Mir hätten einfach die Strategien gefehlt.
Nicht so wie mir die Strategien fehlen, wenn ich jemanden mag. Klar, da gehen mir auch bald die Handlungsmöglichkeiten aus. Ich fliehe dann entweder, oder tue so, als ob mir alles egal wäre. Lustiger Weise ist das Muster, wenn ich jemanden nicht leiden kann ganz ähnlich. Das macht aber nichts.
Jedenfalls war es für mich nicht vorstellbar und aus dem Grund eigentlich nicht in Worte zu fassen.
Ich habe mir das schon überlegt; wie ich reagieren würde, viele unterschiedliche Versionen und keine hatte gepasst, keine hätte ich glauben wollen. Davor hatte ich zur Sicherheit Informationen in der Welt verstreut wie Puderzucker auf Berggipfel, wo die Postflugzeuge in der Zwischenkriegszeit ihre Ladung verloren haben. Wohl gemerkt, rede ich schon nicht mehr vom Schnee, der in den Atlantik fällt.
Als mir letzten Endes bestätigt wurde, dass ich nicht nur in vielen anderen Dingen ziemlich negativ bin, war ich total at a loss for words und stand wenige Meter vor der mentalen meilenhohen Klippe, die mir gerade noch vom Herzen gefallen war. Also eine Art Autopilot-Bindestrich-Reaktion trat an Stelle von Überlegungen;
Stattdessen, das heißt ersatzweise von dem, was ich mir dachte - das war heißrote Lava mit einem Pausenton, einem monotonen Störsignal, nicht Wut - sagte ich: Ich finde, dass du das total gut und angenehm machst.
Kurz bevor ich ging, war das.
Ich hatte meine Kühle in den letzten Schritten schon verloren und konnte die Gleichgültigkeit, die Gelassenheit vollends
nicht
mimen.
Meine Stimme war ein bisschen zittrig, ich war ein wenig außer Kontrolle. Ich war mir gar nicht geheuer.
Wenn mir das nämlich auch noch auf den Kopf gefallen wäre, mir wäre tatsächlich die Welt herunter gekracht gekommen.
Seelenlaut wäre das gewesen, gewissermaßen.
(Es ist Zeit die Bruchstücke aufzusammeln.)
