Friday, 14 July 2017

Hopfen, Malz


Ich schreibe diesen Text fertig, während ich 7 Fußball Fan Männer bediene. Sie haben jeweils schon Biere gebracht, in Flaschen oder Dosen. Dann bestellen sie mindestens immer noch ein Bier, während sie noch nicht ausgetrunken haben. Sie sind die Sorte, die mich fragen kommen, welche Toilette sie benutzen sollen. Und solche, die sich auf ihren Telefonen gegenseitig Memes von halbnackten Frauen zeigen. Das erfinde ich nicht, das haben sie auch mir indirekt ins Gesicht gehalten. Ich frage mich, wie weit sie gehen müssen bis ich die Geduld verliere, und damit Hand in Hand, das Geld verliere. Später wird sich einer nicht erinnern, dass er eigentlich ein volles Bier in der Hand hat und noch eines bestellen. Ich beobachte und weiß, dass Vergleiche zu anderen Branchen in denen Menschen Dinge für Geld machen im Verhältnis total unangebracht sind. Dass mir trotzdem etwas aus dieser Richtung in den Kopf schießt, das kann ich nicht ändern. Es geht nicht um mich, soweit bin ich safe. Ich bin alleine und verhalte mich unauffällig, kann die Rolle spielen in der ich Biere zapfe und in der ich Biere serviere. In Youtube spiele ich als Nächstes Anne Clarke. You sustain the rhythm, I'll maintain the beat. Oder, frage ich mich, bin ich derartig übersensibilisiert, dass mich solche Dinge stören, die für viele andere total normatives Verhalten ausmachen und deshalb die Methode zwei geschlossene Augen anwenden? Einer kommt auf mich zu, unterbricht meinen Gedanken und fragt: Hast du ein paar Servietten für mich? Ich hab den Jungs ein bisschen was in die Schuhe geschüttet. Ich frage: In die Schuhe?