Wednesday, 21 January 2015

Kleine Lieben

In Hamburg regnet es so viel, dass man irgendwann nicht mehr genau sagen kann, ob es regnet, oder nicht. Eine Bekannte hat es einmal so genannt: Fallende Wolken. Die Rede war hierbei zwar von einer anderen Stadt, einer noch melancholischeren, aber
In Hamburg gibt es unzählige Häuser, die aus roten Ziegeln gebaut sind, weiße Fensterrahmen haben und oft auch noch Balkone. Ich stelle mir vor, wie jemand ein Gebäude, eine Wohnanschrift, beschreibt, diese Merkmale dafür verwendet und damit die Suche nicht gerade erleichtert. Grün und Blautöne sind auch wichtig. 
In Hamburg gibt es einen Ort, er heißt "Auf dem Sande", auf Wienerisch heißt das "Am Saund" und bedeutet nichts anderes als am Ende (sein).  
In Hamburg habe ich an nur einem Abend meinen Glauben in und an die Menschheit wiedergewonnen, gleich wieder verloren und ihn am Ende ganz fest umarmt, gleich zwei Mal, ganz lange. 
Ein schneller Kuss (und ein Plastiktier, bevor ich es vergesse, obwohl es den Lesefluss unterbricht, ein Meerestier, einen Krebs nämlich, habe ich gegeben; einen Tauschwert) auf die Wange und weg. 
Dann sind wir gegangen, 
weg 
von der heißen Heizung und den Jacken und den Sofas mit den vielen Menschen, die sich auf zwei Stockwerken mit den Kranichen gebadet haben,
in den Vogelbädern. 
Es passiert mir ganz selten, aber dann doch. Ich verliebe mich für einen Abend 
zum Beispiel, das ist eine beliebige Zeiteinheit, eine 
liebige. 
Eine an sich außenstehende Person, 
die einem Kreis zugewandt ist. Oder zwei. 
Und am nächsten Tag bin ich böse auf mich selbst, weil ich mich gar nicht mehr so recht entsinnen kann, was denn alles passiert ist. Nur die wichtigen Teile kenne ich noch. Das Problem ist, dass alle kleinsten Teile wichtig sind bei einem solchen Aufeinander Treffen. Ich bereue. Still
I don't want to get things straight
Meistens beginnt es an einer Bar. 
Ich wollte gerne ein Bier bestellen und ich wollte ungern dafür bezahlen. 
Es war nicht das erste und ich war mutiger als sonst, bin zu einer gewissen Frechheit (das ist es vielleicht) fähig, oder einer Schamlosigkeit
Genug Begriffe
Es ist dann sehr bald sehr spannend, ein Nervenkitzel, 
also es sprüht Funken, es passiert unvermittelt. 
Wie auf einer Welle reiten, den Kamm
und um die Möglichkeit des Fallens wissen, 
das Tauchen, das Aufprallen 
Oder das Herum Gewirbelt Werden
Sand
Stürme
Die Vergleiche sind alle unpassend, was ich tatsächlich meine ist
Es ist ein Herausfordern, ein Annehmen. 
Das ist nicht ohne
es ist auf eine Art einverstanden 
sich zu provozieren, nicht sich zu provozieren, 
einvernehmlich, danach habe ich gesucht zwischen den Häusern, die sich so ähnlich sehen
eine Auflage zu bieten, also eines ergibt das andere, keine_r ergibt sich, es ist wie ein Scherz, der aufgelegt war, gut aufgelegt, fröhlich, guter Dinge. 
Ich stelle schon während den Augenblicken fest, dass es besser ist keine Kontaktdaten voneinander zu haben, das spreche ich aus, es wird quittiert mit
manchmal Augenkontakt. 

Das lässt sich nicht überbieten, das ist wie chemisch zusammengestellte Hochgefühle, also das sind chemisch zusammen gestellte Hochgefühle, 
ich zehre an ihnen. 
Und genau in dieser Zeit, wo ich wieder so stark zweifle daran, dass die Kunst irgendetwas kann oder ich irgendetwas kann (wobei ich zur selben Zeit ziemlich genau sagen kann, wofür zum Beispiel die Kunst taugt, den ersten achtlos hingeworfenen Zweifel könnte ich also zurücknehmen) hat mich der aufgefangen und in den Arm genommen. Das war sehr nett. 
Konkret, figurativ, wörtlich hieße das: Wenn du hier mal ausstellen möchtest, solltest du das Bier besser bezahlen. Nicht ernst, alles noch im Bereich des wieder Ausbügelbaren. Ich möchte dort gar nicht ausstellen. 
Ach was. Wieso denn nicht? Ich weiß, dass es nicht Ort, Zeit oder Zustand dafür ist, darüber zu reden. Deshalb stelle ich fest, dass es ungefähr eine Stunde dafür bräuchte, darüber zu reden, was ich vorhabe, was ich denke und warum ich das tue. Meine Widersprüche zu erklären, meine Einklänge und Zweiklänge zu spielen. Wir sitzen gleich darauf gemeinsam im Taxi und fahren 
wer weiß wohin. 
I just met them tonight and I feel like such a star