Wednesday, 4 September 2013

Von meiner Tendenz die Dinge zu verkomplizieren

Ein Federbett 

Dieser Tage schlafe ich gerne mit offenem Fenster, es hat dann eine ähnliche Lautstärke, die von der Straße in den Raum dringt, wie die in der Straße des Kaninchen Enkel, wo ich einmal gewohnt habe. Hier gibt es keine Sexarbeiter_innen, die Aufmerksamkeit auf sich rufen und ziehen wollen, die meiste Zeit ist es ruhig, immerhin ist es Wien und es gibt weder Leben auf der Straße noch Leben hinter den verschlossenen Türen. 
Nur heute wurde ich von der Baustelle geweckt von der ich noch nicht wusste, dass es sie gibt; ich kann sie auch nicht sehen von meinem Fensterbalkon, nur hören. 
Manchmal ist das in Ordnung keine Menschen auf der Straße zu treffen, immerhin braucht es dann keine Auseinandersetzung mit ihnen. 

Es ist immer einfach auf die Frage zu antworten, ob ich Portugal vermisse. Ich sage dann: Ja, aber es gibt dort e keine Zukunft. Nicht einmal, wenn ich bleiben wollte. Jedenfalls muss ich bald wieder hin, um Material zu kaufen, also tatsächlich Kaffee
und Papier. Mir fällt langsam auf, was mir abgeht. Hier. Und, was mir ausgeht. 
Es war eine lange Zeit, die dort ---

Ich habe wieder angefangen nachzudenken, das heißt auch zu zweifeln und das heißt auch, dass meine Hypochondrie sich zurückmeldet (diesen Teil möchte ich aber anderswo abhandeln, am besten in meinem Kopf, immerhin geht es meist um den Verdacht auf Krankheiten, die innerhalb weniger Wochen oder Monate unabänderlich zum Tod führen).
Obwohl ich immer noch Glitzer unter meinen Fingernägeln hervor hole, er ist sehr hartnäckig. Manches lässt sich nicht einfach wegwaschen.  
Und, wenn ich einmal anfange zu fragen, hinter und nach, zu, möchte ich immer alles in Worte fassen, weil das ist einer der wenigen Wege, die ich gelernt habe; Dinge zu umgehen und mit Dingen umzugehen.
Die Grätenwanderung zwischen der Bedeutung nicht auf etwas Exklusives abzuzielen, aber schon auch Vertrauen wollen und Nähe zueinander irgendwie. Und die Fischknochen, die sich daraus ziehen lassen. 
Nicht immer ist alles voller Liebe.

I can say lots with a little words or few like

Wie schon Maria Callas gesagt hat: Das Schlimmste, was ich gemacht habe, in meinem Leben, ist gewesen, meine Stimme zu intellektualisieren.

Und fürs Ende, 
hier ist ein Teil von einem Gedicht:

how much of myself I give 
and how little there is

¢¢¢