Thursday, 10 May 2012

Wie Butterbrotpapier

Die Geschichte, welche ich mir von mir erzähle, wird kontinuierlich dünner.
Eine andere, die mir nahe gelegt wurde, die möchte ich gerne glauben.
Bevor ich also transparent werde oder reiße, bin ich lieber gerissen und undurchsichtig.

Es geht da um clues and triggers, die wie Hundeknochen am Wegesrand liegen, wie sie ja auch klingen.
Oder, besser getroffen, hell und weiß, geformt wie Wirbel, einzelne, ganz rein gewaschen von Geweben und Farben. Liegen sie neben Kieseln, den Lesesteinen und Schottern, dem Silt.
Ich möchte die Steine, die manche Menschen beim Sprechen in den See werfen, springen sehen, als wären sie klein und flach und als würden die Wellen sie gerne tragen. Bevor sie dann die Oberfläche durchdringen, also die Spannung brechen, die ganz erheblich sein kann, und langsam hinabsinken, da überlegen sie sich noch einmal, ob das nicht zu fest, zu sehr in Stein gehauen, geklungen hat, was sie eben gerade gesagt haben.
Die Halme zwischen den Zehen.
Sprudeln.
In Wahrheit möchte ich ganz viel erleben.
Möglichst viel herausfordern und es mit möglichst vielem aufnehmen. Mit Drachen, zum Beispiel, oder Libellen, zu Beginn. Meine Rücksicht ist als Verlust zu verzeichnen, solange sie auf Trägheit beruht und gegen mich selbst gerichtet ist. Was dann wohl meist der Fall ist.
Wie die Nadel eines Kompasses, höre ich nie zu, wem ich sollte, wenn ich sollte; ich treffe eine Entscheidung, treffe einen Freund, biege ab und öffne die Augen, die Arme und laufe gegen einen Mistkübel. Ein Schritt zu weit.
In Wahrheit also möchte ich ganz viele Erfahrungen machen.
Und mich unter die Räder des Zuges legen, den ich Angst nenne, auf die kalten Metalle und das dunkle Holz im Bett aus wie Kohle anmutenden, geschwärzten Brocken liegend; durch diesen Vorgang, durch diese Konstruktion hindurch sehen, dass ich eigentlich die Seile mir selbst um die Fesseln gelegt habe, der Aufwand nur deshalb ein größerer ist, mich davon zu lösen, weil ich dann meinen Schatten sehen könnte über den ich springen müsste, um mich auch vom Gleiskörper zu entfernen, dorthin, wo die Sonne gerahmt von den Fenstern der Waggons den Grund trifft.
Unter die Räder gekommen bin ich nicht, dort habe ich gewohnt.
So lange habe ich gelauscht mit dem Ohr am Boden -
Allem seine Zeit, und vielleicht mir die meine, so lange sie bleiben will, meine ich.

Das Horn, das Elfenbein. 
















Abseits davon war der Tag voller Abenteuer. In bescheidenem, aber ausgiebigem Maße.
In meiner Gegenwart hat eine von mir sehr geschätzte Person das Wort Nonchalance benutzt.

Und jetzt, kurz nach Mitternacht, da riecht es so stark nach blauer Tinte, das kann ich kaum glauben!

mfg

Kunstblut