1.Teil : DIE HÖLLE
Stürmischer Wind aus West.
Draußen ist es dunkler als nachts.
It's a bit birdy nam nam.
Diese etwas elitäre, etwas zu schicke Ausstellung ist vorbei.
Das ist mein Nachgeschack, meine Prosecco-Gläser-Whirlpool-Dekadenz-Verweigerung. Oder?
Erstmals habe ich konservierte Glasscherben ausgestellt.
Damit meine erste sozusagen fast am Rande des Konzeptuellen (klare Trennung zwische Konzept/NichtKonzept ist praktisch unmöglich, in Beschreibungen trotzdem hilfreich) Arbeit partiell über den Rand gestoßen, vielleicht ist sie auch von selbst ausgelaufen.
Der Aufprall war weich und hatte nur leichte Prellungen zufolge.
Wahrscheinlich so wie bei Spinnen, die haben auch acht Beine.
Und - Wer war dieser Mensch mit der grünen Hose, der meine Spätlese ausgesoffen hat?
Another thing on my mind -
Meine lieben Gäste, es freute mich ehrlich, dass ihr gestern (mittlerweile nicht mehr) alle da wart.
Ich hätte gerne mit jeder und jedem einzelnen mehr Zeit verbracht und den Tourist Guide besser vorbereitet gespielt, mit einem bunten regenbogenfarbenen Schirm statt einem Plastikbecher, der kurz darauf auch Teil meiner Arbeit wurde.
Bei etwaigen Rückfragen stehe ich zur Verfügung.
Ich war übrigens durchwegs zufrieden.
Etwas zu viele Menschen, ungefähr 300 zu viel, nevermind.
Böse, ehrliche Zungen behaupten ja, dass Vernissagen besuchende Menschen nur auf Grund des kostenfreien Alkohols kommen.
Was der Augustin über Bahnhöfe schreibt ist übrigens ziemlich gut, meine Ansicht.
Appetithäppchen balancierend, hier der Alternativtitel
BLAUER VOGEL III
Angefangen mit einem kleinen, springwütigen Wesen, das mir gar nicht so gut gefallen hat, über - für österreichische Verhältnisse - erstaunlich stimmungsvolle Depressiva und Schwarzmalerei Musik.
In dem Lied nicht unbedingt, aber das macht jetzt nichts.
Ich mag ja so (werfe undifferenziert irgendwelche Genres, Kategorien in den Raum) Country/Western/Folk/GitarrenNeilYoungNickDrake nur manchmal so richtig.
In dem Fall schon.
Und den Hidden Cameras, die sich leider ein bisschen zurück gehalten haben, ob des anspruchsvollen Wiener Publikums im Porgy ?
Zum Glück bin ich ja jetzt krank (alle, die meine Stimme hören raten mir meinen Hauptwohnsitz permanent in den Süden zu verlegen).
Und finde Taxi fahren plötzlich gar nicht mehr so schrecklich überteuert, unnötig und CO2.
Deshalb auch schreibfaul.
Egal, noch ein bisschen was vom üblichen Geplapper.
Wie ihr ja alle wisst, mag ich dieses kleine Wien meistens ganz gerne,
- daher dürfte euch auch bekannt sein, dass ich noch viel lieber weg fahre.
Dieses Jahr habe ich meine Sicht der Dinge auf den neuesten Stand gebracht, Reisen, das ist Vergegenwärtigung des weltweiten Zeitgeschehens
Ganz klar ist das auch ein Weglaufen vor dem Hier und Jetzt,
das ist der Reiz an der ganzen Sache.
Feiges Weglaufen durch halb Europa, namentlich erwähnt, in Bildern durch verschiedene Optiken halbwegs gefangen, in Vorarlberg beim Jahreswechsel, als ich die Rakete an den Kopf bekommen habe, dann, um meinen Todestag gebührend zu feiern in Prag, Frühlingserwachen in Paris, Marseille, Nizza, einige Male Tirol, und im Sommer, sobald der Job mich entlassen hatte, wieder nach Prag, Krakau, Warschau, Berlin, Stockholm, Helsinki, Kolding, Amsterdam, Barcelona, Lyon, später einen keinen Rockstarausflug nach London, eine PensionistInnenbusreise nach Bratislava und in naher Zukunft noch mal nach Berlin, Baby.
Get to know me [...] I'm the new Berlin Wall! (Hedwig and the angry inch)
Diesmal wohl eher per Autostopp, weil das Geld aus ist.
In dieser kalten und grausamen kapitalistischen Welt ist Kapital nämlich gleichgestellt mit Selbstbestimmtheit; Ausnahme: nicht Teil der Gesellschaft/des Systems zu sein; was eine Unmöglichkeit darstellt, weil Nicht-Teil trotzdem einmal Teil war; deshalb Gegenteil ist.
Und was machen wir zu Silvester?
mfg
JUGENDSTILKITSCH