Friday, 11 October 2013

Im Kaffesatz lesen

Ab und an und zu überlege ich Absätze nicht mich Ich zu beginnen.
Das hält mich aber ab von manchen Anfängen, die in erster Linie zu machen,
zweite Gedanken mache ich mir darüber sowieso, die dritten soll mir dann die Krankenkassa zahlen.

Was meine Geschichte ist und welche deine, das ist eine andere.
Perspektivische Geschichtsschreibung und weiße Männer, Skelette in Kästen unter Museen
und Sieger und Geradlinigkeit. Und vortragen tut der, der sich so gewählt und genau auszudrücken weiß wie sonst niemand, den und die ich persönlich kenne, nämlich scheinbar so mühelos, der, der selbst am liebsten erzählt. Nämlich nicht mit dem Anspruch zu berichten, was wirklich geschehen ist. (Sondern.)

Ich besuche außerdem eine Einführung in die künstlerische Praxis; vielleicht lerne ich jetzt, wie das eigentlich geht, was ich mache oder habe.
Das ist aber nicht mein Beweggrund dorthin zu gehen. Es ist im Dachgeschoss, dort, wo man die roten, geflügelten Löwen auf den Türmen sehen kann, durchs Fensterglas, und die Schornsteine, knarrende Treppenstufen.

In the body of a violin habe ich die Ukulele gebracht. Es ist das nicht irgendein Geigenkasten, es ist das ein besonderer. Bisher hatte ich darin Dinge gehabt, die ich mit einem Zeitraum, mit einer Person verbinde, verbunden habe. Erstanden habe ich ihn in Budapest, das ist eine Stadt in Ungarn, in der es parteipolitisch auch ziemlich arg aussieht.
Ich habe ihn aber ausgeleert, die Erinnerungen in einen anderen Karton Werte-umverteilt, und in ein anderes Haus getragen. Im Badezimmer roten Stift auf das Gin Tonic Glas gemacht, Lippenabdrücke. Auf den Rand der Wanne, im Spiegel noch einmal die Heels angesehen, eine Umarmung und Thank You For Being A Friend gesungen; als Duett, das hat es bisher noch nicht gegeben. Alles hat geglitzert und die Wimpel waren auch mit. Es ist ja ohnehin eine ewige Streitfrage, ob der Text wichtiger ist oder die Melodie; vermutlich lässt sich das e nicht trennen, genauso wenig wie alles andere.
Schnittmuster führen am Ende ja auch nicht zu Trennungen, vielmehr zu Textilien, die am einfachsten auf normierte Körperformen anwendbar sind, für diese gibt es die Puppen, die Maße (das ist mir auf gefallen, den Kopf, im Nähkurs ein paar Tage später; Stecknadeln und magnetische Kissen dafür; ständig muss mit diesen Vorgaben umgegangen werden; diese mit gedacht).
Zurück in der Nacht, bin ich am Schluss die Straße entlang gelaufen, habe vermutlich getanzt mit dem Geigenkoffer, bis sich ein Taxi meiner angenommen hat (Nicht, dass ich es mir leisten könnte; kümmerte ich mich noch immer nicht ums Kapital).
Meine Restgedanken hatten die Entscheidung getroffen mich nach Hause zu tragen (ad: I got home with my imagination).

Ein paar Wochen zuvor bei der Party, die eskaliert ist, habe ich Britney Spears' Lucky (die erste Strophe und der dazugehörige Refrain; I refrained from playing the rest, there) gemacht; Ich habe es als magisch empfunden, es zählt zu meinen liebsten Einlagen.

Es gibt sowieso ganz wenige richtig traurige Lieder; zum Beispiel 'Braille' von Regina Spektor ist eines davon. Ich kann es ganz schlecht spielen, dafür möchte ich am liebsten immerzu nur weinen dabei.

Einen Tag habe ich so viel mit Menschen und der Außenwelt geredet, dass ich nur ein paar Sekunden im Internet war.
Ich wette tumblr hatte mich schon vermisst.

Ja und kontinuierlich versucht, geprobt, mich nach außen zu kehren mit dem Besen auch ein wenig von dem Dreck. Wenn es dann offen da liegt auf dem Tisch neben der Nachspeise mit den Scheiterhaufen mit Marillen, oder dem Käsetoast, wahlweise dem Panino, oder zwischen Kissen und Matratze, da ist es immer noch unsichtbar, aber sich sehen lassen können, das lässt es sich! Und wie viel da noch fehlt zum Nachvollziehen und zum nach sich Ziehen.

Der Kaffee aus Portugal ist den Zeitpunkt übergangen, als er zur Neige war. Jetzt habe ich kubanisches Gold gekauft; dabei rich people performed, bin mit dem Papiersackerl in das die Meersalzflocken und solche Dinge hineingeworfen wurden, über den Graben flaniert. Alles ist importiert und macht mich trotzdem fröhlich. Das hat mir der Konsumerismus beigebracht.
Am Brunnenmarkt habe ich dann Brasil (das ist bestimmt auch nicht kolonial.) gekauft und die teuren anderen Kaffeebohnen auch mahlen lassen; gut sind sie trotzdem nicht, beide.
Weder mit Zimt noch mit Honig lassen sie sich mit dem Aphrodisiakum vergleichen, dem unser Kaffee dort gleich war, um so ein Hundeleben zu lieben, in den ein wenig transparent weißen Keramiktassen.