Tut mir leid.
Schrattenbach.
Ein Hoch auf die Provinz !
In dem Moment, wo unser Sänger sich im Ortsnamen irrte, der Gitarrist nur
noch ausgelassen am Boden rumrollte und mit seinem Instrument versuchte
Löcher in den Bühnenboden zu schlagen, wobei er sich auch noch eine fette Beule und eine leichte Gehirnerschütterung am Kopf zuzog, als ebendieser mit dem Bass kollidierte, gleichzeitig auch noch mein Lieblingsbassist sein Bier über die ganze Bühne verschüttete, nein, versprühte - da war's vorbei mit mir.
Geil war's.
Angefangen bei der Anreise, durch Wald und Wiese, schließlich vorbei am kackefarbenen Schlossteich, im rostzerfressenen Tourbus, die war schon abenteuerlich genug.
Dann kam dieser rustikale Stadl - wenn jemals irgendein Gebäude diesen Namen verdient hat, dann dieses; bis dahin hatte ich nur eine vage Vorstellung, wie so etwas nun
aussehen sollte - unter dem die totale Zerstörung ihre Vollendung
finden sollte.
Ehrlich gemeinte und tief empfundene Bewunderung gehen an dieser Stelle an unsere erste Ansage Lady. Eine gelungene Premiere.
Geblendet, und behindert durch eingeschränktes Denkvermögen, ist allerdings Ästhetik, Sinn und Zweck ihres glänzenden Auftretens wiederum einem Großteil der Anwesenden entgangen.
Geliefert haben wir ihnen eine außergewöhnliche Freak - Show á la thee.
Gehört habe ich selbst sehr wenig davon, am Klavier habe ich sowieso praktisch taub gespielt, der vordere Teil der Bühne ist dafür blind aufgetreten.
Synthesizer habe ich zwar gehört, Einsätze trotzdem relativ willkürlich begonnen,
weil für mich der Rest des Ensembles unerhört leise klang.
Die Reaktionen des Publikums waren erstaunlicher, sowie verdächtigerweise durchwegs positiv.
Sogar dieser eine von der Freiwilligen Feuerwehr - beschwören kann ichs nicht, aber ich bin mir sicher, dass er diesen Beruf ausübt und nebenbei arbeitslos bzw Alkoholiker ist, meinte, dass wir
uns wahrscheinlich hier unverstanden fühlen, aber, wenn es gemeint ist, so Richtung Cure und Doors, dann habe es ihm sehr gut gefallen.
Impressionen - die trotz allem sehr gut wurden und einen etwas anderen Eindruck geben - dieses unvergesslichen Auftritts, der am besten bald aus unser aller Gedächtnisse verdrängt sein wird, folgen. Besten Dank an unsere Photographin.
Hier mein Eindruck -


Seinen passenden Abschluss hat der Abend damit gefunden, dass wir ein Allgemeines Fahrverbotsschild überfahren haben.
Obwohl es deutlich mit schwarzen Filzstiftstrichen und Pfeilen bemalt war und behelfsmäßig in der Wiese - dem Parkplatz - stand.
Und deshalb von der Polizei verfolgt, aufgehalten, auf Alkoholkonsum getestet und gestraft wurden.
Fuck you.
Jenes Auto, welches dem Staatsorgan direkt vor uns entgegengekommen ist, wurde leider übersehen - höchstwahrscheinlich ein Stammtischkollege.
Noch einmal eine Medaille für stark eingeschränkte Denkfähigkeit, kleinen Horizont, ungelöste Frustrationen gepaart mit Langeweile und der schlichten provinziellen Ereignislosigkeit.
Punkt.
Ich hasse das Land.
Inbrünstig.
mfg
einseitig