Tuesday, 31 July 2012

Pull My Strings

Derzeit sitze ich auf einem Bahnsteig. Das heißt, auf einer Bank. Nicht, weil ich nicht am Boden sitzen würde, weil mir das zu teenagerish, wohnungslos oder dreckig ist; nein. Der Stein ist ziemlich kühl und das grau gefällt mir nicht, vor allem, wie es unterteilt ist, in einzelne Bausteine spricht mir nicht zu. Ich fürchte mich nicht vor den Fugen, die mit Pudding gefüllt sein könnten, wenn das jemand machen würde. Fürchte nicht, auf sie zu treten.
Gegenüber steht eine S-Bahn, sie ist blau und weiß. In ihr befinden sich Menschen in neongelben Westen, die mit Reinigungszubehör glatte Oberflächen säubern, welche sie kurz zuvor mit Sprühseife bearbeitet haben.
Getrennt von ihnen bin ich durch parallel verlaufende Schienen, das Steinbett unterhalb und eine Scheibe aus durchsichtigem Fensterglas; und die Anonymität. 

Manchmal, wenn ich am Land bin und die Menschen dort anschaue, werde ich kurzweilig depressiv. 
In Kleinstädten passiert Vergleichbares.
Im Speziellen in diesem, nicht nur, von Grenzen beschränkten Staat.

Für mich habe ich bemerkt, dass ich viel öfter das Hättest du dir das vor einem Jahr so vorgestellt Spiel versuchen sollte. Vielleicht vor einem Jahr und ein Viertel.
Das erinnert mich dann an Lebenssituationen in denen ich damals gehangen habe, wie in einem gerissenen Netz, das doch ziemlich klebrig ist, daher keinen freien Fall zulässt, oftmals unbequemer Weise nicht los lässt, fest zubeißt, dehnt und streckt. Bänder und Gelenke.
Und daran, dass Linien nicht gerade verlaufen und nicht nach oben führen müssen. Vorwärts!

Dann bin ich übersiedelt in einen Zug, dessen Boden auch grau, teilweise auch dunkelgrau und aus Plastik ist. Chemische Zusammensetzungen waren für mich noch nie von Bedeutung.
Chris Lohner heißt mich willkommen, wünscht mir eine gute Reise, den unangenehmen Geruch, der mich vollends ummantelt, keinesfalls vereinnahmt, den erwähnt sie nicht.
Das Kontrollpersonal, das sowohl Reiselust als auch Bewegungsfreiheit unter Kontrolle halten soll, winkt ab und möchte das Stück bedruckte Papier, das ich erworben habe, nicht einmal sehen. Ich kenne den Grund dafür nicht und lese die in unterschiedlichen, gängigen Sprachen gehaltenen Beschilderungen, die mir auftragen, wie ich mich zu benehmen habe, falls gerade niemand da ist, die und der mir das sagen können.

Was es macht, Dinge zu wissen.

Ich war in einem österreichischen Keller, hinter der Bar. Auf dieser hatte ich beim letzten Umzug mein Klavier platziert und es bedient, seitdem des Öfteren; nicht die Gäste, da gab es bisher keine. Auf den Regalen steht Hochprozentiges aus Schneejahren.
An diesem Tag, der heute ist und auf portugiesisch anscheinend der zweite Markt heißt, bin ich nicht ganz zu mir gekommen, daher auch nicht zu den anderen, die diesen Keller mit mir geteilt haben.
Hier wurden keine Kinder eingesperrt, vermute ich zumindest, zuversichtlich. Misshandelt auch nicht. Ansonsten ist er sehr typisch. Dort befindet sich eine Reinigungsmaschine für das oberirdische Schwimmbad, die sich vor allem in der heißen Jahreszeit sehr laut verhalten kann. Diejenige Person, die das Anwesen besitzt und hütet, spielt in meiner Vorstellung in einer Death Metal Band und probt nur in den kleinen Stunden des Morgens. Wenn ich sie zu Gesicht bekomme, streicht sie meist, um ihre Verkleidung zu unterstreichen, die Oberseiten von Brötchen und spielt Chopin.
Was die Harmonien betrifft, befinde ich mich im Großen und Ganzen sehr nahe, empfinde ich mich als sehr nahe, den Menschen, die ich mir ausgesucht, die auch mich gefunden haben, für kollektive Arbeit in Text und Ton.
Das war der Grund, warum ich mich in erster Linie auf diese kleine Reise begeben habe, die ich schon viele Male bestritten habe.
Gemeinsam schreiben wir Dinge. Überlegen, beschreiben wie sie aussehen und klingen.
Und legen auf genaue Entsprechung und Ursachenforschung, Quellen oder Ursprünge wenig Wert. Den sollen die legen, die Kassabelege mögen und Angst haben vor Gefühlen.
Das ist meine Seite, die ich beschreibe. Die Musik übersetzt Geschichten.
Die Tag ist etwas entstanden, es geht gegen Ende so

show me the ropes
give me no hope

pull my strings
and i'll pull yours

no strings attached

Friday, 27 July 2012

A Shadow Of A Shadow

Leere bunte Zigarettenschachteln und zerknülltes Butterbrotpapier.

Das Gute an Nachtzügen ist, dass man sich immer freut, wenn die Fahrt vorbei ist. Auch, wenn es nach Wien geht. Hier geht es also um Plätze, die Namen tragen. Und Mittel und Wege von A nach B zu gelangen.
Eigentlich handelt es sich um Marken, die angefeuchtet, auf die Stirn geklebt werden. Und Etiketten, die runde Einfassungen haben, an denen ein Band befestigt ist. Das besagt, worum es sich handelt. Vielleicht auch, was es kostet, ob es kostbar ist.
Welches Vorurteil bei dieser Gelegenheit angewendet werden kann.
Milch und Haferflocken mischen.
Mich in Pigmenten wälzen.

Ich mag Berlin immer lieber.
Daher freue ich mich irgendwo im Hinterzimmer meines Kopfes, dass ich hier/dort nicht leben werde. Da erlaube ich mir weniger kritisch zu sein und möchte die Kehrseite nicht von mehreren Blickpunkten betrachten. Kopf und Zahl, Zahn um Zahn.
Hier habe ich geschrieben, als ich noch dort war. Dort habe ich später hinzugefügt, als ich wieder hier war.
In der U-Bahn hat es diesmal auffällig oft Akkordeon gespielt, mit synthetischer Unterlage.
Von Zeit zu Zeit traf ich eine Person, die ist ein wenig wie ein lachender, wandelnder, personalisierter Regenschirm Tour Guide, nur besser, bei weitem. Und weiß bestimmt, wo es das beste Eis gibt, Platz 1, 2 und 3.
Ich war dort selten alleine, nur manchmal im Wintergarten, wo gefühlt immer die Sonne hinein blinzelt, im 6. Stock gegenüber von der goldenen Fassade.
Ich war im Paradies, dort, wo es totales Material gibt. Welches, das die materialisierte Praxis von Kunstschaffenden grundlegend verändern würde. Luftpolsterfolie und Kupferplatten.

Genauso fällt es mir leichter eine Stadt zu mögen, die irgendwo schon überreif ist, und übersättigt und nicht mehr ganz so dreckig glänzt und frech, fast schon, vorüber geht, übergeht vor ihrer Attraktivität. Wo es schon alles gibt, braucht man keine Ideen mehr hintragen, oder Obststände.

In ebendieser, da habe ich mir die Schuhe, die aussehen, als ob sie schon getragen wären, gekauft und staubig gemacht. Als ich zu Hause war und ich aus der Bretterbodenstraßenbahn geklettert bin, waren sie schon wieder sauber.

Die Wohnung hatte eher leer gewirkt, es hat nach Lilien gerochen, weißen, und es war sehr hell. Obwohl die eine dunkelblaue Jalousie zu einem Viertel schräg geschlossen war, die rechte.
Ich hatte mich auf den Ballast gefreut. Die Teilchen zueinander zu führen. 

Im Park mit den Dinosauriern aus Plastik, die mal halbiert, mal geviertelt, ganz versunken von Zeiten erzählen, die schon mehr als einmal vorbei sind. Die treffen genau in jenes meiner Herzen, das diesem Verfalls und Vergänglichkeitsromantizismus verfallen ist; Pfeile.
Jenes, welches Achterbahnen so mag, in denen Bäume wachsen. Schatten von Dingen, Schatten von Bäumen. Geschichten vom Holz, Geschichten aus Holz.
Alte, kaputte Dinge. 

Meine Leseliste wird immer unmöglicher abzuarbeiten. Es handelt sich um kluge, schwerst bekömmliche Bücher, die thematisch vermutlich im Feld der Geisteswissenschaften anzusiedeln sind. Ich möchte sie an dieser Stelle nicht auflisten, das wäre prätentiös.
Immerhin habe ich bis vor einem Jahr und einer Kleinstzeitspanne die Wissenschaft im Großen und Ganzen verteufelt, ähnlich der Technik und den Kabeln, die ich allesamt gerne in einen Topf werfe und so heiß koche, wie gegessen wird, im heißen Brei koche, ehe ich das gebrannte Kind mit dem Bad ausschütte.
Die Geister, die ich rief und denen du die Kleider ausgezogen hast.

mfg

take me home | to take your bag

Monday, 23 July 2012

bin ich im Wintergarten.



Going back to feeling more like a rock star than ever - wie im Blog, der in der Zeit meines Aufenthalts in der westlichen Peripherie, sich geschrieben hat - die sind ständig nur in Flugzeugen und schreiben über ihr Leben.
Ich bin nicht ständig in Flugzeugen. 
Schreibe aber ständig über mein Leben.
Nicht regelmäßig.
Nur das, was mir zustößt.
Manchmal bin ich auch in Flugzeugen, in alten, die nicht mehr fliegen. Wenn ich über Zäune klettere.
Zuerst denke ich Aber was, wenn uns jemand sieht?
Meistens bin ich dann aber schon hinterhergelaufen und klettere durch die Luke. 

Hier gibt es keinen Sonntag.
Und wenn doch, dann voller Waffeln, Zimt und Flohmarkt. 
Es hat mehrere Besuche, 4 an der Zahl, gebraucht, bis ich mich nicht großteils verloren geglaubt habe.
Weniger geographisch, Breitengrade, mehr Anhaltspunkte. 
Es hat an dieser Stelle bestimmt geholfen, Kuchen zu essen.
Hier gibt es so viel Oberfläche, da suche ich nach Authentizität, wo es sie gar nicht gibt, wenn es sie gibt, als Annahme.
Die Stadt hat einen Stempel und kein Gesicht. 
Schon schön, das Pflaster, die Bäume, wo keine Gärten mehr sind. 
Und die Platten, die Geschichten erzählen von sich selbst.
Wenn sie ausgebrannt sind, macht das nichts.


Kleine, alte Gegenstände

Diese Gegenstände haben für mich mehr Substanz,
mehr Potenzial sich mit Bedeutungen aufgeladen zu haben.
Weil sie älter sind und wahrscheinlich eine Mehrzahl von Händen auf ihrer Reise schon gespürt haben.
Das kann ich sagen!

mfg


i will fight, baby, not to do you wrong. 

Monday, 16 July 2012

Der Teufel

Abseits davon habe ich überlegt eine Arbeit zu beginnen, die der Teufel oder die Hölle heißen würde. Ich habe mit röm. kath. christl. Kirchen-Vokabular keine Berührungsängste; Es ist ein und dieselbe Medaille, die mich anzieht und die mich abstößt, zum Gros abstößt; Nur, vielleicht giert es mir zu wenig danach mich daran abzuarbeiten, als, dass ich es nicht einfach weiterhin in meinem Sprachgebrauch wertbefreiend verwenden würde und mir nichts weiter draus mache.

mfg
aus dem juni

I got you babe

Es ist schon wieder was passiert.
Es wurde in nicht gerade strömendem Regen ein Klavier herumgetragen. In der Körperhaltung, so wie ein Paket auf einem Bild aus einem Foto Archiv, das Menschen beim Austragen von Post zeigt, und illustrieren soll, dass Dinge von A nach B gebracht werden, die zusätzlich auch schwer sind.
Zum Punkt!
Es hat sich in etwa so begeben: In der Augarten Contemporary, oder so gut wie, haben wir uns ein Fleckchen gesucht zwischen den Palmen, wo besagtes Klavier dann gestanden hat. Zur Sicherheit hatte ich zwei unterschiedliche Fracks dabei, einer self made trash, der andere super expensive fancy dress trash. Dort haben wir dann geglänzt, gold, mit einer Impersonation von Sonny und Cher und deren I got you, babe. Es war mir ein Fest.
Solche und ähnliche Mutproben laufen mir relativ häufig zu, wie Hunde.
Tatsächlich stelle ich mir durchschnittlich einmal pro Woche die Frage: Wie ist mir das schon wieder passiert? Glücklicherweise meistens danach. Abseits von den alltäglichen Grundsatzdiskussionen mit mir selbst.
Unterdessen habe ich mir vorgestellt, wie fatal das wäre, wenn mir immer eine Person, ein Tablett mit Gläsern voll mit Sprudel balancierend, folgen würde.
Um 12 gab es Gulasch.
Am Schluss wurde dann alles bei immer noch nicht strömendem Regen zurück an seinen angestammten Platz am Fischgrätparkettboden gebracht, der ohne ihm sehr groß und leer gewirkt hat.
In der Zwischenzeit plane ich schon wieder meine Flucht.

mfg

IM LEAVIN FOCKERS

Friday, 13 July 2012

Es fehlt am Fluss.

Ich habe mit Leuten gesprochen, die mir fremd waren.
Ich habe mit Leuten gesprochen, die mir lieb waren.
Selbstverständlich fand ich diese Unterscheidung schwierig.
Der von mir soeben erstandene Schuh kommt der in meinem Kopf zusammengewürfelten Vorstellung des Prototyps eines Schuhs am nächsten.
Nicht aus Pragmatismus.
Hiermit ist dieser Blog endlich ein Fashion Blog, YES.

Dass mir das mal passiert.




















Es bricht das Zeitalter der Bananenkartons an.
Und Schuhschachteln.
Und in der Schrift, der Sprache im Wort, fehlt mir am Fluss.
Ich stehe am Ufer und warte.

Wednesday, 11 July 2012

I tick like a bomb.

Was bliebe.
Es fühlt sich an als hätte ich für 100 Jahre kein Wort geschrieben.

Ich habe mehrere Aufnahmen gemacht, im Ton traurige Liebeslieder verwertet. Einige auch nicht aufgenommen; dieses zwanghafte Totpressen auf Material muss nicht sein, passiert sind die trotzdem.
Im Bild, traurige Räume gespachtelt, im einen Dschungel wunderschönes Ballett festgehalten, von wegen Dokumentieren, im anderen Dschungel Bobomakava getrunken, ziemlich viel gegärtnert und umgetopft. Lianen aus dem Dachboden in den Maschinenraum geholt, dort sind sie aus den Wänden gewachsen und waren auch nicht mehr lebendig. Die Nebelmaschine tat das Übrige.
In der Hitze geklagt über die Hitze und Winterkleidung getragen in einer Gruppe, die sich repräsentiert hat wie eine Musikgruppe unter Götterbäumen, ziemlich großartig subjektiv retrospektiv empfunden.
Es gab einen See, die Grasnarbe sieht dort wie aufgesetzt aus. Hinter all der Industrie, die Beton gemacht hat.
Es gab batteriebetriebene Lampions im Stadtgarten, ein Rendezvous mit Queen Mum & Camilla.
Diana ist bloß gequetschte Wassermelone. 
Tourismusgruppen in beigen Stoffhosen und Polo-Hemden, weißen Kopfbedeckungen, die wahlweise Schirmen oder Bussen folgen wie Entenmüttern. Inline Skating mit Unterbodenbeleuchtung, untermalt von Born To Die und der historisch unausblendbaren Hitler Konnotation, Heldenplatz.
Wortspiele mit Spinat-Schafkäse.
Ich habe angefangen TO DO LISTEN zu erstellen und abzuarbeiten. Beinahe jedes Mal, wenn ich einen Punkt erfüllt habe, hat sich daraus ein weiterer ergeben. Diese Listen sind so verlockende Glücksversprechen.
Wassermelonentropfen, Zuckerguss.
Eine Rechnung ausgestellt bekommen mit 6 wunderschönen Buchtiteln, die ich langsam verschlinge. 
Abgesehen davon werde ich schon wieder ein bisschen trübselig.
Langsam schleicht sich die Vermutung ein, dass alle Dinge zu einem Ende kommen.
Und diese Abende, die für mich Tage sind, werde ich vermissen.
Am Hoffenster und im Wohnzimmer, in dem ich auch schlafe.
Wo geraucht wird und gesungen.
Und die neuen Medien ausgereizt werden, wo Perfume Genius zu Besuch ist und Vicky Leandros Hildegard Knef gut nacht küsst.
Und, während ich Besuch habe, gehe ich einfach duschen ohne sonst was zu überlegen. Das ist die kleine Information, die den Unterschied macht. Welchen, das kann ich nicht sagen.
Genauso gerne habe ich mindestens die Spuren.
Die zuerst arrangierten Objekte.
Die danach durcheinander gebrachten oder erst recht arrangierten Veränderungen von Inventar. 

Saturday, 7 July 2012

Vom Abgewöhnen

und vom Vermitteln.

Ich bin voller Erwartung.
Hier besitze ich so viel, dass ich es mir viel zu leicht machen kann.
Umso mehr ist es schwer dieser Leichtigkeit zu entkommen, weil das alles an mir zieht, an mir hängt, mit Gewicht.

Wenn ich jung wäre, würde ich aus dieser Stadt fliehen. Ich würde meine Träume im Untergrund begraben.
Das tat ich, wir trinken, um zu sterben, wir trinken heut Nacht.

Vermutlich wirst du mir fehlen.
Abgewogen, würde mir aber mehr fehlen, wenn ich bliebe.