New York vermisse ich zum Beispiel gar nicht.
Wie sollte ich auch und wer würde mir das erlauben, ich war dort nur für knapp 2 Wochen und jung, da kann ich doch mein Herz an nichts gehängt haben.
Diese kleine Zeitspanne befindet sich in einer Zeitspange meiner zerfransten Lebenssträhnen, ich wiederum befand mich damals in einer exklusiven Zweierbeziehung und schlief beim Telefonieren mit dieser ein, weil ich unheimlich viele Stunden in Flugzeugen und Wartezonen verbracht hatte; oder zumindest erzähle ich das so. Ich behaupte ja nicht die Wahrheit zu sagen, wobei ich ungern lüge.
Ich wohnte für ein paar Tage in so einem Loft mit riesigen Fenstern an der einen Seite und kaum Zwischenwänden, ganz vielen vermutlich teureren Bildern an den Wänden, die ich schon auch mochte.
Man fuhr mit dem Lift direkt ins Vorzimmer im 15. Stockwerk, vorne hinaus hat man auf die Park Avenue geschaut, ziemlich tief unten, wo es in der Mitte Bäume gibt und überall tropfende Klimaanlagen, gelbe Taxis und vielspurige Straßen.
Es war der Boden aus Holz, Dielen oder so, und eine große palmenartige Pflanze stand an einer Stelle; um einen Wohnraum handelte es sich, der für eine Zeit mit dem Land vertauscht wurde von den Bewohnenden.
Ich konnte mir weder heute noch damals vorstellen, was 1 Million $ bedeutet und, was der Unterschied ist zu 10 Millionen $ und was der Boom und die Immobilien und die Blase und das Platzen gemacht haben damit; das Platzen war zu dieser fortgelaufenen Zeit noch nicht eingetreten; Dornen im Fuß.
An einer Wandseite stand eine Stereoanlage, so halb im Raum eigentlich.
Nachdem ich die selbstgetitelte The Dresden Dolls CD gekauft hatte, zu dieser Zeit, es war 2005 und die materielle Plattenindustrie gerade am Ein und Zusammenbrechen, legte ich sie das erste Mal in das Lesegerät ein. Ich war ein Jahr zu spät, um das Pochen der Zeit zu spüren und als hyper current zu gelten. Mir war das eigentlich egal, mochte ich die Musik.
Es begann dann mir Good Day, das Toy Piano Intro zu spielen, vorzulesen, und ich begann augenblicklich zu schmelzen; saß am Boden an der Ecke zwischen massiver Wand und Fensterglas und hab den Autos in der Tiefe und den Klimaanlage in der Höhe beim ewigen Kreisen zu gesehen.
Ich war diesen Nachmittag alleine, weil ich mir ein paar Wochen davor das Bein gebrochen hatte, irgendwelche Bänder im Knie waren gerissen und Knochen gesplittert, die Narben haben noch heute bunte Farben; mein Kopf hatte relativ wenig gelitten, obwohl dieser eigentlich frontal gegen die Windschutzscheibe geflogen war in einer Verpackung aus Helm. Erinnern kann ich mich daran nicht. Still und stumm ging ich deshalb weniger weite Wege und schickte nur die anderen auf die Straße.
Extrem laut und unglaublich nahe kam mir alles vor; es war ein Moment, der schon vieles ausgelöst hat, vieles seine Anfänge genommen hat.
Fußnote:
http://youtu.be/_UIeooHNvPo
http://youtu.be/Cvrjn_pF9tY
Fußnote:
http://youtu.be/_UIeooHNvPo
http://youtu.be/Cvrjn_pF9tY