig riecht, weil dort niemand raucht. Und später bist du, vorbei an der Bühne bei der schwingenden Doppeltür in einem Raum mit grauschwarzem Boden, der schon bei weitem mehr Bier getrunken hat als ich. An den Wänden ist Holz, darüber Papier mit bunten Buchstaben. Hermelín hatten sie keinen und der Betreiber ist mit einer Besucherin umgesprungen, auf eine Art und Weise, die ich nicht verstehen konnte; deshalb hat es das Kreuz bekommen, wie ich auf Spanisch zu sagen pflege, und wird für die Zeit des Seins, wie ich auf Englisch mit Gerund sage, gemieden werden.
Am Tag danach habe ich erst gemerkt, dass alles weg ist.
Natürlich habe ich aber viele Stunden gebraucht, um mich aufzuwecken und mich dazu zu bringen in die Station 48 mich zu schleppen und weniger an reflexive Verben zu denken. Angekommen habe ich gesehen, dass alles weg war, bis auf einen braunen Filzstift und einer Gruppe von Menschen unterschiedlichen Alters, die österreichischen Dialekt gesprochen haben. Mir wäre auch nicht zu helfen gewesen, hätten die das gewollt.
Die grünen Perlen hätten eine Tarnfarbe gehabt und die Brille, die schwarze, war aus dem Geschäft, wo es die besten Brillen gibt, auf der ganzen Welt in einer Stadt, wo ich nur ein paar Tage verbracht habe. Sie haben für mich eine Zeit bedeutet und eine Persönlichkeitsstruktur unterstützende, Konstanten bringende, Identitätskonstruktionsgeschichte. Und nicht nur für mich alleine.
Klar hat das ein Gefühl über mich gebracht, dass ich nicht lebensfähig bin, nicht auf mich oder meine Besitze aufpassen kann, am besten niemandem gegenüber irgendeine Form von Verantwortung übernehmen sollte und die Welt hinunter krachen kommt.
Alles war verloren.