Thursday, 13 September 2012

Pick Your Poison

Das Kristall, das ich in der Kiste gefunden hatte, war vielfach an den Spitzen rostfarben, ansonsten lichtdurchlässig und farblos, wie es Glas und edlen Steinen manchmal eigen und gemeinsam ist, ungetrübt vor Freude, längsseitig. Es hat sich in vielen Formen gegossen, gießen lassen, ist zur Ruhe gekommen, stürmisch.
In Mitten von Beton, hatte es gelauert, seetüchtig und begnadet für das Schöne, da hatte ich es gepackt.
Als ich es später anordnete, in Reih und Glied, in der Folge, wie es aus der Hülle gesprungen ist, hatte ich das Gefühl, kein Gefühl, es wäre eine Art Arsenal; Patronen, Schießpulver. Gefangene, gefrorene, gehaltene Entfaltungen; wenn und aber.
Wie die Straßenlaternen lagen sie auf Eis.
Dahinter gekommen bin ich folglich erst, als das feingliedrige Gebinde sich seiner Vielfalt entledigt hatte, seinesgleichen wie einem schweren Mantel entschlüpfte; mit kleinen, schnellen Schritten liefen die Hüllen davon.
Mittel, Enden und Zwecke.
Sie zögerten.
Das Fläschchen zitterte, bebte.
Und dann waren mir die Worte zu schwer und die Schrift zu gewaltvoll.
Ich würde lügen, sagte ich, dass sie tatsächlich ihre Einzelteile los ließen, ihre Bindungen aufbrachen, die Brücken ab.
In vielen kleineren Teilen möglichst rasch ihren Zustand änderten und sich kreisförmig zersprengten.
Zu gewissen Zeiten fühle ich mich so, als hätte ich gar keine Sprache.
Ich ließ von ihnen ab, sie bleiben.