Ich denke der Text ist ein Gedicht, es heißt:
Vielleicht muss man sich gar nicht gefunden fühlen oder aufgehoben,
gut.
Na gut.
Ich fühl mich total verloren, zugegeben. Jetzt, wo.
Und es beginnt so:
Ich fühl mich total verloren, jetzt, wo
jetzt ist ein Ort in dem Sinn
wo es nicht mehr so viel gibt gegen das ich die ganze Zeit ankämpfen,
wo ich immer dagegen halten,
wogegen ich mich permanent auflehnen muss,
um mich nicht selbst zu verlieren. Lustig wie sich die Schlange in den Schwanz beißt.
Das war für eine Zeit, also die oben beschriebene ganze Zeit, ganz praktisch, weil es mir erspart hat mich mit mir selbst auseinanderzusetzen (und innerhalb von einem Nebensatz vier Wörter, die eigentlich für „ich“ stehen einzubauen, das geht selten
gut. Im Österreichischen deshalb so gut, jedoch, naturalisiert im Textfluss schwimmend, weil wir reflexive Verben so lieben.
gut. Im Österreichischen deshalb so gut, jedoch, naturalisiert im Textfluss schwimmend, weil wir reflexive Verben so lieben.
Ich fliege dann beim kleinsten Fehler wie ein Rennschlitten aus der eisigen Dreivierteltunnelbahn und wälze mich mit Schneeengeln und dem Gefährt ringend in einer Wolke aus Hautfetzen, Fäustlingen mit sie verbindenden Schnüren dran und gebrochenen Eierschalen den Hang hinunter. Walking on egg shells, walking on ice
Im Kern gibt es schon Menschen, die mir gut sind. Die gut für mich sind, die das gar nicht so genau wissen.
Du kannst mit uns sitzen.
Und es geht weiter so:
Und es geht weiter so:
Ich fühl mich total verloren, jetzt, wo
jetzt ist ein Ort in dem Sinn
wo ist ein Zeitpunkt in dem Sinn
jetzt, wo ein Raum vergangen ist den ich in vollen Zügen genießen konnte
jetzt, wo ein Raum vergangen ist den ich in vollen Zügen genießen konnte
wo ich nie dagegen halten will
wogegen ich mich permanent nicht wehren muss.
Die Lesung wird so angekündigt: Weil ich kein Tagebuch besitze, veröffentliche ich einfach alles im Internet. Damit trotzdem niemand so richtig checkt, was in mir vorgeht, drehe ich das alles durch eine Mühle oder durch eine Kartoffelreibe. So lange, bis nur noch die, die gerade dabei waren, ahnen können, worüber ich mir Gedanken mache, was ich zu Bildschirm bringe.
Jahre später kann auch ich das nur mehr vage nachspüren.
Ich dachte:
Ich sollte eine Fortsetzung schreiben; immerhin orientieren sich die Intervalle, die Auszüge, die Exzerpte an gewissen halbwegs beliebig, halbwegs voller Liebe gesetzten Punkten, die ich an Personen, Plätze und Dinge hefte;
Hinzu kommt, dass der Objektfetisch macht, dass ich es mag die Druckerschwärze auf dem Trägermaterial zu spüren, ihr mit den Fingern zu folgen anstatt Sehnenscheidenentzündung vom Scrollen zu bekommen.
Jahre später kann auch ich das nur mehr vage nachspüren.
Ich dachte:
Ich sollte eine Fortsetzung schreiben; immerhin orientieren sich die Intervalle, die Auszüge, die Exzerpte an gewissen halbwegs beliebig, halbwegs voller Liebe gesetzten Punkten, die ich an Personen, Plätze und Dinge hefte;
Hinzu kommt, dass der Objektfetisch macht, dass ich es mag die Druckerschwärze auf dem Trägermaterial zu spüren, ihr mit den Fingern zu folgen anstatt Sehnenscheidenentzündung vom Scrollen zu bekommen.
Es sind 10 Jahre, die ich in diesem Zimmer wohne, in dieser Wohnung. 10 Jahre mit vielen kleinen und großen Unterbrechungen. Und jetzt, wo ich meine Matratze und die Bettbezüge in einen anderen Raum getragen habe, halte ich das folgerichtig für einen guten Moment das nächste Buch auf die Welt zu werfen. Es ist nur ein kleiner Auszug unter den Auszügen, unter den Bettbezügen, aber Auszug genug.
Die Verzögerung erklärt sich wie folgt:
Mir ist bisher nicht etwas dazwischen gekommen, ich habe mir selbst eine Falle auf gestapelte Honigtöpfe gestellt und der in eine Schleife gelegte Strick hat mich, sich um meinen Knöchel ziehend, Sohlen über Kopf den Ast hinauf gezogen, wo ich lange mit verschränkten Armen gehangen bin. Auf den Geschmack komme ich langsam wieder und tippe weiter im Dunkeln, tappe ellbogentief im pickerten, metaphorischen Honig.
Und, wenn man mich dann fragt, ob das die künstlerische Äußerung ist, die ich der Welt entgegenbringen möchte, dann ist meine Antwort, dass das meine künstlerische Äußerung ist, die ich der Welt entgegenstellen möchte, zwischen mich und sie wie eine Barriere, weil sie mich sonst umreißt.
Die Verzögerung erklärt sich wie folgt:
Mir ist bisher nicht etwas dazwischen gekommen, ich habe mir selbst eine Falle auf gestapelte Honigtöpfe gestellt und der in eine Schleife gelegte Strick hat mich, sich um meinen Knöchel ziehend, Sohlen über Kopf den Ast hinauf gezogen, wo ich lange mit verschränkten Armen gehangen bin. Auf den Geschmack komme ich langsam wieder und tippe weiter im Dunkeln, tappe ellbogentief im pickerten, metaphorischen Honig.
Und, wenn man mich dann fragt, ob das die künstlerische Äußerung ist, die ich der Welt entgegenbringen möchte, dann ist meine Antwort, dass das meine künstlerische Äußerung ist, die ich der Welt entgegenstellen möchte, zwischen mich und sie wie eine Barriere, weil sie mich sonst umreißt.