Tuesday, 31 August 2010

Du auch, ihr zwei und eine U-Bahn-Linie.

Liebe Silvia,

BABY DON'T DO IT!
i really feel obliged to inform you about recent happenings in my small capital.
Anfangs da hab ich mir das ganze ja so vorgestellt: Es sah aus wie eine Dame, mitte 40, etwas übergewichtig, adipös, Richtung 200 Kilo, die versucht über einen dieser Absperrungszäune zu klettern, dieser biegt sich schon, unheilsschwanger, allerdings bleibt sie mit ihrem spitzen Schuh in einem der Zwischenräume stecken und spießt sich da an den Spitzen der Oberkante des Zauns auf und verblutet dort.
Die Realität kam dem ganzen sehr nahe.
Das war eine Lüge.
Ich war Bono's personal bodyguard for one day und musste drei Kugeln mit meiner Brust und eine mit meinem falschen Gebiss abfangen.
Trotzdem.
Da gab es Menschen, die sprachen mit ihren Jackenkrägen und niemand fand das anstößig.
Ein aus den Nähten platzendes, jegliche Vorstellung von Kapazität brechendes, Stadion,
das haut dich schon um. Alleine, die hörbare Schallgeschwindigkeit und damit zusammenhängende Verzögerung von mitkreischenden Menschen vom einen Ende zum anderen.
Und One Republic als Vorband, das ist suboptimal.
Ich hätte gerne eine Pop-Band aus dem Katalog zum Ausschneiden, Lyrics handeln von Liebe, Enttäuschung und Kacke, nur keine Aussagen, nein, nein, vielleicht stellen wir hier noch ein Klavier dazu und ein Cello, ja wunderbar, sieht gleich ganz 'anders' aus und dann tragen sie noch ein bisschen so dunkle Hemden, bitte.
Die brechen richtig aus dem Clichée aus, Respekt, und wählen ihre Kleidung sicher selbst aus.
Wow, Masken aus Plastik.
Live fast mehr Covers als eigene Lieder.
Zum Speiben.
Kreischende 14-jährige und kreischende 71-jährige nebeneinander.
Seichte Pop Musik, Kuhherden von Uni Wien Taschen.
Unklare Zonen von 'Sein oder Nicht Sein'.
Regen irgendwo zum Nachdenken an.
Wie auch immer, der Hungerlohn dankt es mir,
denn Es geht immer ums Vollenden und den Superbowl.
Solche Maßnahmen ergreife ich nur kurz vor dem Konkurs.

Aus der Reihe PICTURES NOT TAKEN aber trotzdem in meinem Kopf aufgezeichnet.
Da gab es beim Eingang Stadion, Sektor A, zwischen Stiege 27 und Stiege 28, die Red Zone 2.
Wäre es Glas gewesen, hätten sie sich die Nasen platt gedrückt, die Nicht-Hinein-Gekommenen, die Ticket-Losen, die Trotzdem-Musik-LiebhaberInnen, die Senstionsgeilen, die Nichts-Besseres-Zu-Tun-Haben. In dieser ungesunden Beleuchtung, schlimmer als Energiesparlampen, neben der Pissecke.

Musik wäre gerne frei zugänglich, finde ich.
Plattenkonzerne möchten gerne gesprengt werden.
Ich habe überlegt eine aufsehenerregende Gerichtsverhandlung herauszufordern und 25 Jahre Gefängnis zu riskieren, indem ich alle Ein und Ausgänge geöffnet hätte, um die Massen, die keinen total überteuerten Eintritt zahlen wollten, hineinzulassen.
Wo ich von freiem Zugang zur Musik und Sprengung der großen, bösen Musikindustrie gesprochen hätte.
Geld - zählt ja zu den 3 wichtigsten Dingen der Welt neben Aussehen und Macht - ginge an den Artisten direkt.
OFF TOPIC : Mit Naomi Campbell im Zeugenstand, weil Nelson Mandela ihr Diamanten geschenkt hat.
Aber Du bist nicht von Bedeutung.
You Too, not.

mfg

Credits : Der Nino aus Wien.