Thursday, 1 October 2009

I found my voice -

- Show me how to use it.

Meine letzten Worte an die Bildende.
Danke fürs Zuhören.

Über meine Kunst kann ich nicht reden.
Habe ich im Voraus schon gewusst, danke.

Und jetzt zurück an den Start.

Wie alt sind Sie ?

19.

Und Sie kommen direkt von der Schule ?

Nein, ich habe zwei Semester Theaterwissenschaften hinter mir.

Sie auch ? Sie sind schon der Dritte. Kennen Sie sich alle, oder ist das so groß, dass man sich nicht kennt ?

Halb, halb.
Das ist eine Art Übergang, wenn man dort nicht zugelassen wird, wo man eigentlich hinmöchte.

Waren Sie letztes Jahr auch schon hier?

Ja.

Aber an diese Mappe kann ich mich nicht erinnern.

Ja, diese ist auch ganz anders.
Die Bilder stammen alle aus den letzten 9 Monaten.
Ich habe dieses Jahr für mich festgestellt, dass gute Bilder nicht reichen, und wollte deshalb zeigen, dass ich sie auch anwenden und verarbeiten kann. Ich wollte nicht nur Passepartouts abgeben.
Habe hier deshalb über den Bildrand hinausgearbeitet, oft sind zB die Motive in Papierform noch einmal auf der gegenüberliegenden Seite.

Was erwarten Sie sich von diesem Studium ?

Etwas mehr als von Theaterwissenschaften, womit ich absolut nicht glücklich geworden bin.
Im Grunde, einfach diese unvergleichliche Atmosphäre, die in einer Gruppe von Kunstschaffenden entsteht, wo wahnsinnig viele Einflüsse auf dich wirken und Ideen um vieles einfacher kommen.
Weil ich denke meine eigene Linie gefunden zu haben, möchte ich mich hier einfach nur noch weiter entwickeln.

Diese Angst hatten wir alle. Das ist nur eine Phase.
Ich habe das Gefühl, dass sie eigentlich das Gegenteil der Photographie zum Thema ihrer Mappe erhoben haben. Üblicherweise ist das Wesen der Photographie das Eingeschlossene.
Das ist die Welt, hier ist der Rand.
Sie lassen die Photos auf die Umgebung wirken, öffnen diese Grenzen...


Ich hätte noch eine Frage. Haben Sie ein Vorbild, eine Geschichte oder ein Bühnenstück für ihr Portfolio, weil ich vermute, dass ihre Bilder irgendwie eine durchgehende Geschichte erzählen.

Nein, die Bilder sollen für sich selbst sprechen, ihre eigene Geschichte erzählen, zum Nachdenken anregen.

Und einen Überbegriff, wenn sie ein Thema einklammern wollten, gibt es den?

Nein.
Natürlich gibt es einen Hintergrund.
Sie sollen zum Nachdenken anregen.
Man muss sich die Zeit nehmen ein zweites Mal hinzusehen.
Ich denke, dass, wenn man hier die Mappe abgibt, passiert es häufig, dass sie einfach schnell durchgeblättert werden und deshalb oft ein großer Teil dessen verloren geht, was man eigentlich ausdrücken will.
Und bei meinen Photos ist es eigentlich immer der Fall, dass man erst beim zweiten Blick erkennt, worum es mir eigentlich geht.
Darum auch die Betonung, Wiederholung von manchen Elementen.

Was hat es mit den Guckfenstern auf sich?

Das ist eine Art Einladung.
Die Vögel durch das Umblättern freizulassen.
Einfach der Anfang.
Oft habe ich auch noch Schnitte gemacht, die die einzelne Seiten miteinander verbinden sollen, die durchgehende Serie, den Zusammenhang, verdeutlichen sollen.

Das habe ich schon bemerkt.

Und die letzten beiden, wo man nur die Rückseite sieht?

Haben nicht in die Serie gepasst.
Ich hätte sie aber sehr gerne in der Mappe gehabt.
Deshalb kleben sie rückseitig.

Haben Sie noch Fragen, möchten Sie noch etwas sagen?

Ich freue mich, dass meine Bilder angekommen sind.

Wie meinen Sie das?

Dass sie gut angekommen sind.
Und so, wie ich sie gemeint habe.
Danke fürs Zuhören.





mfg

eine rekonstruktion