Pop
Ich melde mich zurück
und rauche noch immer nicht.
Hat ja auch keinen Reiz andere für sich reden zu lassen.
Draußen war ich in der Luft,
die so sauber ist,
wie sie in Wien nur wird,
weil sie so kalt ist.
Und nicht mehr so dumm und überreif wie im Sommer.
Belege gibts keine, oder Rechnungen.
Dafür, dass sich Popkultur in alle Richtungen immer verbreitet, immer hat.
Ich habs schon wieder getan,
die Wolle in der Waschmaschine.
Und dieses Mal nicht einmal wissentlich.
Augen zu und durch --- zu dem Punkt, wo ich wirklich etwas von mir preisgebe.
Ein Traum -
den ich vage erinnere:
Ein Lied geschrieben, das war super.
Ganz schnell, einfach so im Prozess des Überlegens, und es hat functioniert.
In der Realität habe ich leider vergessen, wie Lieder schreiben so geht.
Ich glaube, das hat da begonnen als ich mich in der Position des Lyrikers zu verletzlich, pathetisch und angreifbar gefühlt habe. Irgendwie gab es da weniger Platz für Selbstverteidgung durch Hintertüren. Weniger Definition, weniger Umschreibung. Komprimierte Bedeutung auf weniger Buchstaben, die in Silben eingepasst waren.
Heute war Friedhofsprospektwetter.
Und, wenn ich das jetzt so lese, stimmt das alles wieder einmal gar nicht, nur ein wenig.
Lyrik lässt wahrscheinlich noch viel mehr Platz für Außen und Eigeninterpretation,
also, die, die ich jetzt meine, nicht die gemeine, überbegriffliche.
Deshalb gibt es hier unten folgend eine Premiere.
Damals war ich vermutlich immer noch ziemlich herzgebrochen,
so wie ich das die meiste Zeit meiner Jugend war,
wenn ich nicht selbst gerade Herzen zu Scherben gehauen habe.
Noch ein kleines Zitat, das ich mal zur Beschreibung meiner musischen Tätigkeit benutzt habe:
Mich Pop zu nennen ist wie nachts auf der Autobahn zu tanzen.
Aus heutiger Perspektive würde ich vielleicht etwas hinzufügen.
LIEDTEXT.
BACK FROM 07
Sean Penn (urspr. Sean Penn's Arms)
Ich werde singen
Ohne meine Stimme zu erheben
Ich werde tanzen
So wie niemand zusieht
Dich berühren
So die Einsamkeit entzweien
Es klagt des Unrechts wegen
Die Stimme des Herzens
Dieselbe sprach den Fluch aus
Versprach ihren Griff nur dann zu lockern
Wenn deine Hände zu schwach sind
Um Gesten zu formen
So die Rede der Liebenden nichts zu ändern vermag
Erst das Wissen
Die Perspektiven aussichtslos macht
Den Blick trübt
Und die Zunge beschwert
Während die Vorstellung trügt
Belügt der Schein
Das Gefühl
Der Faden geht verloren
Die Masche löst sich
Ungerührt
Nimmt das Leben seinen Lauf
Halte sie bloß fest
Deine Sean Penn Hände
Wende sie
Nicht um dich zu wehren
Sondern um zu antworten
Entschlossen
Geschlossen
Nehm ich sie kühl zur Kenntnis
Geöffnet
Gelang ich zur Erkenntnis
Auf halbem Wege
Finde ich mich wieder
Liebkose was und wen du innig liebst
Versage der Hoffnung
Deine blutenden Wünsche
Stille deinen Durst
An Farben und Tönen