Bin ich schreibfaul geworden?
Nein, kopflastig und schicksalsträchtig gedankenschwanger.
Ich werde mir immer sicherer, dass ich total unsicher bin.
Wer ich bin, wer wir sind, wo ich bin, wo wir sind.
Wenn man alles einfach undefiniert lässt, frei lässt, und nur macht, was von dort kommt, wo man die Hand drauflegt, und dem folgt.
Dann gibt es nichts, woran man sich festhalten kann.
Einfach undefiniert - ist nicht einfach.
Deshalb gibt es ja andere.
Durch 'Meinungen und Möglichkeiten' gegen andere Menschen werfen und abwarten, was abprallt, zurückkommt hat sich mein Bild schon ziemlich weit von kompletter Abstrahierung entfernt.
Das Konzept der 'Treue' - sich damit auseinanderzusetzen, damit habe ich mir lange genug Zeit gelassen, hat sich in einem Satz erschöpft.
Das ist nämlich eine Art unausgesprochene Übereinkunft zwischen Menschen, die eingehalten werden kann, nicht unbedingt zwingend ist, solange trotz allem - für mich - bindend ist, wie ausreichend Freiraum gelassen wird, und man die Wahl nicht einmal haben möchte.
Ich möchte die Wahl nicht haben.
Immerhin habe ich nicht einmal den Versuch unternommen.
Obwohl ich es vor hatte.
Wenn man die Balance zwischen den Extremen gefunden hat,
dann braucht man auch keinen Halt mehr zu suchen.
Und Halt, was ist das schon?
Stehenbleiben!
Ein kurzer Moment des Innehaltens,
ewig geht das nicht.
Da steh ich nun, ich armer Tor,
und bin so klug als wie zuvor.
Ich hasse Johann Wolfgang von Goethe.
Wirklich.
mfg
Am Sonntag - da wird dann trotzdem gewählt.
Kanditat Nummer 1 : Wo sich sowieso nichts ändert, der nicht wirklich was sagt, warum ihn das Land auch so gerne mag.
Kandidatin Nummer 2 : Die rechtsradikale Oma - und da kenne ich mich aus, bei denen.
Kandidat Nummer 3 : Der fast noch schlimmere, weil mir da bei jedem einzelnen Wort dermaßen das Kotzen kommt.