Tibet.
Es war als hätte man mein Wohnzimmer umgestellt, neu dekoriert, nach dem Urlaub.
Mein Tibet - namentlich eigentlich Songtsen Gampo - das ich seit mittlerweile 12 Jahren kenne und liebe.

Photographie vor dem Umbau.
Ein Restaurant an dem ich hänge, festhänge, wo ich tief und fest verankert bin.
Wo ich meinen dritten Sommer in Folge verbracht habe.
Wo ich Lästern zu meiner Hauptbeschäftigung erhoben habe.
Wo du Geld verdienen und gleichzeitig einen kleinen Teil dazu beitragen kannst, die Welt zu retten.
Wo mir Fersengeld bezahlt wird. Bildbruch.
Wo dir per e-mail neben Angeboten an Viagra und anderen schönen Dingen auch sinnvolle Informationen, schockierende, schreckliche Geschichten über und aus Tibet geschickt werden.
Wo du täglich die unsagbar hässlichen Plakate der volksoper nebenan bewundern darfst.
Dort behältst deine Gedanken so lange für dich, bis du an Tisch 9 vorbeikommst.
Wo du dann wohlwollende Zustimmung bekommst.
So etwas gibt es selten.
Letzte Woche wurden wir sogar im Falter erwähnt. Mit Bild und, sage und schreibe, einem Satz.
Anlass dieses Schreibens ist das diesjährige Ende meiner beruflichen Verpflichtung in besagtem Gastronomiebetrieb, das immer mit Wehmut verbunden ist, weil du gerade dann erst so richtig drin bist, wie man so schön sagt.
Du hast deine unwahrscheinlich lieben Gäste mit denen du gut auskommst, du weißt fast alle verdammten Speisen auswendig, sogar ein paar Preise.
Du hast Routine. Jeden Tag dasselbe.
Du bringst morgens dem Koch seinen Kaffee, er antwortet Oh, supper.
Auf eine Weise entspannend.
Du hast dort Sicherheit, eine Aufgabe, wie unbedeutend sie auch sein mag.
Und dann wirst du wieder ins echte Leben entlassen, weil du weißt, dass du nicht ewig Kellner bleiben möchtest.
Oder.
Aus dem Kapitel : Linguistische Feinheiten
Tibetisch, nicht tibetanisch.
Englisch ist Tibetan, ja, aber tibetanisch ist nicht deutsch.
Wir haben übrigens Fische - Vollmond.
Weird fishes.
Gefühlstiefe, Emotionalität.
Viel zu sentimental die ganze Kacke.
mfg
reckoner.
videotape.
all i need.