Monday, 16 April 2012

Die Tropen

Keine aura, kein punctum, fuck that.
Das Gleiche, aber ohne Namen.
Mit Platz zum Bleiben, mit Nahrung zum Überleben genug, und Kleidung, die gesellschaftsfähig ist und tauglich, fraglich.
Dann bleibt nur die Liebe, die Liebe und die Luft.
Den Prolog hinter uns gebracht, über die Schulter geworfen, mit einer Prise Salz.
Beim Schreiben - da mag ich Bilder.
Bilder durch die Schrift setzen, die Schrift so stellen, dass ich vom Bett bis in die Küche und zurück gehen kann, nicht mehr im Weg, dass die nicht mehr im Weg steht. Außer, wenn sie soll.
Und Bilder brechen, die umstoßen wie Porzellan und so zerteilen
eine Vase, eine Vase, die enthält auch, die vorenthält, bis sie eben sich spaltet in viele
Nicht das weiße, nicht das unbeschriebene Blatt, nein.
Nicht das, was erst freigelegt werden muss und dann ist es da, das Original!
Sich einen Ruck geben, keinen Schuss setzen, das musst du dann schon selbst. Nicht, dass ich mich da auskennen würde. So verschwendet, so ausgelassen war meine Jugend auch wieder nicht.
Da gab es schon solche Blöcke, im Schaffen, ich halte die aber eher für Mythen, wie die Werke.

Vom Nähen

Als ich meine Nähmaschine gekauft habe, hat es Born To Die von Lana Del Rey gespielt.
Es hat sich ganz episch angefühlt.
Das ist wunderbar, dieses Nähen.
Ich bin da ziemlich un-vorbelastet.
Ich mache Kleidung, die sich schwer tragen lässt, nicht vom Gewicht her. Eher aus der Richtung, dass statt dem Kopf der Arm dort sein sollte, wo der Kopf nicht ist, in den allermeisten Fällen. Das war keine Absicht.
Manchmal lässt sich auch schwer entscheiden, oder erkennen, wo innen und außen ist.
Und die beste getroffene Entscheidung war, das nicht in Verbindung mit Mode zu bringen, sondern es eben Kleidung zu nennen. Oder Nähen.
Es ist einerseits craft, zur gleichen Seite auch produktorientiert und andererseits nicht wirklich zweckmäßig. Es ist ideal.
Außer, wenn ich in Portugal wirklich das Gassenlokal übernehme und dort davon leben möchte Espresso (um 0,50 €) zu verkaufen. Und nebenbei noch Stoffreste.


Und falls mir die Inspiration eins drüberzieht und meint, es reicht!
So möge sie nicht mehr heißen.
Sie wolle kein Resultat der kreativen Industrie sein, sie wisse schon, wo sie herkommt, und wer ihre Bedeutungen aufgefüllt hat.
Dann kann ich ihr auch nicht helfen, sie verlässt sich nicht auf Gegenseitigkeit.
Die soll sich freuen, die braucht nicht einmal zu atmen, die hat es leicht. Nicht leicht wie die Luft, die wie Lügen für Kinder nicht aus unterschiedlichen gasförmigen tabellarisch geformten Perioden, sondern als Substanz Luft besteht. Ich beziehe mich auf http://en.wikipedia.org/wiki/Lie-to-children und auf den Bezug des Bettes.
Das ist wahrscheinlich wirklich der Weg zum Punkt, auf den etwas gebracht wird.
Das sich Aneignen, so lange, bis es einem nicht gehört, bis man es versteht und jede_r die Fragen für sich selbst beantworten darf.
So wie der Bettbezug eben verkehrt rum oft einfacher der Tuchent anzuziehen ist, der bekleideten.
Eines lasse ich mir nicht nehmen.
Was ich --
Beim Schreiben - das Gefühl. Wie auch beim Schauen.
Das soll keine Kehrtwende sein.
Die habe ich schon gemacht, damit ich auch die andere Seite kennen lernen kann und dann zwischen den Extremen balanciere, zu Bruch gehe, im Fall mir das Herz schon stehen bleibt, nach dem Infarkt, in der Angst vor dem Aufprall!
Wie üblich versuche ich, begehe ich die - kurz: verstelle mir die Sicht mit einem oder zwei Ansprüchen auf Universalität, auf Absolutismus, die Sonne und den König.
Da scheint dann durch [die], was ich mir angeeignet habe wie durch Stoffe, durch Lagen, mit Schimmer, keinem. Gerne hätte ich mehr Ahnung von Feldern (wie der Theorie-verknüpft-Praxis) und Lagebesprechungen, von Stoffen, Abschnitten und Schnittmustern.
Und die Nadel in meinem Herzen, welche singt, als hätte sie sich verschluckt, als sie sich verbissen hat in der Seite, seitdem sitzt es nicht mehr am rechten, sondern am linken Fleck.
Und abermals trample ich nicht den Pfad, der sich schlängelt durch die garstigen Karste.
Schwerer ist der Kopf.
Es ist der Rauch, die Schwaden --
Beim Schreiben - da mag ich Bilder.
Die heraufzubeschwören, zum Platzen zu bringen und sie miteinander in vielfärbige Cupcakeformen zu mischen, die Reste, die aber als Masse erhalten bleiben.
Und - wenn ich das hier und jetzt so beschreibe - möchte ich alle Sorten von Texten, Theorien und Wissen mal wieder nicht berücksichtigen, so tun, als ob es die nicht gäbe. Als ob ich das einfach schön fände. Und einfach davon ausgehen, dass ich durch mein Leben im 20./21. Jahrhundert viele dieser Informationen ohnehin aufgenommen habe, aufgesogen durch die Haut; oder wie das Plastik, das mehrere Promille meiner Hülle ausmacht.
Das ist natürlich ein Irrtum!
Was ich auch im Moment wieder halbwegs spannend finde.
Das ist der Unterschied, die Gleichheit von Wirklichkeiten und Unwirklichkeiten, eingebildeten, alternativen und unechten und welche es davon gibt.
In diesem abgearbeiteten, diesem abgegrasten Stück Beton suche ich für mich nach den Früchten (des Zorns), nach den Antworten, die ganz viele andere schon länger und lange für sich gefunden haben, oder auch für andere, also all jene, die sie haben wollten und die dafür empfänglich waren, die sie vergeben wollten, zugänglich gemacht haben. Trotzdem, nur weil mir die Antwort vom Silbertablett ins Zuckergoscherl katapultiert werden könnte, heißt das nicht, dass ich sie nicht gerne selbst finden würde.
Und weil auch das ein Irrtum ist, so geht das nämlich nicht, das ist alles viel komplexer, muss ich nämlich erst all diese Grundlagen durchlaufen, bis ich an die Oberfläche komme von diesem Ameisenhaufen, der kein oben und unten kennt.
Und - ja - der Moment, wo ich für mich bemerkt habe, dass ich nicht immer auf alles selbst draufkommen muss, KANN, der war großartig
ernüchternd.
Jedenfalls musste ich davon bald wieder weg.
Sonst wäre ich ja gefährdet, auf meinem wackeligen Stützpunkt.
The repetition kills you.
Man muss den Dingen einen Namen geben -
wenn (!) man drüber schreiben möchte, über sie schreiben möchte und ich gebe Dingen gerne Namen. Diese Namen können/sind oftmals Vergleiche und inakkurat und nicht nachvollziehbar; mag sein, dass sie auch riechen. Aber das gibt es im Film nicht.
Was ja auch die Schönheit sein kann.
Nicht mehr als eine Andeutung.

mfg

von der maschine
http://de.wikipedia.org/wiki/Tropus_(Rhetorik)
und vom hohen gras