Wednesday, 27 November 2013

Vor Mittag, vor die Hunde


Deshalb bin ich nicht hingegangen, um mit ihr zu reden. Ich habe nur gesagt, was gesagt werden musste.
Mit dem Schreiben habe ich auch nicht aufgehört, das habe ich ja auch unter anderem und unter anderen von ihr gelernt. Ich verbrachte nur in etwa mehr als die letzten drei Wochen keinen einzigen Abend zu Hause; ohne einer die Regel bestätigende Ausnahme.
Die Nächte stellen eine andere Atmosphäre her, fürs Arbeiten. Eine andere Intensität und eine Konzentration, die ich erst nach langen Stunden von Wachheit erreichen kann.
Fürs Leben, genauso.
Der nächste, dieser eigentlich, Titel müsste den Regeln entsprechend Elefant heißen oder Steine.
Aber das wäre zu aufgelegt.
Ich möchte an diesem Kartenhaus aus Architekturmodellen auch nicht weiterbauen.

Es geht daher besser um eine Tageszeit mit der ich immer noch nicht klarkomme, daher pejorativ eingesetzt in Kombination mit den Tieren, die in einem sprachlichen Bild vorkommen, das ähnlich daherkommt wie Perlen vor die Säue werfen. Dahingehend und daher kommend werfe ich einfach weiter mit Perlen. Wahlweise, wenn es kein Brot gibt mit Kuchen. Das kommt davon, von den Privilegien.

Der alleinige Abend ist gekommen, ich habe ihn mir eingefädelt. Suppe gekocht und ausgelöffelt. Die Nähmaschine mit einer Nadel gefüttert und ein Kleidungsstück aus tropischem Stoffmuster gemacht und verpfuscht, auch. Das ist ein Weg mit dem Winter umzugehen. Mit den Schneeflocken, die sich um den Kopf herum drehen und in die Augen fliegen. Es hat das schon auch gute Seiten, das wurde mir heute beigebracht. Zum Beispiel färben sich meine Backen rot und ich sehe aus, als ob ich ausgeschlafen und gesund wäre. Das liegt daran, dass ich einen beträchtlichen Teil meiner Kindheit im Wald in der Nähe von einem Luftkurort verbracht und Schafe gehütet habe. Oder an der Outdoor Jacke.

Die überrestlichen Buchstaben habe ich in ein anderes Archivsystem geschüttet wie auf die Schaufel gekehrter Staub in den Müll.
Bis zum nächsten Mal.

Tuesday, 26 November 2013

Champagner

Irgendjemand muss im Porgy&Bess direkt hinter mir gestanden sein als ich am Ende wiederholt rief
'Sie ist einfach die coolste Person auf dieser Welt!'
Irgendjemand ist in diesem Fall Ingrid Brodnig, Wolfgang Kralicek, Karin Wasner oder Christopher Wurmdobler. Ich beziehe mich auf Falters Zoo Woche 47/13 und den Wortlaut "Ungefähr die allercoolste Frau auf diesem Planeten ist Amanda Palmer".

Wovon ich rede ist Folgendes:
Es hätte der schönste Tag des Jahres werden sollen. Es war dann der Tag ein ausgesprochen seltsamer und ich war ein bisschen Prinzessin, ein bisschen Erbse und am meisten habe ich mich innen drinnen gefühlt wie ein Möbelstück.
Es wurde die schönste Nacht des Jahres. Sie hat erst so richtig um halb 12 begonnen, obwohl sie bereits früher das Gebäude betreten hatte. Davor hat es geregnet und nach Pferdeäpfeln gestunken auf den Pflastersteinen. Wir überquerten nämlich den Stephansplatz mit den Projektionen unter dem Arm, unter den Arm geklemmt, und in den Augen, auf der Fassade.
Wir mussten den Eintritt regeln, es war eine Liste aus Gästen und ich stand darauf. Drauf und dran war ich, dran zu glauben, dass irgendetwas schief laufen würde.
Ein Lachen an der Garderobe.
Es löste sich dann die eine Spannung, löste die eine Spannung die andere ab.
Hinunter in den Keller sind wir geschlichen, auf das rote Leder und die Spiegel und das Glas und das gedämpfte Licht.
In die parallele Welt, die vier Seiten hat, und vier Ecken und kaum rechte Winkel, die Galerie, der kleine Nivea Creme Dosen Automat, Frittatensuppe.
Ein Weinen im Zwischenstock.
Ein paar Musik machende, bei denen ich mir dachte, wir klatschen nicht für euch, aber für eure Art.
A ring around the roses.
Menschen, die aneinander hielten, die zusammen hielten, etwas aufeinander hielten.
Past the easy crowd
Und es kam dann krachend herein;
Es ist mit Sicherheit der falsche Ort, um Abrissbirnen ins Feld zu führen, gegen die Wand zu fahren.
Erinnerst du dich an die Wände, die ich gebaut habe? Sie stürzen ein und setzen sich nicht einmal zur Wehr, haben nicht einmal ein Geräusch gemacht.
Ich suche nach den freien Stücken aus und mit denen ich hier bin.
Es hat sich ein Gefühl von Verbundenheit eingestellt mit der Welt im Gesamten und im Ganzen.
Ich wusste wieder
Ich kann das nicht in Worte fassen.
Es war ein champagnerfarbener Morgenmantel mit floralen Elementen.
Und das tatsächlich beste Konzert meines Lebens.
Ich habe immer noch Gefühle, wenn ich mich daran erinnere.
So don't stop trying,
promise me


Saturday, 2 November 2013

Glashäuser

Das ist eigenartig. Nicht in Metaphern zu schreiben und Parabeln und in Vagen und Schieflagen.
Keinen Paravent einzuschieben, textile Lösungen überzuziehen.  
Oh, I've got some thinking to do. 
(Und die Frage vom und nach dem dabei gewesen Sein)

Ich war bisher ein einziges Mal alleine im Kino, wo ich das zum Punkt des Stattfindens schon ewige Zeit vorhatte. Daraufhin habe ich mich mit dem Regisseur angefreundet und bin am nächsten Tag zum Frühstück eingeladen worden. Leider war ich dann natürlich zu lange aus und habe die Einladung nicht wahrnehmen können.
Dieses ewige Party Leben bringt mich irgendwann um. Little Big Mistakes

Gerade war ich noch an der Ecke von meiner Straße und so gar nicht alleine. Der Wecker ging dann los, ich musste mich duschen, für 10 Minuten zu Hause sein; war ganz kurze Zeit darauf in Prag aus dem Bus gefallen, immer noch genauso blau, und habe geglitzert. 
Plötzlich haben wir schon Kaffee getrunken mit Techno Musik und auf dem Betonkreis um die Uhr herum gesessen, die über alle Zeiten der Welt uns aufgeklärt hat;
wie schnell sie verrinnt, auch; 
Die Ziffernblätter drehen sich;
hat man nur 45 Minuten bis wir wieder voneinander weggetragen werden wirft man sich die Brocken von Informationen an den Kopf und hofft, dass dieser nicht zerbricht.
Die Blätter der Bäume sind gelb und am Boden, die meisten, und niemand räumt sie weg. Sie haben diese Tage gewählt, um sich fallen zu lassen. Das macht schon etwas mit der Stadt. Und das Pflaster, schwarz, weiß, kleine Steine; wie die Portugiesischen. 
Es ist viel wärmer, noch viel wärmer, als ich mir das vor gestellt hatte. Sonne im Gesicht. 
No regrets, no regrets.
Viele Menschen reden immer noch Deutsch, das holt dich sowieso immer wieder ein. 
Es gibt da und dort einen Fluss, hier einen, der wirklich in der Stadt ist, Teil dieser. Über beide schreiben sie Lieder, die schöne blaue und die goldene. Mein Referenzpunkt ist wieder Wien, wo es kein Meer gibt, und höchstens den Kanal.
Prag ist nicht nur immer eine gute Idee, es ist auch der Notfallplan; wenn alles andere scheitert. 
Nur noch schnell Tschechisch lernen und mehr als Bier bestellen können in Zukunft. 
Weil Scheitern immer umzudeuten und umzuwerten in etwas Produktives und Gutes, das ist auch Unsinn. 
'Man' scheitert ohnehin oft genug; Man ist hier "Ich" und "meine Projektionen auf andere". 
Prag hat etwas Umarmendes. Ich brauche dort nicht einmal so richtig anzukommen, ich bin ja schon dort! 
Ich kenne nur ein paar Orte, die haben sich mir eingebrannt, ich erinnere mich an jedes Kommentar dazu, als ich sie getroffen habe, sie mir vorgestellt wurden und ich komme sie gerne immer wieder besuchen. Sie sind die besten, wie es sich von selbst versteht. 
Für meine Augen war es wieder etwas Neues und all der Soviet Kitsch, den möchte ich sogar fotografieren. 
An visuellen Erfahrungen hat es mir nicht gefehlt, im Bus, durchs Fenster unter anderem.

Ähnlich wie kleine hässliche Möwen sieht meine Beobachtung aus, dass ich dort nicht so sehr anders aussehe als die Menschen, die dort aufgewachsen sind. Die Kleidung ist tendenziell ein bisschen älter, im gesamten, die Fassade nicht so frisch gestrichen und der Drang zur kontinuierlichen Profilierung und Demonstration von Souveränität nicht so ausgeprägt. 
Countenance! 
Der Plan ist durchaus aufgegangen mit dem intendierten Schlafentzug; 
Filter und Mauern. 
Die Tourismusboote reden in vielen Zungen miteinander.
Manchmal ist es vermutlich voll in Ordnung auf einer Bank zu sitzen und zu schreiben. 
Wie viel kann ich meinem Körper zumuten; habe ich mich zu Beginn der Reise schon gefragt.
Seit langem wieder auf mich gestellt, wenn nur für ein paar Momente, neben dem Rudolfinum. 
Sich kleine Aufgaben machen. Sich um Notwendigkeiten kümmern.
Überleben und Formen. 
Am Abend in einer Art aufgelassenem Lagerhaus neben einem Provinzbahnhof in der Prager Vorstadt, es werden die Schienen getrennt, der Gleiskörper, von der Veranstaltung durch ein rotweißes Absperrband. 10 Meter neben der Bühne rattert der Schnellzug an den Neonröhren vorbei. 
Die Queen geht den Hügel hinauf mit einem Plastiksackerl in der Hand und einem mit roten Pailetten besetzten Oberteil um die Schultern. Sie geht an der Stahltonne vorbei in der ein Feuer brennt. Es gibt gegrillten Hermelin und Buchstaben, die durch Löcher ins Stahl gemacht wurden. 
Ihre Liebe ist wie ein Feuer, deine ist wie eine Zigarette. 
Blues is my business and business is good. 

Am Ende lag ich dann im orangeroten Bett in der Wohnung mit Katzen und Klavier. Ohne Jazz, mit ziemlich viel Blues, im Grunde für alles zu müde, sogar erschöpft genug den Luftentfeuchter zu ignorieren; Wie ich es in letzter Instanz noch geschafft hatte mich zu bewegen, kann ich mir auch nicht erklären. 
Ich glaube da habe ich den Atem aus gelassen, von dem ich gar nicht wusste, dass ich ihn hielt. 

In Wirklichkeit bin ich total schüchtern und rede sehr wenig, habe ich noch nicht so viel Vertrauen gefasst, dass ich mich jemand anderem zumuten könnte. Der Grund, warum ich mir das meistens ganz gut überlege, was ich sage, ist der, dass es in anderen Fällen ganz arg wäre und blöd, das Gesagte. So ist es das auch noch oft genug. Simple as that ---

Dieses Grab ist mir zu klein (...)
Nach einem Tag im Pausenmodus bin ich nicht mehr komatös. 
Es gab ein paar Momente, die besonders bezeichnend waren.
Auf der Straße stehen im 15. und einen hellgrünen "Jelly Shot" aus der Tasche ziehen. Das ist ein alkoholisches Getränk mit zähflüssiger Konsistenz. Und ein Bier. Und keine Perücke mehr. Taxi!
Besagte Perücke sitzt vor den Erkerfenstern, neben dem von einem Mantel überdeckten Aquarium, damit die Fische die Bässe nicht hören, rauchend.
Vor dem Billigbrautmodengeschäft im Spiegel sich schminken.
Im Schwanentretboot sitzend darüber reden, wie sich Situationen herbeiführen, erleben oder konstruieren lassen. (Darüber möchte ich noch ausführlicher schreiben).
In der Brauerei von der Biersauce kosten, Karten spielen und eine 4 Liter Flasche bestellen. Liebes Leben, das Paradies lässt sich nicht transportieren. Träume platzen und zerbrechen wie Herzen, am Ende schneidest du dir die Hände auf; nicht wie Teenager, in diesem Sinne.
Nach Hause kommen und die beiden dreifarbigen Katzen liegen gegengleich, sich ergänzend, in ihrem Sessel. Eine heißt Sushi.
Das Zebra klauen mit schlechtem Karma, das Halstuch klauen mit Edelweiß, beides zurückgeben.
Von der Kellnerin im indischen Restaurant dazu genötigt werden Suppe zu essen.
Auf dem Hügel wie immer Kommunikationsprobleme mit dem Grillmeister haben; Grillen und meistern.
Im Dunkeln Lou Reed singen.
In der Pulp Fiction Bar Kartoffeln und geriebenen Käse essen.
Aneinander krachen, miteinander laufen.
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Die Theaterbar entdecken (...) und wiederfinden; perfekte Orte, wo alles so ist, wie es sein soll. Marmor.
Den Masseur von Amanda Palmer kennen lernen und ihm zujubeln beim Mundharmonikaspiel. Ja, self-indulgent, egoistic --- YES
Das Magic World Non Stop. Eine Audio Arbeit mit M.I.A. konzipieren. #spielautomatengeräusche
Zahnpasta kaufen, keinen Wodka.
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Ein Re-blog, ein Re-romantisieren:
Text zu einem Buch mit Bildern
über Häuser aus Glas und Metall
in denen 
Von Überwinterungen und Ruinen
Und wie die Farbe hinter dem Text mitrinnt
Ich war in einem Glashaus, zwischen Glashäusern mit dreckigen Fenstern und fehlenden Gläsern. Und Pflanzen in hängenden Gärten und wie regnendes Gold, die Kakteenfrüchte.
Und der Boden war ganz grün, hell bemoost, und der Zugang war verboten, die Tür aber offen. Oder Kiesel, der Grund.
Danach, nach den California Maki, und der Kunst, der anderen, habe ich ihnen dann eine Nachricht geschickt, eine superlange, formulierte, um ihnen zu sagen, dass ich gerne die Pflanzen besuchen würde in ihren Unterbringungen und mit ihnen atmen und so, ich erwarte noch die Entgegnung.

(Unterschiedliche Ausprägungen und Formationen von prekärer Ästhetik)


http://youtu.be/d3HPvTLmll8