Thursday, 24 July 2014

Rest

Manchmal ist es das Beste, wenn einfach jemand unangekündigt vorbei kommt, vor dem Fenster steht und schreit.
Meistens bin ich eh nicht zu Hause, oder ich schlafe.
Die Tage schlafe ich meistens, oder ich fühle mich so als würde ich. Jeder Tag ist Sonntag.
Aber manchmal geht das gut.
Oder es klopft.
Und ich nehme dann alle Zutaten, die so herumliegen und werfe sie in einen Topf oder eine Pfanne. Die Zutaten sind sorgfältig ausgewählt. Besonders sind sie, wenn sie zum Beispiel vom Land kommen und ich sie nur langsam aufbrauche. Speziell sind sie, wenn sie vom Brunnenmarkt kommen und anders schmecken und aussehen als die normierten aus dem Supermarkt. Lila Tomaten.
Oder diese Früchte, die nicht Orangen und nicht Mandarinen und nicht Limetten und nicht Zitronen sind
und wie sie alle heißen; die vielleicht gar keinen Namen haben auf Deutsch oder laut EU nicht mehr existieren (dürfen). Die habe ich in Portugal im Garten gegessen.

I love you more

Tuesday, 22 July 2014

Take Me Home

Bring mich nach Hause.
Nimm mich nach Hause.

Ich mag es nicht, wenn ich daran erinnert werde, dass alle Menschen Gefühle haben. Alle Menschen grenzt in dieser Verwendung auch und vor allem mich mit ein. 

Mein zweiter Name ist tragisch.

Ich habe das Gefühl gar nichts zu sagen zu haben.
Das habe ich vor ein paar Tagen geschrieben, aber das stimmt gar nicht.
Tatsächlich ist es eher so, dass ich es zerdrücke, niederhalte, für unwichtig befinde, zwischen den Fingern zerreibe und gar nicht frage, wie es riecht.
Es hat einen Abend gegeben, es war letzten Sommer, ich glaube ich hatte keine Stimme; da war ich schon sehr weit darin das zu teilen und zu erzählen.
Es ist das eine Mischung aus Ängsten und ein neuer Versuch mich zuzulassen.

Der Name ist wie meistens Programm.

Also bin ich nach links zu holen
Die Hinweise, die kleinen Symbole Ihrer Hingabe


Wien ekelt mich an, im Übrigen. Und der Rechtsstaat erst Recht.
Ich möchte wieder irgendwo anders hin,
in etwa 3000km entfernt.
In ein paar Wochen dauert mir zu lange und
ein paar Wochen sind mir zu wenig.
Nicht, dass es da besser wäre.
Ich zitiere hierzu mich selbst und jemand anderen, wahrscheinlich Foucault oder Butler oder so:

(Undoing Gender, 2004)






Wednesday, 9 July 2014

i aint talking poetry /

Ich gebe nicht einfach jedem so eine Zahnbürste.

Wednesday, 2 July 2014

Oh, Berlin.

15.06.2014

Ich nutze hier im Titel das Kapital, das aus deinem Namen geschlagen werden kann.
Früher war ich dir immer ganz kritisch gegenüber eingestellt. Derzeit verliebe ich mich ein bisschen.
Es mag an der Sonne liegen, oder daran, dass es bei dir alles gibt.
Wohnen tue ich bei den beiden, die mir vieles beigebracht haben. Ich weiß nicht, ob sie das wollten, beabsichtigt hatten sie es wahrscheinlich nicht. Sie sind voller Wissen, befragtem Wissen vielleicht.
Unter anderem die Bedeutung der Worte
Komm erst mal an
Was das bedeuten kann.
Und, dass es wichtig ist, sich mit schönen Dingen zu umgeben. Die auch noch anpassungsfähig sind, also verschiebbar zum Beispiel.
Alles umbauen und der Klappstuhl mit dem Leopardenmuster im Holz.
So wie das eine Mal wo wir das Essen hatten und einfach Gäste brachten und innerhalb von Minuten stand da eine riesige Tafel mit Kerzenständern und es gab Berge von Salat.

Im Wintergarten fühle ich mich das erste Mal wie bei einer artist residency. Was total großartig ist. Nämlich nicht für alles verantwortlich zu sein und sich um weniger Dinge zu kümmern.
Nichts anderes als die beiden Basilika gießen für mehrere Tage. Bei Menschen, die Attribute wie schön und gut verleihen können ohne schlechtem Gewissen. Scherzen können und ernste Dinge machen, auch.

Your bicycle's chained to the fence outside
There's plenty of offers, but you won't ride


Tagsüber war ich shoppen so wie in: Geschäfte, also Läden gehen und Kleidungsstücke anschauen, die Preisschilder umdrehen, bei Kaffee Zwischenrechnungen machen, dann eine zweite Runde gehen und kaufen. Eine Brille, ein Ersatz. Ein T-Shirt, ein Zusatz. Schuhe, eine Notwendigkeit.

Eine Fußnote:
Wie zieht man sich eigentlich an für Kunstveranstaltungen?
Mit Kaffee im Kopf versuche ich zu erschauen, wer in meine Richtung fährt: Brillen, Parfum, Frisuren, Taschen, Schuhe. Bücher.
Die beiden schwarzweißen Ladies waren es.

Noch ein Jahr

Es war morgen ein Jahr seitdem ich wieder in Wien bin, es ist. In Wien sein bedeutet regelmäßig weg sein.
Es ist eine Basis, ein Strand an dem ich wie ausgeblichenes Plastikspielzeug immer wieder angespült werde, einzelne Flip Flops,
Flop.
Treib gut.
Treib noch.

How it would have been if it didn't have to end there

Es gab gleich zu Beginn, nach ein paar Tagen Verwirrungen, eine Woche am Land, wo ein Attersee gekauft wurde. Mir sind die meisten Erinnerungen daran gut. Ich möchte auch nicht das Gedachte, das Gedächtnis, das Verdächtigte, dahingehend einfärben, dass es mir das die wenigen Haare Sträubende, das Unangenehme in den Vordergrund
auf die Stirn
malen würde.
Teufel an die Wand.
Danach habe ich mich gezwungen mich mit der Stadt auseinanderzusetzen, ich an der einen Ecke des Raumes, die Stadt, die zu klein ist für uns beide, in der anderen. Wir würden einander aushalten müssen, erhalten. Wo ich war und, warum ich nicht mehr den Bus zum Strand nehmen kann oder die suburbane Zugverbindung, die Landkarte in meinem Denken.
Jede_r hat da so die eigenen Methoden und Strategien sich einen Raum anzueignen, Dinge zu veräußerlichen, Dinge derer sich zu entledigen, sich zu enteignen; zurücklassen. Möbel sich per Post zuschicken. Festhalten, per Anhalter. Nichts ist einfach so weg.
Ich wäre gerne weg, weil es hält die Welt so viele weitere Orte, Dinge und Menschen.
Es kam zu einem Abend, es war heiß und es war eigentlich ein Morgen in einem Club, den es nicht gibt.
Das kann ich festmachen. Da war ich wieder angekommen; ankommen bedeutet in dem Sinn: so viel erlebt haben, dass es sich lohnt darüber zu sprechen, sich auf so viel einlassen, so viel provozieren, so viel
dass ich tagsüber die Zollergasse entlang gelaufen bin in 1070 (lookbook: Getragen habe ich die Sonnenbrille aus Athen, die später im Suff verloren ging), mit den Straßencafés den liaben, dass ich angefangen habe zu weinen.
Ich habe daraufhin ein Lied geschrieben, es heißt: I don't wanna get involved
Der Refrain, der Chorus wird noch konkreter.
Für manche ist es einfacher einen Punkt, einen kulturgeographischen, zu erreichen, wenn sie ihn sich eressen, Geschmäcker sind verschieden und zum Beispiel Tomaten haben unterschiedlichste, andere erschlafen ihn sich mit anderen, um sich zu spüren und die Sensationen auf der Haut und über die Nervenenden, die im Kopf zu spüren, wieder andere ertrinken ihn sich, endlose Abende und Abende und Abende in Bars, in Räumen, tanzen, drehen, biegen, brechen; ich wiederhole meine Bilder, hole sie wieder.
Bedeutungen sich ersprechen, zusprechen, zuschreiben. Einen Ort kennen und sich so behaupten. Von sich behaupten sich zu behaupten.

Das ist eine Liste, eine Aufzählung, eine Reihung, eine Wertung, ein Verwerten von dem, was mir zugestoßen ist, was ich mir ins Herz gerammt habe, was beim einen Ohr rein, mir durch den Kopf gegangen, beim anderen wieder raus ist.
Venedig, Prag, Berlin, Prag, Berlin, Wroclaw, Graz (wobei das von der Entfernung gerade erst nicht mehr mit der U-Bahn erreichbar ist; alles dort ist grün, auf dem Fahrrad und biologisch), Leipzig, Belgrad, Berlin. Manches auf Kosten des Hauses, manches auf Bedürftige.

Zu hausen bedeutet sich auf eine bestimmte Anzahl von Quadratmetern einzuschreiben.
Zu Hause ist nicht, wo mein Herz ist.
Mein Herz ist links in meinem Rippenkäfig (das ist Englisch).
Ich verliere hier kein Blut, keine Tinte über rechte Flecken