Friday, 6 June 2014

Mittel Wort

Ich wollte Interviews machen und vielleicht mache ich noch mehr.
Einmal vor, einmal während, einmal nach. 
Sie haben mir Blicke gegeben und Einblicke. Auf Dinge, Sachen
sagen, versagen, scheitern, gelingen, geklungen, Sprechakte. Sich an dem Seil entlang hanteln, die Haken an der Decke, die Rundungen. 
Geschichte schreiben, nicht, das gar nicht wollen. Geschichten schreiben, schon eher. 
Erzählen, nacherzählen, aufzählen, auf dich zählen, los lassen lernen, festhalten verlernen, verkehren, umdrehen, auf dem Absatz kehrt machen, um sich selbst sich drehen. 
Ich habe Gespräche gehabt, geführt, gemacht. 
Dabei Informationen, Material, Wissen im Dialog ausgetauscht wie auch generiert.
Da war eher Raum für Unabgesichertes.
Wir haben diese Wörter abgeklopft wie Teppiche, Ziegel von Teppichboden, die staubigen.
In Richtungen gedacht, die vielleicht erst in sechs Generationen, oder nie, oder fantastisch
Ich habe nicht den Ort bestimmt und nicht das Getränk.
Wir haben über Dinge geredet, die mein Gegenüber, wir, ich wichtig finden und fanden, gefunden haben.
Über Arbeiten; und eine Art von Bewusstsein herzustellen, und, wenn kein Bewusstsein, dann ein Gefühl von gemeinsam gemachten Schlaufen. 
Lange Zeit wusste ich nicht, ob es am Ende ein Produkt geben würde, ein sichtbares, ein materialisiertes, ein zugängliches, eins, um das man spazieren gehen kann. 
Ich hätte das sowieso gemacht, das Reden, es wäre nur anders gerahmt worden. 
Zu jedem Preis weitermachen, zu einem hohen Preis weitermachen. Die Richtung wechseln, abseits von buchstabenbasierter Sprache. 
Bezahlt, unbezahlt, prekär. 
Kapitalismus, als Sammelbecken, Überbegriff. 
Finanziell, emotional. Sich entschieden zu haben;
In Zusammenhängen ausstellen, nämlich kollektiv; mit einer Öffentlichkeit konfrontiert sein.
War es anfänglich ein Erstaunt Sein darüber, warum ich selbst die Möglichkeit so schnell angenommen hatte und das entstandene Bedürfnis mir mehr Gedanken über Produktions- und Rezeptionsbedingungen zu machen, will ich nicht dieses Ausstellungsprojekt als exemplarisch für irgendwas hinstellen, vor allem, hinter allem. Das wäre dieser nicht fair, der Situation gegenüber; ist sie mehrere Menschen und ist sie ein Produkt von Machtbeziehungen, Dinge und Beschäftigungen, Verhältnisse, die eingebettet sind, nicht weich, in einen größeren Kontext; Die Institution, bei der ich mich jedes zweite Mal vertippe und von der alle immer reden, ist (performativ, nicht identitär) kein grauer Block; kein weißer Quader. Schichten freilegen, geben sich frei. Ein Sprechen von "Das reicht bei weitem nicht" meint: eine Kritik auf einer anderen Ebene. Auch das Legitimieren, das Rechtfertigen hat sich an dieser Stelle ganz anders gestaltet; im Laufe der Ausverhandlung hat sich der Kunstraum, in diesem Fall doch, sehr offen gegenüber prozessorientiertem Arbeiten gezeigt. Dass es sich um meine Beobachtung handelt, braucht
Ausstellen in einem Kunstraum, wo das Präsentieren und das Repräsentieren vordergründig wird; Fallstricke und Eselsbrücken. 
Es geht auch um eine verabsäumte Kommunikation nach außen; was passiert innerhalb einer Kunstschule, den Kunstfeldern, welche Prozesse laufen ab, welche laufen davon; 
Welche gesamtgesellschaftspolitische Relevanz hat das? Und was ist das wieder, oder was will es sein. Ein Fokussieren auf das innen, als Konstrukt, und Gläser, Fenster -
Ich glaube es geht nicht so viel um Prekariat und Selbstausbeutung, wie es im Pressetext steht, sondern um Handlungsfähigkeit. Alles, was ich sage ist falsch. Und, wenn alles falsch ist, ist nichts tun auch falsch. Die Grade des Falsch Seins. 
Es lag mir daran Fragen in den Raum zu bringen; nicht an der Hand und nicht auf dem Silber; wenn sie nicht schon da waren. Knoten. Von meinen ausgehend, auf andere eingehend; Umgang, aufmerksam.
Diese räumliche und zeitliche Einheit ist ein Mischwerk. Sie füttert, speist, labt sich an dem, was ihr von der Hand in den Mund
Sie kann für sich alleine nicht stehen, sie lehnt an den anderen. 
Der Slot ist keine Lotterie und kein Glücksspiel, vielleicht kann man trotzdem Münzen einwerfen, ich werde einen Hut herumgeben nach der Vorstellung, der Utopie. 
Ich war zu der Zeit als das erste Konzept geschrieben wurde noch nicht wieder in Wien. Angekommen bin ich auf den langsam anfahrenden Zug gesprungen, die Tür war offen geblieben. 
Es ist ein Kennen Lernen der anderen, der eigenen, ein auseinander setzen, zwischen den Stühlen und in die Ecke, ein Sprechkreis, Architekturen des Sitzens.
Ich habe Begriffe und Reihungen von Wörtern geborgt. Mir selbst beim Führen und Entführen von Gesprächen zugehört, zugelernt. Wörter, die zur Verfügung stehen, die nicht zur Verfügung stehen.
Den Begriff Freie Klasse befragen, auf seine Potentiale, seine Unmöglichkeiten als etwas sich kontinuierlich Wandelndes, Festgeschriebenes, diskursiv Entstehendes, Auftauchendes, Untergehendes. Ansprüche, die er mitbringt, Ansprüche, die aufkommen. Für Einzelne. Die Gruppe, ob es die gibt. 
Zumindest auf Tonspur.
Was sie machen kann. 
Ich behaupte nicht, dass ich die erste Person bin, die erste künstlerische Position, die sich dafür interessiert.
Wer darf sich Freie Klasse auf die Fahnen schreiben und was braucht es dazu? 
Wir zerbrechen uns darüber den Kopf, ob "wir" gesagt werden darf. 
Die einzelnen Scherben von Köpfen.
Zu Beginn habe ich immer gefragt, ob das Gespräch aufgezeichnet werden soll. Das ist dann jedes Mal passiert. Ich hatte keine Ahnung, wie lange es dauert einen Lauf gelassenen Wortwechsel aufzuschreiben, oder 12 davon. Ich werde das erst langsam verarbeiten. 
Gemeinsames Redigieren von Entstandenem und nichts zeigen, was nicht für den Druck gegeben wurde; Nichts würde veröffentlicht bevor es noch einmal durchgesehen wird.  
Offensichtlich gehört mir nichts davon. Nicht alleine.  
Die Form habe ich gewogen: In der geschriebenen Sprache, dem Text, habe ich mehr Praxis, die ist mir näher;  
Bilder gibt es auch, mehr visuelle Information. 

(http://www.kunstraum.net/de/programm/155-dissens-wiederholung-eine-aufmerksame-praxis-versuchen)