Friday, 30 December 2011

Zwanzig

Ich schätze meine Nachbar_innen sehr,
dafür, dass sie nie die Polizei rufen.
Auch, wenn es mal etwas früher wird.
Im Grunde sollte ich Geschenkskörbe verteilen. Amerikanische. Ohne Salami.
Doch was ich mit geräuchertem Tofu anfangen sollte -
weiterverarbeiten oder gleich essen?
Hat sich dann erübrigt, die Frage, weil ich einfach alles, was ich gefunden habe in einen Topf warf und auch den Kartoffelscheiben bei mittlerer Hitze den Garaus gemacht habe.
Alles ist voller Liebe!
Nichts lässt sich auseinandernehmen, nichts lässt sich trennen, nichts lässt sich benennen.
Nur ein Hauch von Holunder hängt im Wasserglas.
Ihn bewundere ich sehr.


Und dann beginne ich das Resumeé!
Dekolleté.
Ich lasse mich nicht hängen,
beschreibe die letzten Blätter des Jahres,
die an der Wäscheleine trocknen.

Von und zu Interesse.
Meine Vorfahren haben in weiser Voraussicht meinen Namen ändern lassen.
Also ihren, das c umschreiben lassen in ein tsch, sich somit der hiesigen Xenophobie entzogen, zum Teil.
Fangen wir von vorne an.
Here online everything all the time,
sei Dank,
da habe ich mein Gedächtnis gestützt in Lettern,
gestürzt,
gestutzt.
Nach den Regeln der Zeitmessung, da ist das rein technisch gesehen schon im Jahr zuvor passiert.
Nur war es so kurz vor dem Jahresrutsch, dass dieses Ereignis keinen Platz mehr gefunden hat in der letzten Buchstabenkollektion.
Ich habe mich per Autostop bei der Sportlerin des Jahres und Weltcupsiegerin Elisabeth Görgl bis zum Innsbrucker Metropol Kino kutschieren lassen.
Sie bekommt hier einen unglaublich langen Absatz und daher unglaublich viel Wichtigkeit, die sie in meinem Leben ganz und gar nicht hat.
Vor allem ist das seltsam, weil diese Retrospektive nun wirklich nur Teilaspekte beleuchtet, nur die Orangenhaut des letzten Jahres.

THE FULL STORY

Bei meiner letzten kleinen Reise in den Westen habe ich beschlossen mir das Zugticket zu sparen, stattdessen in dieser autostopperfreundlichen Jahreszeit das Mitleid anderer Menschen auszunutzen und so ans Ziel zu kommen.
Nach einer Fahrt mit u.a. einem Inkontinenz-Zubehör-Vertreter (ich weiß jetzt alles, was ich nie wissen wollte) hat mich eine nette junge Dame mitgenommen, die kurz davor noch Schnee in einen Plastiksack geschaufelt hatte. Beinahe hätte ich sie für eine Greenpeace-Aktivistin gehalten, die Wasserproben nimmt, um den Verschmutzungsgrad der Luft, des Wassers und unseres grünen Planeten anzuprangern.
In Wirklichkeit war sie Skirennläuferin mit irgendeiner Form von Knieverletzung.
Meine medizinischen Kenntnisse gleichen beinahe denen meiner Expertise im Fachgebiet SKIRENNLAUF. (Deshalb bin ich damals bei WER WIRD MILLIONÄR auch schon bei der ersten Frage ausgeschieden.)
Über ihren Namen wusste ich in der Zeit, die ich in ihrem Fahrzeug verbrachte, nicht Bescheid.
Erst beim Aussteigen fielen mir die Autogrammkarten, neben mehreren Paar Ski und dazugehörigen Stöcken auf, die mir entgegen lächelten.
Im Vorfeld hatte ich mich kurz mit ihr über diese Sportart unterhalten; sie im Small Talk gefragt, wo sie denn herkomme usw. und sie hatte mir mehrere Hinweise gegeben, die mich ihre wahre Identität hätten vermuten lassen sollen.
Ich bin seitdem wild entbrannt (Nein, Lüge.) und plane eine Skirennläuferkarriere zu beginnen (Nein, Lüge.) und ...
Das ist alles gar nicht so wichtig;
Neben meiner Affinität gegenüber Baumärkten ist eine weitere lange verschwiegene Leidenschaft die Sportart Get-A-Ride-From-A-Celebrity (Nein, Lüge.)
Ich war nur total starstruck und hingerissen.
Noch toller als C-Promis zu treffen ist sie nicht zu erkennen.

Wo wir das hinter uns haben -
Und sonst so im Gesamten,
es tut sich ja nichts!
Immer wieder bin ich besoffen und mag am nächsten Tag nicht vor die Tür.
Stapelt sich das Material am Boden, versuchen Gäste das Parkett zu finden.
Danach kommen die Kopfschmerzen zu Besuch.
Man geht auf Konzerte, man gibt selbst welche.
Es ödet einen so richtig an das Leben.
Irgendwann habe ich dazwischen die längste Beziehung meines Lebens mir nichts dir nichts beendet. Bin frei wie ein Vogel.
Eine Brieftaube
Und dann spiele ich das alles runter,
das berührt mich nicht,
ich mag keine Gefühle.

Eine Momentaufnahme wie eine Rauhfasertapete,
die Gedanken zu der Stadt in der ich viel zu viel Zeit verbracht habe,
habe ich transkribiert in What New York Used To Be And Why London Hates You.

SOME OF THE FULL STORY

Unmöglich kann eine solche Abhandlung über eine Stadt, oder ein Versuch eines abgesteckten Feldes in Form des Sternbilds der Schleiereule, ein Lebensgefühl in diesem Kadaver, abgeschlossen, abgehandelt werden.
Die kontinuierliche Veränderung einer Zivilisation, der Gegenwart, das Absterben und Auferstehen; das Neuentstehen und der ganze Kack - für dessen Aufzählung ich nicht die Muße habe - lässt keine gültigeSchlussfolgerung zu; ist so facettenreich und vielseitig, dass auch eine möglichst vollständige Melange (...) aus Research und Spin-Doktorismus zum Zeitpunkt der Veröffentlichung oder sogar bereits bei der urheber*innenrechtlichen Absicherung outdated wäre und in keiner Form einen Anspruch auf Wahrheit, Wissenschaft oder Wertigkeit stellen dürfte.

Mir war das jedenfalls egal.

Vor Augen gehalten habe ich mir, was ich schon so alles hinter mir habe und dann nicht über den Tellerrand gesehen. Daher bin ich über ein Kabel gestolpert, das den letzten Computer zum wiederholten Male zu Fall gebracht hat. Irgendwann hat dann dieser untote Begleiter den Geist aufgegeben in Form von Schall und Rauch sich selbst in vorgefertiger Urne in den ewigen Schönheitsschlaf gerissen, geritten.

Ja, die Freie Klasse.
Ein riesiges wunderschönes Konstrukt, das ist sie, mit allem was dazugehört, Lichterketten.

Das Symposium.

Es hat alles einwandfrei funktioniert.
Die Pink Playlist ist das einzige, was nicht zum Einsatz gekommen ist.
Unwahrscheinlich.
Die Mischung aus versifften Sofas und Ich möchte ein minimalistischer Designer Stuhl sein und trotzdem Massenware haben einen Bogen gespannt und Pfeile geschossen, zwischen Kunstbärenfell und Personal Assistant Professionalität sind die eingeschlagen, haben die Zielscheibe bestehend aus einem erweiterten Begriff der Fotografie durchbohrt und ein Gefühl von Wohnzimmerlichkeit hergestellt. Inklusive Subterrariumchor, der im Stiegenhaus noch Zugaben gesungen hat.
Wir lieben den Chor.
Noneon und die Rehe mochte ich auch gerne.
Daher habe ich eine ausschweifende Dankesrede gehalten.
Geschlossen habe ich die (wahrscheinlich) mit den Worten "weil sie so schicke Schuhe trägt".

Diese Ausstellung.

Die stand ja schon unter besten Vorzeichen, der einzige Tag an dem die Sonne schien, Tonic war im Angebot und Gin billiger als erwartet, der Schlüsselanhänger neonpink. Was will man mehr? Nachdem das die erste Ausstellung war, die ich mehr oder weniger selbst organisiert habe - kuratiert nur insofern, dass ich ein paar Leute eingeladen habe mitzumachen - Resumeé : 1+Zuckerobendrauf. Ich hoffe auf eine Fortsetzung, one day soon. From Off Space to Off Space.

Alles aus dem Ärmel geschüttelt.


In Wahrheit habe ich unglaublich viel gelernt. Dazu und darüber.
Und wie viel da noch ist, was es alles noch gibt.
Ich bin blind, ich sehe nichts.
Da mag ich gar keine Beispiele angeben.
Statt, dass sich irgendetwas herauskristallisiert, eröffnen sich immer weitere Felder.
I'll try anything once, hoffe nur, dass die zeitliche Realität das zulässt.
Und vielleicht habe ich das erste Mal auch gelernt Fehler zuzugeben.
Nein, ich bereue nichts.
Ansätze, Gedankenstreusalz -
Und zunehmend, da hat sich die Ehrfurcht vor Menschen und Kreisen und Gremien, oder Konventionen und Normen ganz stark zurückgezogen.
Und manchmal, da ist die Unendlichkeit und gewichtige Riesigkeit der Dinge doch wieder so übermächtig.
Es sind nicht alle frei, die ihrer Ketten spotten.

Budapest, Prag, Paris, Berlin, Warschau, Bukarest.
Gerade mal 6 größere Städe heimgesucht.
Eine Schande!

Und noch nie habe ich mich so viel mit Internet Pop auseinandergesetzt.
Herrlich.

Amy Winehouse und Kim Jong Il sind tot.

Morgen möchte ich im Augarten spazieren gehen.
Und dann Pinienkerne abbraten.
Sie auf einem Hausdach verspeisen,
Raketen.

mfg
dancedancedance