Als wir aus dem Auto steigen, riecht es nach Lakritze. Ein Biss in den dünnen, fasrigen Stengel ist so intensiv, der Geschmack macht mich sicher. Der Fenchel ist 3 Meter hoch und keine Dille.
Die Duschtasse und das Fensterbrett sind aus Marmor, die Duschtasse rosé, das Fensterbrett grau.
Autofahren zwischen den Hecken aus Hortensien, deren Blüten, die bläulich gefärbt, als wäre ihr Trinkwasser mit Tinte gestreckt, aus den ohne Bindemittel ineinander gesteckten Steinmauern herauskommen, fühlt sich wie immer an wie ein Computerspiel, die Windschutzscheibe der Bildschirm und die Streifen am Rand der Fahrbahn ein graphisches Element über das es gilt sich nicht zu weit hinauszubewegen. In den ersten Stunden ist das Adrenalin in meinen Adern so hoch, dass es die Spiegel füllt wie Tränen in meinen Augen, die von keiner Geschwindigkeitsstufe des Scheibenwischers so schnell nicht weggewischt werden könnten, würde ich weinen über jede Fliege, die an die Scheinwerfer gequetscht, klebt.
Ich lege mich in die Kurven, die steilen Hänge sind bewachsen, überwuchert von riesigen, gelb blühenden Pflanzen, Lupinen, Wolfsbohnen, von deren in alle Richtungen weisenden Blättern die Tropfen kullern, vom Regen, vom Nebel, es ist wie im Inneren einer Wolke. Bald werden sie Früchte tragen, die mit einer geschickten Bewegung ihre Haut ablegen.
Kühe stehen auf der Straße, die Löcher hat.
Wir wohnen in einem Ort, der wahrscheinlich treffend Fischschwanz heißt, entweder war es die Küstenlinie oder der Wirtschaftszweig, der bis heute noch nicht alle Blätter verloren hat, aber angeblich ewige Zeiten schon an etlichen Punkten sozial brennt. Er hat etwas Filmisches, wenn das Starten des Motors weit hörbar ist, viele viele Hunde bellen und das weit weiter echot als
Die Straßenlaternen sind orange, sie leuchten schiefe Kreise, die Kegel haben zwischen sich längere Distanzen aus dunkel.
Einen Sonnenuntergang lang fahren wir in die relativ neu betonierte Erweiterung des Hafens, das Wasser ist besonders azur und scheint so weit wie noch nie. Ich kenne das, wenn sich mein Körper fremd fühlt, in diesem sozialen Geflecht bin ich kein Knoten. Die Straße ist genauso privater Raum, gemeinschaftlich genutzter. Erst später lerne ich über Bewegtbilder aus dem Internet und aus Erzählungen von Menschen, die besser informiert waren als ich, was dieses Gefühl an vielleicht mess oder zählbaren Begründungen und Vertiefungen hatte.
Eines anderen Abends sitzen wir an der Mauer neben dem Gehsteig auf dessen ganzer Länge Algen getrocknet werden und trinken kleine Biere, über die Steilküste aufs Meer hinausschauend, das nachts gar nicht zu sehen ist, leise rauscht im Hintergrund. Die Teller, die in der Küche des einzigen Restaurants aufeinander gestapelt werden, hallen bis hierher hinüber. Es ist ruhig, es nebelt, den Friedhof haben wir samt Mauer im Rücken.