Tuesday, 21 February 2012

Tortured Artist

'Cause I don't care too much about money,
money can't buy me love


Und dann gibt es noch den Alltag.
Und die Bürokratie.
Und all das, was ich als lästig empfinde.

Das wurde nur erfunden, um, um um

alles unter Kontrolle zu halten.
Das hat mich jedenfalls festgehalten in Wien.

Die Auswahl spitzt sich zu wie ein, ein Lexikon in einem Aktenvernichter sich zuspitzt.
Die Buchdeckel wurden vorher abgerissen und ein Stift aus Blei hat den Titel unlesbar gemacht. Das Werkzeug ist der Täter.
Es fallen aus im Rennen:
Oslo aus einem Grund: zu kalt in den Monaten September, Oktober, November, Dezember, Jänner, Februar, März und April.
Krakau disqualifiziert sich, weil es nicht Prag ist, geographisch trotzdem in der Nähe gelegen; und die Straßenbahnen sehen aus wie in Wien.
Das nächste Kriterium: Bierpreise und Sprachwissenschaften.

mfg

I know I’m leaving but I don’t know where to

The tortured artist is a stock character and real-life stereotype who is in constant torment due to frustrations with art and other people. 

Tuesday, 14 February 2012

In Schale Werfen

Da und weil ich in meiner künstlerischen Praxis schon auch und hin und wieder mal Text verwende, der in den allermeisten Fällen in deutscher Schriftsprache gehalten ist, verfällt die Translation in ganz furchtbare Zustände, Hysterie.
Verwendung kann sie daher nicht finden, wie gerne sie auch würde und daher in allen ihren Taschen wühlt wie nach einem verlorenen Schatz.
Vor diesen beiden Sätzen hatte ich befürchtet, dass ich es ohnehin verlernt hätte, das Schreiben, verlegt wie eine Fliese und darunter
lässt sich dann nicht mehr blicken.
Für die Anmaßenden muss ich mich in Schale werfen, in eine schillernde wie von einem Käfer, die Rückenplatten, die dann durchstochen werden mit einer Nadel, damit ich dingfest gemacht werden kann auf einer hieb und stichfesten Oberfläche; diese wird dann in Glas gegossen, oder Harz und Bernstein - in Luftpolsterfolie verpackt.

Wie klingt denn das:
A: What are you working on at the moment?
B: The End, draft # 3

mfg

You bring the smokes,
I'll bring the beer.

Monday, 13 February 2012

Ein Missgeschick

SELF PORTRAIT : AGE : 22

Es ist also passiert, dass ich in Wien bin.
Daher werde ich den heutigen Abend sicher irgendwo umbringen.
Die Nacht wird kuratiert, das Thema lautet:

Sich in eine Höhle zurückziehen und den Kopf in den Sand stecken.

mfg

Vom Ende

Saturday, 11 February 2012

Run Me Out

Port of Call
Thomas Tragisch Trabič
State of


Erneut eine schriftliche Niederlage.

Von formatierten Speicherkarten und in Japan kaputt gegangenen iphones

Falls das Internet verboten werden sollte, hatten all die alten Männer und Philosophen Recht:
Der fortschreitende Niedergang der Kultur bricht sich selbst ein Bein. Dann geht es schneller.

Ich hasse es, dieses Portfolio. Es macht mir Mühe, mich müde.
Rückwirkend durchlebe ich die Mappenkrise.
Das letzte, eines der beiden bisherigen, die ich in meinem Leben erstellt, zusammengebastelt habe, das entstand ohne irgendwelcher Erwartungen; das hat auf Gleichgültigkeit basiert.
Nicht ganz; eigentlich war mir das schon wichtig. Das allererste noch wichtiger; heute würde ich jenes eher aufessen als es zu zeigen. Und hätte vielleicht sogar ähnlich darauf reagiert. Wie das Leben so spielt existiert es ohnehin nicht mehr. So wie fast alle meiner Arbeiten. Es wäre ja nicht so, als ob ich sie dokumentiert hätte. Doch, manches schon, nur dann habe ich die Speicherkarte formatiert, oder das einzige Bild ist nach Japan zurückgefahren und ist dort kaputt gegangen.
Auf die eine oder andere Art geht es mir wahrscheinlich darum: Ich will mich niemandem beweisen müssen oder irgendeine Leistung erbringen, nur der erbrachten Leistung wegen.
Und aus diesem Grund greife ich zu einer nahe liegenden Lösung:
Ich mach das Problem zur Lösung, indem ich den Prozess zum Ding mache.
Scheißgeniebegriff, elendiglicher.
Und am Ende werde ich mich selbst überlisten, indem ich mich irgendwie aufstachle und für mich das Erfüllen einer Aufgabe als Rebellieren gegen eine Regel darstelle, oder so.
Hier in diesem kleinen Sammelbecken bin ich für mich gescheitert, habe ich nicht den Grad gewandert, der zwischen Widersprechen und Erfüllen liegt.

Denn hier schiebt sich eine mediokre Idee ein.
Eine Überlegung ist folgende:
Das neue Werk hieße:
THE EXPERTS WILL BE PRESENT.
Es sähe aus wie ein fucking Manifesto.
Darin enthaltene fusselige Satzfetzenklötze wären:

The Judges Are Of Course Articulate By Nature
Jeder, der sich für einen kreativen Studiengang bewerben möchte, muss seine besondere künstlerische Eignung nachweisen 9. “I’m not responsible for your experience of my work.” —
  1. Die Mappe mit den Arbeitsproben, das Ergebnis der künstlerisch-gestalterischen Aufgaben und das Ergebnis des Aufnahmegesprächs sind einzeln zu bewerten und mit der Note 1 bis 5 zu versehen. Dabei

    1. stellt die Note 1 die höchste Bewertungs- stufe dar.

      1. Disziplin und Ausdauer

    c) Rang drei: einer nicht ausreichenden künstlerischen Eignung.
  2. Die Qualität dieser Werke lässt sich gut mit ebensolchen Maßstäben messen wie die ‚Insiderkunst'.
  3. die Kriterien für Kunsthaftigkeit von Fotografie so:
  4. 2 Minuten Zeit, die künstlerische Eignung eines Bewerbers / einer Bewerberin zu beurteilen.
    1. mit monetären Maßstäben

    Ein Künstler muss als kreativer Mensch Individualität und Originalität vorweisen. “too established for this show.”
  5. Welche Farbe sollte das Papier oder der Karton haben?

    2. “I’m not just a ditzy, blonde, Christian Barbie wannabe. I’m an artist!
    200 Arbeiten zu einem Thema sind der Horror. »Hübsche Fotos« kann heutzutage fast jeder produzieren. unquestioned assumption of authorship.
  6. Formbarkeit Hier ein paar vielleicht hilfreiche Tipps, gegen Blockade und Kreativlosigkeit:
    1. The lack of all that pressure is not necessarily an advantage. So often in life we achieve so much more with stringent deadlines than when we think we have all the time in the world on our side. Hier bin ich mein eigenes Produkt.

    1. The tortured artist is a stock character and real-life stereotype who is in constant torment due to frustrations with art and other people.

  7. Fall auf, in dem du interessante Details dazu nimmst oder Erfahrungsgemäß gehen viele junge Leute sehr blauäugig an das Thema Kunst- oder Designstudium heran. kreative Mappe (Talent, indem du ein Thema mal von einer ganz anderen Seite beleuchtest. I WANT TO BE THE NEXT GREAT ARTIST!
  8. Wenn man nicht so gut zeichnen kann I’m basically making this up as I go.
  9. Zeichne nur das Skelett deiner Ratte auf Worte in Regenbogenschrift
    und einen zu selbstsicheren Eindruck machen (»ich bin schon Künstler«). Der Verein fördert Hobbykünstler
  10. Warum soll man nicht von Fotos abmalen?

    • Weiß: verdreckt sehr schnell (vor allem ungünstig wenn man sich mehrmals bewirbt)
    • Schwarz: Ist an einigen (Fach)Hochschulen nicht gern gesehen. ganz eigene Persönlichkeiten!
    • Bunt: Hauptsache nicht zu grell. It contradicts everything the art world stands for.
    • Pappengrau: Wirkt nicht zu aufgesetzt und Dreck, wie zum Beispiel Bleistiftschlieren, fällt nicht so sehr auf.
    Ein Foto ist immer nur eine Momentaufnahme.
    1. Wer keine Kritik verträgt, sollte es vielleicht in einem anderen Beruf versuchen! Man kann sich echt super selbst verwirklichen

    They sometimes smoke, experience sexual frustration and recurringheartbreak, and generally appear overwhelmed by their own emotions and inner conflicts.
  11. Mental disorders and creativity are often considered to be related, particularly in pop psychology. Rotwein trinkend in großen Mengen! Pelz, Gold und Glitzer dazwischen zeigen: Der Spaß am Luxus ist der Kreativelite längst nicht vergangen
  12. Individualismus besonders in der äußeren Erscheinung zugesprochen

    Partnersuche für Akademiker und Singles mit Niveau: ElitePartner
    1. widmet sein Leben der Kunst, doch entspricht keinem Künstlerklischee.

    einen Beruf ergreifen, bei dem ich Chef bin.

    Er ist weder abgehoben, noch eigenbrötlerisch. Seine Werke sind kraftvoll

    1. with schizophrenia and was also somewhat schizotypal and eccentric.

    Talent Voor Kunst kunt u snel en gemakkelijk zoeken naar kunstwerken om het interieur van uw huis of bedrijf te verfraaien."Be bold! Be brave! Be amazing!" the critiques are much higher quality than I would expect from the level of even art school schrulligen aber sympathischen Eigenheiten
  13. Die Farbe Schwarz löst in unserem Kulturkreis eher negative Assoziatio- nen aus. Das ist durchaus nachvollziehbar,

    1. There is no scientifically precise definition of genius, and indeed the question of whether the notion itself has any real meaning has long been a subject of debate.

    aufsteigende Künstler

  14. gehör ich zur Elite einer Kreativgesellschaft Only so much can be taught, however, since many of a genius' skills may beimplicit,
    1. "Art competition" slug fest!
  15. meaning it is difficult for them to explain in words (i.e., make explicit) how they do what they do.
    1. to define the average man as "an entire normal scheme"; that is, if one combines the normal curves of every measurable human characteristic,
  16. wie viele berühmte Leute hier schon alles studiert haben, wirst du dir bewusst, dass du du Teil einer Bewegung bist

    Mythos Mappe machen« Your work of art did not work for us.

    Der Wall Text wäre dieser:

Aufgabe des Preisgerichts ist es, unter denjenigen, die herausragende Leistungen in dem betreffenden Gebiet erbracht haben, den oder die Preiswürdigsten herauszufinden und ihn oder sie mit einem Preis zu ehren.

Das ist audience participation.

Leider werde ich das nicht durchziehen.
Damals, eben beim letzten Portfolio kam es so, dass die So und nicht anders Strategie, mit unzureichendem Informationsstand, den eingeschlagenen Weg zu Ende zu knüppeln, geklappt hat.
Das hat natürlich auch Spaß gemacht im Vorfeld und im Nachfeld und da durften natürlich überall Kleberreste zu sehen sein, das war Teil des Ganzen.
Aber diesmal, da geht es melodramatisch um alles!

And the world’s got me dizzy again
You think after 22 years I’d be used to the spin
And it only feels worse when I stay in one place
So I’m always pacing around or walking away
I keep drinking the ink from my pen
And I’m balancing history books up on my head
But it all boils down to one quotable phrase
If you love something, give it away

Zuerst gilt es also noch eine Reise zu machen und die dritte Destination auszukundschaften -
ich fahre doch nicht einfach so ins Blaue.


I’ve grown tired of holding this pose
I feel more like a stranger each time I come home
So I’m making a deal with the devils of fame
Saying “let me walk away, please”
You’ll be free child once you have died
From the shackles of language and measurable time
And then we can trade places, play musical graves
Till then walk away, walk away

So I’m up at dawn
Putting on my shoes
I just want to make a clean escape
I’m leaving but I don’t know where to
I know I’m leaving but I don’t know where to

Wednesday, 8 February 2012

Fail Forever

Wien kam auf mich zugerauscht wie eine bitterböse bitterkalte Böe, gefüllt mit Schnee
oder eine platzende Plastiktüte voller halbflüssiger Überraschungen.
Und Exkremente.
Schick wie die Unterseite einer Türmatte.
Ich für mich habe befunden:
Mein einziges Glück liegt in der Fremde.

Nicht wie die Fremde,
im Sinne von die anderen und wir.
Die Fremde, wie ich anderswo woanders.
And when it comes to that -
I don't want no retrospective
and no neocolonialism either.

Als ich dann wieder hier war, physisch, mit dem Koffer das Streusalz vom Weizen getrennt habe und die Gasse hochgerattert bin, konnte ich nicht stehen bleiben, sondern musste machen, tun, erledigen; sonst hätte ich Zeit gehabt stehen zu bleiben, die Möglichkeit gehabt. Innezuhalten sozusagen; wie aus dem Esoterik-Yoga-Handbuch-Vokabular.
Andernfalls hätte ich wohl angefangen zu weinen und hätte nicht mehr aufgehört.
Das hat doch mal jemand so gesagt.
Ich brauche niemanden, Hilfe erst recht nicht.
So klinge ich in meinen eigenen Ohren.
Unten ist ein Spiegel.

Der Schnee, das Eis, die Klarheit.
Die verschwommenen Felsen und Moose hinter den Vorhängen aus Eis.
Die da stehen und halbwegs decken.
Die vernehmbar knacken
und die Tropfen, die sich dahinter ihren Weg bahnen.
Ein See aus Wellen, der einfach stehen blieb und sich Gedanken macht, bis die Sonne kommt.
Das kleine goldgerahmte Schmuckkästchen.
In dessen Boden ist ein Spiegel.
Indes an dessen Oberseite kein Spiegel ist.
Stolpern und Schnüre,
Bänder aus Leder.

Da kann ich alles verstehen,
jede vermeintliche Schwäche ist entschuldigt,
alles verziehen,
und deswegen, mach dir da keine Gedanken.
Im Reinen war ich da.
Mit mir.

Außer Kontrolle, ohne Kontrolle, gleichzeitig in control.

Gekommen ist das so, dass wir über den Hügel, schon wieder, durchs Schneegestöber durch das Tor;
dort wo keine Straßenbahnen mehr fahren, in Bergen
wurden wir gefragt Are you the band?
Im ehemaligen Luftschutzbunker mit den Heiligen, die Maschinen gehen.

Getroffen habe ich dort auch das Skelett, das abgebildet ist auf dem Flipper neben der Backstagetür, aus den Geschichten aus der Gruft.

Mir ist der Knoten aufgegangen.
Um den Hals, den ich seit Jahren geschlungen hatte.
Statt mich befreit zu fühlen, fühle ich mich nackt und suche einen neuen.
Nackt zu sein und in Bergseen zu baden, das ist etwas komplett anderes.

mfg

Keith Jarrett, New Order, Bright Eyes, Radiohead, Talk Talk.