Monday, 5 August 2013

Dinge, die man tut.


In meinem Kopf gibt es eine Art Landkarte, die mir sagt, welche Möglichkeiten mir in der Nähe sind.
Diese jenige welche war, als ich im Fischerdorf am Meer gelebt hatte, eine dezidiert andere.
Zum Beispiel hatte ich immer zur Auswahl um die Ecke in die Straße der Freude zu gehen und das unschlagbare Menü um 5 € zu essen, du weißt schon, das mit dem halben Liter Wein. Oder den Zug an den Strand zu nehmen, wo die Kapelle im Meer steht; oder zu den Leuchttürmen, mein Freund.

Zurück gerückt nach Wien, hätte ich fast vergessen, wie sich das anfühlt, wenn man Kälte empfindet; auf der Haut und im Körper.
Dann bin ich aber in den Keller gegangen und habe mich dort so lange aufgehalten und kaum bewegt, bis es voll gut war und ich wieder denken konnte. Es hat dort leider muffig gerochen.
Ein paar Tage später kam dann schließlich der Regen. Mit Donner, Wetter, Blitz; den schaumigen Schlieren, die zu diesen Zeiten die Straßen herunterfließen. Ich bin sofort hinausgelaufen und habe mich gebadet.

Diese Verschiebung, diese Transition der Dinge (manches ist in der Post gereist, in großen Paketen und mit blau und rot geränderten Kuverts mir nachgeschickt worden, anderes in orangefarbenen Koffern und vieles ist einfach mit mir mitgekommen, vor allem die Gedanken, die sich nicht ausleeren ließen) ist ein halbwegs langsamer Prozess; bis sich diese Bezugspunkte in der Landkarte der tatsächlichen angleichen und mir das Nachtasyl, der Rüdigerhof und die Villa wieder so nah sind wie die Tendinha, die Galerias de Paris und die Brücke über welche die Metro fährt.
Das ist alles fremdbestimmt und antrainiert; nur entscheiden, welcher Fremde ich mich aussetze, das kann ich mittlerweile, vielleicht.

Ich glaube, dass ich tatsächlich versuche nur Dinge zu sagen, die ich auch so meine. Nachdem die meisten Menschen das nicht so handhaben, wird das oft falsch verstanden.
Der Versuch ist auch unmöglich, in seiner Durchführung.
Außerdem lege ich mir ein Gewicht auf die Schultern, das wie ein Holzstock ist, der an beiden Enden einen Kübel mit Wasser hängen hat, die beide bis oben hin gefüllt sind, und die ich nicht ausschütten darf.
Reisfelder.

Bisweilen akzeptiere ich auch die Bedingungen, die Konditionen eines Gesprächs, einer Diskussion schon nicht; dann möchte ich gar nichts dazu sagen, weil es mir so fern liegt. Oder die Wissensstände oder Erfahrungslagen so andere zu sein scheinen; Annahmen und Projektion.
Da widerspreche ich (manchmal) nicht, wobei ich relativ heftig entgegen denke. In Fällen stelle ich dann eine Frage, die mir passend erscheint, um Gesagtes in seiner Ganzheit in ein schiefes Licht zu rücken.
Ob das radikaler ist als ich früher einmal war, das ist schwer zu sagen. Es bräuchte oft einfach ein viel weiteres Ausholen, um meinen Punkt geradezubiegen, die Möglichkeit herzustellen, mich verstanden zu machen.

Aus der Sicht, einige Zeit nachdem ich dieses Obenstehende das erste Mal geschrieben hatte;
finde ich das in dem Moment ziemlich zu bezweifeln; manche Paragraphen.
Ich werde auch immer gleich misstrauisch, wenn Ja tatsächlich Ja bedeuten soll; oder Nein, respektive.
Dazwischen haben wir, in diesem Zusammenhang und noch mehr in anderen, Kreise gemacht, in die man seine Herzen werfen soll.