Monday, 13 May 2013

An Orten leben

Ich war gerade dabei darüber zu schreiben, wie wenig ich hier von den Dingen verstehe.
Dabei trug ich Kopfhörer und lauschte manchmal Popmusik. Als ich draußen vor dem Haus eine Stimme hörte, die durch Lautsprecher verstärkt wurde, sodass auch ich im Innenraum den Sprechchor hören konnte und die Kirchenlieder, die Zeilen, die sie nachbeteten. 


Es fällt mir schwer chronologisch zu ordnen, oder zu beschreiben.
Welchem Beweggrund die Schuld zuzuschieben ist, dass mir das wichtig ist, das weiß ich nicht.
Die letzten Texte, die gingen mir zu größeren Teilen nicht leicht von der Hand, sie stellen jeweils mehrere Anfänge, Ansätze und Weiterführungen dar, nehmen Platz und sind wenig kohärent.

Ohne zu überlegen hatte ich alle horizontalen Oberflächen des Raumes mit Sachen bedeckt, sodass es mir unmöglich war das improvisierte Abendmahl, das letzte, (das auch durch die Hilfe der Mikrowelle, mit derer magischer Wunder ich mich erst vor kurzem erstmals auseinandersetzte und der ich seitdem noch skeptischer gegenüberstehe als zuvor) abzustellen und zu mir zu nehmen. Die Woche vor der vorigen Woche hatte ich mir einen ganz niedrigen Klapptisch zugelegt, das ermöglichte mir, auch am Boden sitzend, zu speisen, das kam sehr gelegen.
7 Tage später war es noch ganz genauso. Nur hatte sich das Papier vermehrt.

Ich war durch Zufall im tumblr auf eine Seite gestoßen, die Bilder von einer Tourismusreise zeigte.
Es war darauf meine Stadt zu sehen, die ich hiermit mein eigen nenne. Die Stadt, in der ich seit einiger Zeit lebe. Weil alles, soweit du es siehst, dir gehört.
Sie war dort widergespiegelt durch einige Fotos, die Orte zeigen, die mir mittlerweile sehr familiär sind.
Und der Unterschied, dort zu leben und zu passieren, oder diesen nur zu passieren und woanders weiterzuleben, die Sicht auf die Dinge ist eine andere; massiv

Und in der letzten Woche; man stelle sich vor eine Stadt Dorf, in dem so gut wie die gesamte Bevölkerung in schwarzen Umhängen gekleidet ist, auch bekannt aus einer episch langen Verfilmung in mehreren Teilen, die auf einem Buch beruhen, und die Bevölkerung eben, sich nur in größeren Gruppen bewegt, die allesamt in eine Richtung ziehen, und manche von ihnen tragen Holzstöcke, die Buchstaben zieren. In den Tagen darauf kamen Hüte und Spazierstöcke in bunten Farben, die etwas repräsentieren sollen, dazu. Zumindest war dann nicht mehr alles schwarz und Geheimgesellschaft. Und dennoch, ist das alles ein wenig befremdlich.

Gestern saßen wir unter Geranien und hatten Gläser in Händen gefüllt mit Delikatessen. Wir dachten an viele Menschen und riefen sie auch an, auf dass sie herüberkommen würden in ihren Worten.
Wie ich mich fühle, wenn ich in dieser Sprache über Dinge spreche, die Bedeutung haben, das ist so eine Sache. Es hat einfach nicht denselben Gehalt, in der Signifikanz, das könnte es sein. Und auch, ist es ein Bild! Ein Bild, das ich jetzt in meinem Kopf habe. Es ist zum einen, eine Art Platte, eine Ebene, und darunter eine andere. Sie sind bearbeitet, oder schon von vornherein so beschaffen, dass sie durch eine bestimmte Form von Drehung ineinander gelegt werden können, nicht direkt und außerdem passen sie auch nicht genau. Es scheuert und schabt etwas. Und es hat ganz viele Farben, viele sind grün und manche sogar orange. Zum anderen ist es eine Fläche, die sich durch Schaufeln, oder Anhäufen langsam formt. Sie ist durchlässig und geflochten, ganz unregelmäßige Schlaufen und Flechten. Stabil genug darauf zu stehen, aber es fehlt so vieles zu einer Ganzheit, in Gedanken behält sich, dass nichts niemals komplett ist.