Friday, 7 August 2009

Jugend

Zum Leben.

Als ich die erste Sitzung mit meinem Psychologen hatte, im Auer-Welsbach Park, war eine der Fragen, was ich in meinem Leben denn erreicht hätte, meiner Ansicht nach, welche Erfolge.
Damals, nach kurzem Nachdenken, hatte ich vor allem an Erfolge, Errungenschaften gedacht, die man eben so erzählt. Die Frage war zwar sehr breit gestellt, allerdings habe ich in meiner Naivität geantwortet: Naja, die Matura ist wahrscheinlich mal nicht schlecht.
Mit seinem echt dezenten halb-bayrischen, aber doch auch ein bisschen norddeutschen Akzent hat er noch mal gefragt: Also du würdest sagen die Matura?
- Ja, doch.
Das passiert, wenn du nicht zuerst dein Herz, dein Gewissen, deine Ideale befragst, was die dazu sagen.
Vergiss doch irgendwelche Ausbildungsgschichtn, Papier, das du dir an die Wand hängen kannst, ist doch nichts anderes.
Vielmehr geht es darum, dass du dich selbst akzeptierst, wie du bist.
Dass du deinen Charakter bildest, dass sich deine Persönlichkeit so weit entfaltet hat, wie sie heute ist, und, dass dieser Entwicklungsvorgang nie ein Ende findet, sondern du weißt, dass es immer weiter geht, du nie auslernst und du alles an dir verändern, verbessern, umformen kannst, wenn du möchtest. Und du das nur für dich möchtest.
Dir darüber klar zu werden, was du willst, oder schon zu wissen, was du willst. Fragen, die man sich lieber jetzt stellt, als mit 40 seine Familie zu erschießen, oder alleine nach Tokyo zu ziehen und sein ganzes Leben hinter sich zu lassen, obwohl besser spät als gar nicht, im letzteren Falle.
Vor allem auch sich bewusst zu machen, was sicher nicht dein Ding ist, oder sich abzugrenzen von Meinungen, Lebensstilen.
Du selbst zu sein und niemanden dafür zu brauchen, der dich bestätigt.
Nicht jemand anderen zu mimen, um sich so seine Anerkennung zu erspielen. Oder zu koksen und im Hipsterland untergehen.
Die volle Energie in das hineinzustecken, im Müll wühlen, sich in den Dreck knien, das dir wirklich etwas bedeutet und so zu erreichen, was du suchst.
Punkt.