Das war nach einem Auftritt der Lamas im Aera.
Dieser Auslandsaufenthalt hat mich definitiv älter und reifer gemacht, schließlich bin ich mit 18 hingefahren und mit 19 zurückgekommen.
Im Taxi am Ring entlang, bei wunderschönem Sonnenschein, dachte ich noch, dass ich Wien vermissen werde. War auch ein bisschen so. Die Unfreundlichkeit der Menschen, das Misstrauen im Blick, die Gemütlichkeit, die darin besteht, dass sich niemand zu irgendetwas bewegen lässt, sich nichts verändert und auch sonst nicht viel passiert.
Im Flugzeug saß ich neben einem kleinen siebenjährigen Jungen, dessen Sprache ich vorher noch nie gehört habe, hab mir Ellen DeGenere angesehen, Radiohead und Björk gehört und vor allem darauf gewartet, dass der Flug vorbei geht. Manchmal wünsche ich mir sogar Flugangst zu haben, da hat man wenigstens ne Beschäftigung.
Ich war fast jeden Tag von früh bis spät unterwegs, bin dementsprechend viel rumgelaufen, hab nur nach 1 woche ne pause einlegen müssen, weil ich meine beine nicht mehr gespürt hab.
wenn man nach tokyo fährt, sollte man alles hinter sich lassen, was sich bisher an vorstellungen und erwartungen angesammelt hat. es is vollkommen anders, aber genauso gut. oder besser. ja.
In Tokyo war es dann noch wärmer und sonniger, echter Frühling und everything was illuminated. Die Farben dort sind schlicht und einfach ein oder zwei Wahnsinn. Alles voller Werbung, Werbung in leuchtenden Farben in einer Schrift, eigentlich mindestens drei verschiedenen, die du nicht lesen kannst. Wenn es schon mal keine Neon Leuchtreklame gibt, sind die Farben neon. Wie diese kleinen Fische.
Nach 24 Stunden ohne Schlaf hab ich dann meine ersten JapanerInnen kennen gelernt, das erste mal gehört, wie gut ich aussehe und feststellen können, dass sie vollkommen unterschiedlich aussehen. Darunter war ein Typ, der beruflich Mangas zeichnet und auch dementsprechend ausgesehen hat; eine Pianistin, die Zweiunddreißigstel spielen konnte, in Stücken, die sie zum ersten Mal gesehen hat, 27 Jahre alt ist und, die ich ähnlich alt wie mich selbst geschätzt hätte. Irgendwie sehen viele um einiges jünger aus, als sie sind.
In den U-Bahn Stationen sind übrigens am Boden und an der Decke Pfeile angebracht, die dir zeigen sollen, auf welcher Seite du zu gehen hast.
Manchmal steht auch geschrieben, dass diese Treppe 45 Stufen hat.
Oder Marounuchi-Line 250m, Marounuchi-Line 240m Marounuchi-Line, 230m [...]
Eigentlich ist immer alles voll von Schildern. Mit eher unschlüssigen Aufschriften, die dir aber auf jeden Fall Schuldgefühle machen sollen.




Am besten sind die Getränkeautomaten, die es an jeder Ecke gibt. Mit heißem Tee, Kaffee, in Dosen, oder Flaschen, falls hier jemand an billige Plastikbecher u ä denkt. Um jede Uhrzeit billige Getränke, Wasser, Grüntee, was auch immer.
Grüntee wird auch automatisch mal immer, sobald du dich in einem Restaurant wo hingesetzt hast, serviert, auch in Fast Food Sachen. Und dort bekommt man auch immer echtes Geschirr, nicht irgendwelche Kartonboxen mit Monopoly-Stickern.
Obwohls klarerweise auch diese kleinen Boxen á la „Ich hab uns was vom Chinesen mitgebracht“ gibt. Allerdings woanders.
Meistens wird beobachtet, ob du mit Stäbchen essen kannst. Am schwierigsten fand ich die Nudelsuppen. Des öfteren wurde ich gefragt, warum ich das kann und wo ich das gelernt hab. Hm, zu Hause, beim Asiaten?
Im Supermarkt gibt es manchmal Äpfel um 4 €.
Wenn ein neuer Trend entsteht, wie etwa eine Bananendiät, gibt es für einige Wochen kaum Bananen, weil, sobald die neue Lieferung kommt, tausende Menschen diese 24-Stunden-365-Tage- im-Jahr-Läden stürmen.
Wenn man Lebensmittel einkaufen geht, dann ist das Glücksspiel, also man ist jemand, der oder die nicht japanisch liest. Glücksspiel, bei dem man Geld gewinnen kann, ist verboten. Deshalb gewinnt man beim Pachinko (ähnlich wie Flipper, nur lauter, schneller und schwieriger, demnach unangenehmer) spielen Feuerzeuge, die man in einem nahe gelegenen, vielleicht auch nahe liegendem, Geschäft gegen mehr Geld, als ein Feuerzeug kosten kann, eintauschen kann.
Der Hauptbahnhof, nicht der größte Bahnhof, ist dem Amsterdamer nachgebaut, sogar inklusive Baustelle, wie aus meiner Erinnerung.
Der größte Bahnhof der Welt, in Shinjuku, den passieren täglich 2 Millionen Reisende, Wien Meidling im Vergleich: 60000. Macht aber Spaß dort zu sein, wenn du weißt wo du hin musst :)
Schirme sind um 1 € erhältlich, haben entsprechende Qualität und auf jedem Müllhaufen (so wie die Grüne Tonne hier, stapelt man Müllsäcke bei der Müllsammelstelle um die Ecke auf) auffindbar. Mistkübel gibt es dort nicht, Müll soll mit nach Hause genommen werden.
Die Straßen sind unnatürlich sauber, weil jedes Wohnhaus bzw jedes Geschäft die Aufgabe hat, den sich vor jeweiligem Haus befindlichen Straßenabschnitt und Gehsteig rein zu halten.
Die Sache mit dem Verbeugen ist das nächste, hin und wieder gab man mir die Hand, aber auch als ich einer alten Lady in der U meinen Platz überlassen hab, hat sich diese drei mal verbeugt und mich angstrahlt. auch sobald du ein Geschäft betrittst, bekommst du mal ne Verbeugung ab.
Generell wird viel besserer Service von viel mehr Personal angeboten; beispielsweise wenn du was anprobierst, wird dir dein Mantel abgenommen, später wieder angeboten und so Butler-mäßig hingehalten.
Toll war auch die ältere Dame, bei der ich unter anderem eine Teekanne erworben habe, die mir jedes Stück extra hinhielt, bevor sie es einpackte und irgendwas auf japanisch sagte. Gut, keine Ahnung was das war, daher auch mein Gesichtsausdruck. Also fragt sie ihren jüngeren Kollegen, der sagt check. ich sollte also schauen, ob e alles passt, bevor ich noch was kaputtes mitnehme oder so. aber dann hat sie bei jedem teil gemeint cheeeeeck!? und eigenartig liebenswürdig gelacht.
Jugendkulturen ja, die von hier: nein. zum Glück.
obwohl Hello Kitty aus Japan kommt.
nur ein paar blonde Soli-Japaner.
Freundlich, zuvorkommend, höflich, rücksichtsvoll. Irgendwie das Gegenteil von hier sind die Menschen. Nicht einmal abwertend gemeint Blicke, geschweige denn irgendwelche ausgesprochen nett gemeine Sprüche nachgeworfen, bekommst du. Du fühlst dich immer sicher, egal zu welcher Tages oder Nachtzeit. Auch das grundsätzliche Misstrauen mit dem dir Menschen hier of begegnen findet man dort nicht.
Was mir echt manchmal aufgefallen ist (x2) dass sie auch eine vollkommen andere Körperhaltung haben, als EuropäerInnen. Nicht allgemein gesagt, nicht auf irgendeine Weise herabwürdigend gemeint, nur teilweise festgestellt.
Viele gehen durchs Leben, als ob sie sich ständig für ihre Existenz entschuldigen wollten. Hat vielleicht mit dieser unglaublichen Menge an Vorschriften zu tun.
Insgesamt wirkten sie auf mich viel sanfter als durchschnittseuropäer.
du konntest schon am gang erkennen, ob das jetzt jemand "westlicher" war, das mein ich eigentlich damit.
Das Licht im Haus meiner Tante, wo ich wohnte, konnte man in fast jedem Zimmer mit einer Fernbedienung an und ausmachen. Traumhaft.
Schiebetüren und Fenster, wie man sie aus diesen Filmen kennt, waren auch vorhanden. Mit Papier, Glas oder sonstwas dazwischen, natürlich gabs auch echte Fenster, weil das doch sehr luftig gewesen wäre.
Ein zwar hin und wieder unterbrochenes aber ingesamt etwa 1 km langes Laufband befindet sich zwischen Ebisu und Meguro, da bin ich gerne entlang gelaufen.
Praktisch sind sie.
Bald werd ich Worte wie pittoreske Häuserfluchten und scenic walks verwenden.
ach, reiseführersprache.
Ja, beim Kaiserpalast war ich, darfst nicht rein, aber dafür das obligatorische Touristenphoto machen.
In der Ginza, einer der größten Einkaufsstraßen, wo du auch bei Louis Vitton wie ein Kunde behandelt wirst ;)
Abends im Regierungsviertel im 53. Stockwerk Cocktails trinken und auf die Metropole unter dir schauen.
Vor Restaurants, in Schaufenstern, oder in Restaurants, in Schaufenstern gibt es Nachbildungen der angebotenen Speisen, manchmal auch Getränken, aus Wachs oder aus Kunststoff, auf jeden Fall sehen die echt aus. Die gibts auch zu kaufen.
Wenn man photographiert, hort man auf zu schauen, zu fühlen, dafür sieht man mehr.
Das Photographie Museum war auch toll.
Ja, und voller Menschen ist eigentlich immer alles.
Papiergeschäfte sind gut, Muster auf Papier, auf Stoffen sind irrsinnig schön.
Irrsinnig ist ein Wort, das ich mir in Tokyo zugelegt hab, obwohl ich es davor nie benutzt habe und dort nie gehört hab.
Gebäude über 50 sind alt und werden bald abgerissen, wenn nicht vorher ein Erdbeben, ein Feuer, eine Bombe, eine Sturmflut, ein Vulkanausbruch oder eine Kombination aus allem sie vorher zerstört.
Musik kann man ja zum Beispiel bei HMV kaufen, in Dublin war der ganz gut. Hauptsächlich gibts in Tokyo - also bei dem einen in Shibuya, beim anderen sieht das ganz anders aus - allerdings die mir ausgesprochen viel sagende Abteilung Japanese. Wüsstest du eine einzige japanische Band, nani?
Was irgendwie ein wenig schockierend war: es gab keine Abteilung namens England. War ja nach Ländern geordnet, nur manchmal nach Musikrichtungen wie punk/loud music.
Harajuku ist gut. Ist ein Stadtteil und dort befindet sich ein großer, grüner Park mit nem Schrein, weil was wäre ein Park ohne Schrein, oder Tempel, oder zumindest ein paar Statuen und Torbögen. Die alle nicht sonderlich alt sind wegen Erdbeben, Feuern, Bomben…
Aber um das geht es dort eigentlich nicht, sondern um die Stylerkacke, in der man dort wirklich knietief steigt. Während in Sugamo nur Senioren rumlaufen, findest du dort kaum jemanden über 25, geschweige denn jenseits der 30. Mag auch manchmal ein schlechtes Zeichen sein.
Gefärbte Haare, schlecht gekleidete Teenager, die nur bei Geschäften, vergleichbar mit Rattlesnake nur entweder billiger, mehr Plastik, oder 2nd Hand, einkaufen.
Ist für mich dadurch vertretbar, dass sie ja jahrelang ihre Schuluniform tragen müssen. Ja, genau die Sailormoon-Schuluniform. Und eines Morgens ist mir auf dem Weg zur Yamanote Linie Sailor Mars entgegen gekommen, ich schwöre.
Abseits von dieser einen Straße, also weiter rechts bei der Omotesando beginnen die echt guten Sachen. Sagen wir ein Stadtteil, um einiges größer als der siebte, oder wenn ihr wollt, einfach eine Menge Straßen und eine Menge gute, gute Geschäfte, viele sehr gut gekleidete Menschen, wie aus dem Katalog. In der Größe von Einfamilienhäusern stehen dort getrennt voneinander Häuser, wo im Erdgeschoss Boutiquen und so was drin sind.
Verhältnismäßig gabs dort ungefähr viel mehr gut gekleidete Menschen.
Die momentanen Styler-Schuhe waren Stiefel, mit vielen vielen Schnallen und Spitzen und vollkommen unpraktisch und auch relativ hässlich, im Grunde.
Übernachten kann man in einem Fast Food Laden, einer Karaoke Bar, zumindest bis fünf Uhr früh in deiner Box, oder unter einer blauen Plane im Park mit den übrigen Obdachlosen; sind zumindest die billigen oder umsonst Versionen.
Es gibt auch Photomaten, nur nicht von der Familie Prontophot, dafür valid for alien immigration ID.
Englisch spricht dort eigentlich niemand. Ich hab versucht mich mit einem Uni-Professor,der englisch unterrichtet zu unterhalten. versucht. Auf die Frage "Do you speak english?" bekommt man prinzipiell ein Handzeichen als Antwort, das bedeuten soll, sehr wenig.
In indischen Restaurants - gutes gutes Curry - war ich deshalb einige Male, weil ich nicht raten musste, ob mich mein Gegenüber verstanden hat.
Gegensätze gibts dort auch ne Menge. Obdachlosensuppenküche im Park, wo sich ebendiese anstellen, direkt neben den Touristen, die dasselbe machen nur für irgendein Museum.
Einmal wollte ich mich davon überzeugen, dass Tokyo am Meer liegt. Schließlich heißt es ja dort hochtrabend "Tokyo Bay". Dort siehst du ein bisschen Wasser, haupstächlich Hochhäuser.
Nen Yahama Store, irgendwie naheliegend, ist ja Japan, hab ich auch besucht. Mit größtenteils europäischen Komponisten, viele Notenhefte auf deutsch. Manchmal waren auch DVDs Japanisch und Deutsch beschriftet.
In einer 10stöckigen Buchhandlung, Fremdsprachenabteilung 8. Stock, bin ich mit dem Lift raufgefahren. Zuerst 5 min warten bis er kommt, dann von den Liftladys hineingestopft werden, nichts für Klaustrophobiker, in einen Lift, der zugelassen ist für die Hälfte der Menschen, die dort drin waren. Englische Bücher waren überraschenderweise billiger, aber hinter mir standen zwei Jane Austen Akzentianerinnen.
Ja, es gibt auch diese Menschen, die in der Rush Hour Passagiere in die U-Bahn schieben, wo sie dann, sobald die Türen geschlossen sind gegen die angelaufenen Scheiben gedrückt werden. Am Bahnsteig ist angezeichnet, wo die Türen des Zuges sein werden, dort stellt man sich an.
Bei Bahnhöfen sind auch die riesigen Kaufhäuser, die im zweiten Untergeschoss beginnen, dort gibts Lebensmittel und bis ins 10. Stockwerk gefüllt sind mit verschiedensten Sachen, die meistens auch ziemlich labyrinthartig aufgebaut sind und, wo du hin und wieder mal ein EXIT Schild oder Tokyo Metro siehst.
In Sugamo hat mir ne alte Lady, die eine Papphut mit Gänse-Gesicht-Optik trug, Spiesse verkauft, als Nachmittagssnack. Obwohl die eigentlich nur gegessen werden, wenn man was trinken geht, aber das wusste ich da noch nicht.
CROCS hab ich genau 3x gesehen. Bis dahin dachte ich, dass Japan ein Land mit Stil ist.
Schöne Augen hab ich von Zeit zu Zeit gesehen.
Erdbeben hab ich nur ein kleineres erlebt.
Einmal draußen am Land im Kamakura, so ein Touristenort am echten Meer - halbwegs warm - mit Strand, Surfern und Sonne.
Zugstation: Hase.
Dort war es am ehesten so, wie man sich Japan eventuell vorstellt. mit Bäumen, Tempeln, älteren Häusern, die zumindest so aussehen, blühenden Obstbäumen. jou.
Bei Sonnenuntergang waren wir eigentlich zufällig gerade auf diesem Aussichtsturm auf ner Insel, wo man den Fuji am besten sieht, das war schon Absicht. weil ja jeder mal diesen Berg sehen sollte, was es dann auch wirklich wirklich wert war die tausenden Stufen raufzugehen.
Wenn du was trinken gehst, gehst du nicht wie hier ein Bier trinken, sondern hast die ganze Zeit was zu essen dazu. Gebratene Käsebällchen, Shrimps-Salat, Tintenfischringe, Chips, Bohnen, Pilze, Erdnüsse, Nachspeisen, was immer du haben möchtest.
Eins der most remarkable Ereignissen waren die Elvis / John Travolta Imitateure, ich bin mir nicht sicher, wen genau sie darstellen wollten.
Da hatte ich doch mal den Gedanken, dass dieses Völkchen noch außergewöhnlicher ist als der Rest der Welt.
Es wird gleich um die Ecke die Straße sonntags immer abgesperrt, damit sich Menschen als Mangas oder ähnliches verkleiden können, dann den ganzen Tag so rumstehen und sich photographieren lassen.
Find ich gut, dass es sowas gibt :)
Filmmusik hab ich auch gemacht drüben für einen Kurzfilm namens Love Sketch. Wo immer ich hingehe, werde ich zum Star.
was das betrifft, sie sagen dir ständig, wie gut du nicht aussiehst, alte, junge, Frauen, Männer egal. viele von ihnen haben ein etwas verschobenes Schönheitsideal á la wir wären so gerne westlich was mir echt leid tut, weil sie auch schön sind, nur auf ne andre weise.
die frau des premierministers (oder irgendeines anderen politikers) erscheint nur dann zu meetings, wenn die politiker ausländer sind, weil sie sich und ihre landsleute nicht besonders mag.
mfg
the boy is back in town

