Alter ist just eine Nummer. Im Herzen bin ich 15 jähriger Punk, der immerzu am Boden sitzt. Ich weiß schon lange wie man Bierflaschen mit Feuerzeugen öffnen kann. Noch lieber mache ich das aber mit den scharfen Kanten von Verkehrsschildern. Meine Feindbilder trage ich auf der Zunge und im Herzen.
Im Herzen bin ich eine 75 jährige Dame, die gerne seichten 2 Minuten Früchtetee trinkt und sich an frühere Tage zurückerinnert, wo auch die Zukunft viel besser war. Man war damals schon froh, wenn man sich wenigstens die Zunge verbrennen konnte. Meine dünnen, selbst gedrehten Zigaretten zünde ich mir am Gasherd an. Meine Feindbilder stehen streng gerahmt auf meinem dysfunktionalen Kamin.
Ich bin eine junge Frau und spiele am Montag in der Nacht Basketball im Käfig mit schwarzen, kurzen Hosen und Sport BH.
Ich kann nicht sehen und betrete das Arena Beisl mit Hilfe eines Langstocks, einem Erkennungszeichen. Ich tanze, jongliere dabei den Stock von Hand zu Hand. Wenn er mir runter fällt, hebt ihn die sich neben mir rhythmisch Bewegende auf, die ihn sehen kann und händet ihn mir zurück.
Jeden Tag will ich nur zu Hause bleiben, mit verschränkten Armen auf dem Polster am Fensterbrett, in dieser Positur. Ich will dabei nur den Leuten auf der Straße zusehen wie sie vorbeiziehen, fast so unbeeindruckt bleiben von ihnen wie von den Wolken. Hin und wieder möchte ich einen Kübel Wasser auf sie hinunterschütten, auf die Gfraster, fast so wie die Wolken und dabei geifern (schwaches Verb). Und jeden perfekten, verfickten Tag will ich Sangria im Park trinken, es ist solch Spaß. Und denen dort oben sämtliche Mittelfinger entgegenstrecken.