Saturday, 21 December 2013

California

Manchmal tue ich gerne so als ob mein Körper keine Nahrung brauchen würde. Am Nachmittag bekomme ich dann Kopfschmerzen davon und fühle mich weder gesellschaftsfähig noch als Teil von irgendetwas.
Ich esse als Konsequenz meistens 12 Stück California Maki, ganz viel Plastik, drum herum.

Eigentlich soll es hier aber nicht um Calfornia (que deriva del nombre de la regente de un paraíso ficticio) oder den heißen Brei gehen, beide Begriffe sind zudem nicht mein stripper name, nombre artístico; es gibt einen Ort, den ich besucht habe und wo ich mir Notizen gemacht habe auf die sechsfach gelochten Papiere, am Meer liegt sie, die Stadt und es gibt Boote, die linienmäßig verkehren. Das war auch die Parallele zum Portugiesischen Pavillon.
Einstweilen, oder zwei;
Diese Randbemerkungen werden manchmal schlecht, wenn sie länger liegen bleiben. Beigemengt habe ich ihnen deshalb nur noch ein paar Ergänzungen, also in kleinen Buchstaben, mit einem Auslassungszeichen, darüber hin gefuzelt.
Speisen aus Dialogen in letzten Zeiten.

Das Ding mit der Sprache; und warum ich es eigentlich nicht ausstehen kann, Menschen neben mir zu haben, die unablässig in einer, die meiner nahe liegt, aber nicht zu nah, ich stelle sie in eine andere Ecke des selben Raumes, diese laut reden zu haben.
Es hat sich der Auslöser von diesem Gedanken in einem Zug zugetragen; wir wechselten die Sitzgelegenheit.
Ich habe dann einen Text übers kollektive Verlernen von Fahrradfahren gelesen.

Warum sich Venedig damit jetzt zusammenraufen muss, das weiß ich nicht und kann ich nicht beantworten.
Das Ding mit der Sprache aus Wörtern und Worten. Dinge erleben, um über sie zu reden. Dinge erleben und dann erst über sie schreiben, um sie (in erster Linie erst) erleben zu können.
Dinge zu tun, um über sie erzählen zu können. Dinge der Dinge wegen tun, for the sake of. Momente gar nicht erst erleben wollen, sondern gleich eine Geschichte daraus machen, oder darüber erzählen.
(Theoretisieren
Verbalisieren
Oder es nur nicht so weit kommen lassen, dass es ums Wollen geht, sonder/n allem schon vorbeugen im darüber geredet haben, im Vorhinein)
Passieren lassen, passieren machen, vorbei gehen lassen, Gelegenheiten;
über Dinge reden, über das Reden reden, sich von der Distanz entfernen, de-emotionaliseren
Fühlen, nicht Fühlen
Sich Situationen konstruieren
über etwas nachdenken
Momente mit jemandem teilen
soll ich das Bild jetzt machen, nicht malen! oder nicht
eine Fahrt im Schwanentretboot
Entscheidungen dagegen treffen (sich darüber den Kopf zerbrechen, oder rekursiv darüber wieder ewig nachdenken; erst recht Überlegungen anstellen; bewusst machen) diskursiv (in italics)
belong, don't belong (Zugehörigkeiten)
erleben
longing to belong
(Zugehörigkeiten erleben)
sich Situationen bauen, konstruieren, herbeiführen, aneignen
was ist der Unterschied
Performen, posieren, showing off
erleben
schreiben
photographieren
lesen
Situationen konstruieren
müde werden von Textcollagen
die eigene Geschichte schreiben
caught in your own screen play
(ein Kleid aus Absperrbändern)
nicht mehr genießen können, nicht mehr erleben können
theoretisieren
thematisieren
nicht mehr genießen (können)
nicht mehr erleben (können)
woher kommt das Bedürfnis 'sofort' darüber zu reden, zu vergleichen, in Beziehung zu setzen
sich Wissen aneignen
Zusammenhänge verstehen
das Glücksversprechen von den Geisteswissenschaften
you can’t do anything wrong if you don’t do anything at all und ob das einen Unterschied macht
ob das eine Entscheidung erfordert
Menschen zu sehen; immer mehr Inhalt zu generieren
zu lesen, zu Theorie zu machen
oder immer nur zu sozialisieren
und im Gespräch, im Austausch genauso viel lernen
lehren
leeren
füllen
fühlen
sich ein Level von Ignoranz bewahren, um gleichzeitig ein gewisses Level von Glück zu halten
Grenzen von Autor_innenschaft ignorieren, überschreiten, verlaufen (sich)
gemeinsam machen
später von mehreren Seiten anschauen, mehrere Seiten anschauen
ein Produkt von Machtverhältnissen

Die Polsterüberzüge der Sitzbänke sind blau, das sich zum Türkis hinüberlehnt mit Schmerzen im Genick, schwarzem Holz, leicht abgewetzt (gute Schuhe, leicht abgetreten) und darunter holzfarben.
An Orten auf Menschen warten. Alleine. Sich erklären wollen, sich nicht erklären müssen; Zeit haben für Dinge, die sonst nie gemacht werden, keineswegs erledigt werden müssten.
Staub auf der Heizung, alleine auf einem Konzert stehen.
Ich musste da an Radiohead denken und, Richtungswechsel, Brian Molko paraphrasieren; I was in a crowd, but still alone; eigentlich war ich dort mit Freunden und Wasserlacken.
Das Gefühl in einer U-Bahn Station zu warten und keine Drogen zu verkaufen.

sich positionieren
who am I
without you

Keine Sekunde für sich zu haben und wie mich das belastet; unverhältnismäßig, wie Umhängetaschen.
Wenn ich wohlweißlich nicht den gesündesten Lebensstil pflege; unpflege.
Klar, das wirkt sich auch auf das Kunst Machen aus; und aufs Verarbeiten von Erlebtem
Vielleicht kocht das später wieder hoch; oder es ist wie aufgewärmte Suppe, oder das Wasser, das aus dem Kanal zurückkommt (nach oben)
Acqua alta;
Mosaike
Holzstege!

Im Format 'Tagebuch' und taking notes in Bildern, in Text, in Körpererfahrung, akustisch, diametral, synästhetisch;
Konzentrationsfähigkeit und die Absicht etwas aus dem zu machen (relativ direkt, danach, wo 'es' noch präsent ist). Der Moment ist vorbei
Syntax,

Österreich - als definiertes, konstruiertes Feld und Marke - sitzt plötzlich unvermittelt neben dir und schielt dir ins Buch hinein.

Ich warte üblicherweise auf die Momente, wo sich die Flughafentüren öffnen, die Zettel mit den Namen hochgehoben werden, dass die Quoten-Lady plötzlich auftaucht und sagt 'es geht

In Zukunft möchte ich gerne auf die documenta fahren (vielleicht ist dort alles besser)

Einmal dachte ich mir - es war bei Vivianne Sassen - "Wenn sie einen tumblr hätte, würde ich ihr folgen." (Unwissend, ob sie tatsächlich einen kuratiert)
Später bei der internetbasierten Recherche konnte ich feststellen, dass es zumindest einen gibt, der ihren Namen trägt.

Last time I went to Biennale di Venezia, I was not in art school yet. I was 17 and not even finished with high school. High school was something my parents insisted on (…)
Ich habe viel weniger von den Zusammenhängen verstanden; den Enklaven. Und wie die Welt aussehen würde, wenn alle Kunst studierten (dieser Vergleich als Krücke).

I wanted to leave, go traveling, and such; what I did was settle down in a big, old room with two windows (as I did not pay rent; not much now), become unhappy with having settled down, leave and come back, go away and return -

Venedig ist schon ziemlich traurig, eigentlich
Die Bausubstanz ganz ähnlich der in Porto, die Ruinen (jetzt kann ich mir auch besser vorstellen, wie das ist in einer Ruine zu leben; nur halt viel billiger, oder teurer, hängt von der Position ab;

Die Mutter der Ästhetik des Präkariats, das ist Venedig wahrscheinlich; die Mutter, die gibt. Hinkender Vergleich, ein Gehstock und das Brückenproblem, künstliche Hüfte.
Mit langen großen Vorhängen und Faltenwürfen vor oder hinter den hohen Fenstern
Ich war hier schon viele Male (deshalb ist es gar nicht so sehr neu)

Das erste Mal habe ich (jedoch) gesehen, dass es nicht nur ein Museum ist, sondern dort auch Menschen leben.

und ich bin nicht aus New York oder aus London
aus Tokyo auch nicht, oder Buenos Aires,
Johannesburg
jemand sein, der andere sein wollen
soziale Distinktion (der Teufel
trägt

Stadtbild, ästhetisch wie auch akustisch, was das macht, wenn es keine Autos gibt
und, Wien mit dem öffentlichen Verkehrsnetz, so sehr und so stark von Autos geprägt ist
wo Haltestellen nie weiter als 300 Meter entfernt sind
Punkte als Referenz

mein erstes spanisches Kind nenne ich Prevención (zu Deutsch

es gibt bestimmt nicht mehr so viel vida del barrio (würde ich das beschreiben: dass du zum Gemüsehändler [dass es einen gibt, auch, das ist nicht gegebener Fakt] 'Hallo' sagst und mit ihm zu plaudern beginnst und dem Barkeeper von deiner Stammtschummsn zuwinkst auf der Straße und den Namen von der 95jährigen Frau kennst die im 4. Stock wohnt; du auch noch in die Schule gegangen bist, in Gehdistanz;
Wein am Platz trinkst, draußen
also, was es in Wien kaum gibt, dort möchte sich niemand begegnen; am besten sollten alle in walled communities leben mit Portiers und Portessen; oder ich drehe mich in anderen Kreisen auf dem Stand und es existiert das doch, ich kann es nur nicht sehen.

männlich männlich

es ist mir ein PHOTOGRAPH NOT TAKEN zugestoßen; das waren zwei Ausstellungsaufsichten, die in so einer Art Koje saßen, Element von einem white cubish show room
auch weiß gestrichen und mit einem Rechteck ausgenommen; Guckloch wie eine Rezeption, es gab zudem eine ebene Fläche, darauf lag ein technisches Gerät mit glatter Oberfläche
die beiden Menschen hatten ihre Köpfe ganz nah aneinander, vermutlich reflektierte die Beleuchtung ziemlich viel, so konnten sie besser erkennen (oder sie standen sich tatsächlich nahe)
es sah sehr intim aus, das nebeneinander
sie spielten zweidimensionales Schach auf dem Display

Innerhalb der letzten Monate war ich drei mal komplett Pleite; sprich das schnell und leicht zugängliche Kapital, das mir zur Verfügung steht und Handlungsspielräume erweitert oder schmälert, war aufgebraucht. Jeder dieser Nullpunkte holt mir die Zeilen 'Frank n Furter It's all over. Your mission is a failure. Your life style's too extreme.' in Erinnerung. Ich summe sie dann vor mich hin und denke: Gut, dass ich so geübt darin bin mit Resten von Nahrungsmitteln zu improvisieren. Gleichlaufend drängt sich die Frage auf, ob ich nicht doch monetär ertragreicheren Zeitvertreiben nachgehen sollte. Ich schiebe sie schnell wieder weg von mir. Summe, Bilanz, Pfeifen.

Unregelmäßig habe ich mir gedacht 'Keine Zukunft in der Mode' für mich,
aber schon ziemlich oft, wo ich irgendeine Arbeit gesehen habe, die aus Mustern bestanden hat oder Geweben
'I should get a T-shirt made of that!'
(thinking in textures)

Am Ende, am Saum:
Noch ein Schnaps! hat er gesagt, geantwortet, reagiert, gerufen, der ältere Herr, der über die Kunst in 20 Jahren geredet hat.

It's always dark in Central Europe.

Ich habe den Text begonnen als ich irgendwo war.
Ich bin mir schon nicht mehr sicher.
Er war in meinem Kopf fest gesessen.
Unerhört viele Dinge sind passiert.
Ich mache mir besser keine Gedanken und rede weniger.
Es hat sich ein Zweitagesrhythmus eingestellt.
Pause bedeutet nur zu zwei Liedern zu tanzen und ein Bier weniger zu trinken.
Vor kurzem habe ich mir selbst unterstellt, dass ich die meiste Zeit damit verbringe.
Vielleicht stimmt das; aber ich sehe darin lieber kein kein großes Problem.

Ich könnte anfangen für Vice zu schreiben, ich hätte total das Zeug dazu.
Nie wieder so tun, als ob mich der Kapitalismus nur streifen würde wie ein Lastwagen.
Der erste Artikel beginnt so:
Ob es euch interessiert oder nicht, wir (wir als Verb und Exklusionsmechanismus) schildern euch von unserem (das ist das dazugehörige Possessivpronomen) Wochenende.
Wir sitzen an einer Bushaltestelle und ich trage meinen gefälschten Fellüberwurf.
Es ist Samstag, oder was ist es, Freitag und halb 2 oder so. Rebecca Black, die mittlerweile 16 Jahre alt ist und damit immer noch nicht volljährig, weiß das bestimmt besser. Weil sie einfach das gleiche einfallslose Konzept noch einmal verwendet hat.
Ich bin weder in der Stimmung auf eine Party zu gehen noch betrunken.
Am Ende merken wir, dass der Nachtbus an Wochenenden nicht fährt, ich gehe nach Hause und verfluche die Welt ein bisschen. 

Thursday, 12 December 2013

Haut

Ich bin manchmal aufgewacht und hatte dann Bilder im Kopf, zum Teil habe ich sie gesehen, zum Teil ausgedacht.
Es war eines mit Strahlen, ein anderes mit Kugeln und dahinter noch eine große eingefrorene Welle, oder eine gewachsene Struktur, die nicht aus Papier ist und eigentlich die Ecken und Kanten von dem Raum einfach ignoriert. Davor war ein Körper und ein bisschen heiß war mir auch.
Die Nacht davor hatte ich einen Traum, den ich noch erinnert habe am Morgen, die Wörter waren mir gleich.
Und dann war da noch eine Mischung aus Rahmen und Bildern, die genauso Rahmen hatten, weil sie Ränder haben, sie waren assembliert. Eine Draufsicht, näher und weiter.
Ich erwähne keine Namen und meistens gibt es auch kein konkretes Du.
Nach Hause bin ich geschwommen, wie in Watte gepackt, hätte ich fast Menschen angelächelt.
Es braucht echt nicht viel. 

Wednesday, 4 December 2013

Ton

Es ist grün, ich gehe jetzt.
Alles hat ausgesehen wie ein Film.
Ich bin nach Hause gelaufen über die Straßen und sie waren leer.
Bis auf einen Menschen, der Zigarettenreste gesammelt hat.
Und einen, der aus der Tür des Würstelstandes herausgetreten war, er stand im Lichtquader.
Und einen, der sich in den Hauseingang übergeben hatte, zu dem Zeitpunkt als ich ihn passierte, nur noch würgte und spuckte. Er hielt den Schlüssel zum Haus in der Hand, klimpernd.
Einer, der nachts vermutlich meistens ein Taxi lenkt, hat dabei zugesehen.
Ich war schon lange nicht mehr bis zur Sperrstunde in der Villa.
Eigentlich bin ich gegangen, schnell, und die Schuhe habe ich gehört; Pflaster, den Hügel hinauf; Asphalt, Teer,
den Atem sehen und den Nebel.

- Puffs away, and winter comes
http://youtu.be/6M4YEAGJG-0