Thursday, 15 October 2009

Frau Till

In der Arbeit - Zivilcourage und Antirassismusarbeit für jene welche unter euch, die noch nichts davon wissen - gibt es eine verrückte, alte Frau, die täglich mehrfach mit unterdrückter Nummer anruft und nicht auf Antworten reagiert, sondern in einer Endlosschleife vor sich hin redet. Manchmal stundenlang, oder so lange bis das 'Band' aus ist. Dann folgt ein Piep - Ton und es fängt von vorne an.
Heute morgen am Anrufbeantworter begrüßt mich folgende Nachricht.

Wer entschädigt mich?
Die Huren, Huren, Huren Ausländer-Gfraster?
Die sollen doch alle elendig verrecken.
Und die Inländer - Gfraster dazu.
Weil ma e genug Inländer - Gfraster haben.
Da kann man doch nicht das ganze Ausländer-Gsindel auch noch hereinlassen
Wer entschädigt mich für alles bitte?
Alles, was mir gestohlen und geraubt wurde?
Auch vom äh seelischen Effekt, den ich davon getragen habe.
Wer bitte zahlt mir eine Therapie?
Diese Huren-Ausländer.
Wer zahlt mir eine Theraphie, eine Wiedergutmachung?
Dafür hamma wieder aufgebaut und gehungert.
Dafür hamma Schutt gfiaht nachm Krieg?
Diese Huren-Ausländer sollen verrecken.
Und ihr Gutmenschen dazu.
Huren, Huren, Huren.
Krepierts doch!
Krepierts!


Und das war noch nicht mal das Schlimmste, nur eine wortgenaue Dokumentation, Wiedergabe.
Schockierend daran ist, dass sie sicher nicht der einzige Mensch in diesem Land ist, der so denkt.
Gerade deshalb bin ich der Meinung, dass solche und ähnliche Aussagen bzw Texte zu verbreiten sind.
Keinesfalls, um zu unterhalten, sondern um Denkanstöße zu liefern, um wachzurütteln.
Ihre Verrücktheit gepaart mit ihrer Stimme vermitteln zwar einen komischen Effekt, verharmlosen oder rechtfertigen aber ihr in Worte gefasstes mehr als rechtsradikales Gedankengut ganz und gar nicht.
Shake them and awake 'em.

Fräulein Smillas Gespür für Schnee ist wieder gefragt.
Sogar in der Stadt.
Kursiv, weil es dem Wort Fräulein an politischer Korrektheit mangelt.
Der Politik fehlt dafür die Korrektheit.









Ich liebe das zweite Video.








Gestern Nacht bin ich wieder einmal im Zug eingeschlafen, diesmal in Floridsdorf wieder aufgewacht.
Ich muss aufhören ständig Taxis zu nehmen.
Züge zu verpassen
Und Rotwein zu trinken.

mfg

t und der müllsack