Friday, 24 October 2014

Arbeit

Am Ende meiner Arbeit für die ich Geld bekomme, fische ich mit meinen Fingern Tschickstumml aus den Ritzen zwischen den Bodenplatten im Hof vom Palais. Mit dem Besen haut das nicht hin.
Die Performance heißt Meet me at the bar. Der Name ist entlehnt - obwohl ich keine Absicht habe ihn zurückzugeben - von Musiker_innen, die nach dem Gig eben an der Bar anzutreffen sind und darauf mit diesen Worten hinweisen. Ich, hingegen, serviere zum Beispiel Gläser ab, oder schenke Wein aus, ich bekomme dafür 13€/h.
Während ich also am Boden hocke und versuche nicht an die Lippen und Schuhe, die den Zigarettenenden gerade noch sehr nahe waren, zu denken, bekomme ich Komplimente für meine Schuhe und werde gefragt, ob das so Designer Zeug wäre.

Das Schlimme ist, dass ich auf solchen Veranstaltungen manchmal das Gefühl bekomme, ich hätte mein Leben unter Kontrolle.
Wahrscheinlich auch, weil ich mich nützlich und wertig fühle bezahlt dienstzuleisten.
Es gäbe noch viel mehr zu sagen.

Am Anfang, nicht dem ersten Anfang, meiner Arbeit, die ich zu meinem Diplom mache (die daher aber nicht mehr oder weniger meine ist), stehen auch gute Schuhe.