Ich
schreibe diesen Text fertig, während ich 7 Fußball Fan
Männer bediene. Sie haben jeweils schon Biere gebracht, in Flaschen
oder Dosen. Dann bestellen sie mindestens immer noch ein Bier,
während sie noch nicht ausgetrunken haben. Sie sind die Sorte, die
mich fragen kommen, welche Toilette sie benutzen sollen. Und solche,
die sich auf ihren Telefonen gegenseitig Memes von halbnackten Frauen
zeigen. Das erfinde ich nicht, das haben sie auch mir indirekt ins
Gesicht gehalten. Ich frage mich, wie weit sie gehen müssen bis ich
die Geduld verliere, und damit Hand in Hand, das Geld verliere. Später
wird sich einer nicht erinnern, dass er eigentlich ein volles Bier in
der Hand hat und noch eines bestellen. Ich beobachte und weiß, dass
Vergleiche zu anderen Branchen in denen Menschen Dinge für Geld
machen im Verhältnis total unangebracht sind. Dass mir trotzdem
etwas aus dieser Richtung in den Kopf schießt, das kann ich nicht
ändern. Es geht nicht um mich, soweit bin ich safe.
Ich bin alleine und verhalte mich unauffällig, kann die Rolle
spielen in der ich Biere zapfe und in der ich Biere serviere. In
Youtube spiele ich als Nächstes Anne Clarke. You
sustain the rhythm, I'll maintain the beat.
Oder,
frage ich mich, bin ich derartig übersensibilisiert, dass mich solche
Dinge stören, die für viele andere total normatives Verhalten
ausmachen und deshalb die Methode zwei geschlossene Augen anwenden? Einer kommt auf mich zu, unterbricht meinen Gedanken und fragt: Hast
du ein paar Servietten für mich? Ich hab den Jungs ein bisschen was
in die Schuhe geschüttet. Ich frage: In die Schuhe?