Friday, 8 May 2015

Rotz und Wasser

Diesmal als der Zug abgefahren ist
hab ich zwei Mal rasch, tief eingeatmet
mir die Tränen weggewischt
und durch die Nase aufgezogen.
Es gibt mehrere Momente, die einem Tränen in die Augen schießen machen, mir. Manche sind mehr explizit und weniger romantisch. Ich sitze am Wasser, vor mir die Schwäne, die Ausflugsboote. Das Verb, das mir zuschwimmt, ist wieder treiben. Ich entgleite ein bisschen.
Die Schiefe Bahn könnte in jedem Fall der Name einer U-Bahn Station sein in dieser Stadt. So wie Rauhes Haus oder
Nutzen, Müssen, Stellen, Winsen, Farmsen, Schlump und Sprötze allesamt wirklich Haltestellen des öffentlichen Verkehrs sind. Die freuen mich endlos. Buxtehude!
Diese Aufzählung muss ich irgendwann noch überarbeiten.

I love a man from California
he's the prettiest thing
we got the same disorder 

ich denke an dieses GIF












weiß mit einem Schlag, warum ich einen Blog habe und kein Tagebuch ---
stelle im Gehen fest, dass ich Kleinkriminalität (die richtige Sorte) attraktiv finde
überquere die Straße bei rot
werde von einem mehrachsigen Lastkraftwagen erfasst und überfahren.
Eine unangenehme Erfahrung
Für meine Ausstrahlung und mein Lächeln brauche ich (indes) einen Waffenschein.
Als ich dir gegenüber sitze bin ich müde, mir ist ein bisschen schwindlig, mein Nacken ist verspannt.
Dieser Text ist nichts für zart Besaitete, die reißen so leicht, ich reiße ab.

Wenn ich die richtige Musik höre, fühle ich mich so als hätte ich die erlegte Beute in der linken Hand und schliffe sie nach Hause (es ist ein weißes Plastiksackerl mit einer Box vom Falafelstern; vegetarisch, bevor du fragst). Ich schlendere durch den Park (flaniere nicht). Es ist dunkel und nachts und ich weiß, dass es blöd ist den Weg zu nehmen, der nicht beleuchtet ist. Mir und der Beute ist das egal. Wir schwingen gemeinsam nach Hause. Durch die Gasse, die auf allen Seiten Steine hat, gepflastert, gemauert, beschlagen, unverputzt. Vorbei an den Glaskästen, die nur von 9 bis 15 leben und arbeiten. Das Hochhaus, das hohe, das unwahrscheinliche

Während ich meine morgendliche Katzenwäsche mache, sitzt vor meinem Fenster eine Schulklasse, also einen Stock tiefer. Sie besichtigen das Viertel in dem ich wohne. Es hat das Prädikat "Ort kultureller Vielfalt" erhalten.
In meiner Wohnung gibt es keine Dusche, das sind veränderte Standards und es ist eine Übung in Sachen Abhängigkeit. Abhängig sein von anderen Menschen in noch einer Beziehung. Und die anderen Menschen, die in einem der Hausprojekte wohnen, finden daran nichts Besonderes. Ich komme mir unheimlich spießig vor.

Wenn ich die Treppen hinuntergehe, halte ich mich oben an der Decke fest, also halte ich mich mit der Hand an der Decke, weil sie sehr niedrig ist. An manchen, wenigen, kleinen Stellen hat sie Löcher im Putz, dann bröckelt der ein bisschen mehr und man sieht die Halme, das Stroh, den Bambus, was immer das ist. Ich bin kein Maurer und kein Installateur, kein Klempner und kein Ziegelsetzer und
ich bin noch nie so hart so schnell gefallen.