Monday, 26 August 2013

Schilf

Die Tage versuche ich mich von der Matratze zu trennen, wenn ich aufwache. Spätestens beim zweiten Mal Augen Öffnen. Das Wetter macht nicht mehr mein Gesicht am Stoff des Polsters, des Kissens, kleben und beim Erwachen langsam ablösen; Face lift, face drop, Bindegewebe.
Ich könnte eigentlich wieder klar denken, kenne aber zu viele Strategien, um das zu verhindern.
So auch die Geschichte des Jemanden in seine Nähe zu lassen; dieses, worüber ich schon unzählige Male geschrieben habe. Und die Strategien das zu verhindern zu wissen.
Auf Armeslänge -

Der Besuch ist gekommen und gegangen, es verging fliegend; sich ewig lange nicht sehen und trotzdem voneinander wissen, wie die Dinge zueinander stehen. Sich in unterschiedlichen Städten besuchen, unterschiedliche Orte besuchen und die zwischenmenschlichen Beziehungen durch diese Transition durcheinander gewirbelt sehen.

Nicht nur auf Facebook lebe ich wieder in Wien; Mit Lippenstift an den Augenbrauen, gelehnt ans glitzernde DJ Pult hatte ich die, aus ihrer Head Shot Aufnahme eingefrorene, strahlende Madonna, die religiöse, im Rücken und habe erkannt, dass ich hier schon überleben kann, wenn ich mir eine Blase baue und alles andere rundherum möglichst ausblende.
Unter anderem auch deshalb, weil ich in den letzten Monaten gelernt habe, mir wieder klarer geworden ist, dass alleine sein genauso möglich ist, wie sich noch viel mehr vermischen, für mich; es sind Phasen. Gute Funde;
und Blasphemie.

Ich bin bis zu den Knöcheln im warmen Flusswasser gestanden und habe die aufgekrempelten Hosenbeine natürlich trotz dieser Vorsicht ins Wasser getaucht und nass gemacht; die Natur. Von unten hat sie sich in den Stoff geschlichen, getränkt. Das Wasser war süß, nicht salzig. Es gab ein weißes Bettlaken, das zwischen Ästen aufgespannt war, damit das Spielzeugplastikklavier nicht kaputt wird; fast nichts ist besser als solche Instrumente.
Auf meiner Kleidung waren Kolibris in Mustern und ich hatte wie ein Singer/Songwriter eine Ukulele in meinen Händen. Spielen kann ich diese nicht, ich mute es, und mich, meiner Umgebung trotzdem hin und wieder zu. Gesungen habe ich vom zweiköpfigen Jungen und auf Film ist es auch, im Wasser fühlt sich das anders an. Der Wind in den Halmen und „Gin a body meet a body, comin’ through the rye“ - Ich denke da zuerst an Queen Mum. A Cover of a Cover of a Shadow of a Shadow.
Oder the wind in the wires.
Zu Abend habe ich Hermelín gegessen, es hat mich so froh gemacht, dass ich an einem ganz anderen Ort war in meinem Kopf; tschechisches Bier.

Mir wurde eine Kopfbedeckung angeboten, die mich Fühlen gemacht hat, das ich vor allem Bösen im Universum geschützt wäre. Sie hatte goldene Pailletten und Bärenohren und war um 90% reduziert gewesen auf Mariahilferstraße. Der Moment war ein schöner; hohe Welle oder high tide, eigentlich.
Gezeiten!

Habe auf den Bäumen gesessen, die so ausgeblichen sind wie Knochen; wir haben die Wolle des Königs gesungen und Wasser getrunken im Sonnenuntergang neben dem Baum, der aussieht wie im Märchen oder einem Buch von Neil Gaiman und einer Schaukel, die daran hängt. #feetdontfailmenow
Blumen in den Haaren und Disteln als Accessoires an Baumwollstoffen.

Zu alkoholischen Getränken habe ich ein Selbstportrait genommen. Es zeigt mein von den Rundungen des Behältnisses verzerrte Gesicht hinter einer grünen etikettlosen 2 Liter Glasflasche; ich werde es nicht publizieren.



Auf dem Weg von einem Ort zum anderen habe ich meine Stimme verloren, sie liegt jetzt auf der Straße. Ich vermisse sie ein wenig, dieser Zustand konfrontiert mich mit einer Menge Fragestellungen zu Stille und sich durch geschriebene Nachrichten mitteilen; Intonation und Erwartungshaltung, was Stimme betrifft.
Am zweiten Tag war es schon erheblich besser, ich machte schon am Morgen ein Cover von Tom Waits "I Hope That I Don't Fall In Love With You", die mir zur Verfügung stehende Stimmlagen eigneten sich hervorragend. Tiefer.
Wenige Stunden Schlaf später "In The End" vom Scott Matthews; ziemlich traurig. Interkontextualität und transdisziplinär arbeiten heißt das wahrscheinlich; der Nowhere Man in Yellow Submarine hat davon schon geredet; Und Referenzen.

Derzeit gibt es in meinem Leben ziemlich viele Tränen; im Vergleich zu anderen Zeiten. Nicht, dass sich so viel geändert hätte, es kommt anscheinend nur mehr raus.
Außerdem habe ich schon wieder auf einer Leiter gestanden und mit dem Efeu gekämpft.
Ständig hatte ich Staub in Augen, Nase und Lunge; genug von Kletter- und Schlingpflanzen.

Es hat auch ganz viele Firsts gegeben, die ich gerne benannt habe als solche, oder an Stellen eventuell provoziert. Ich mache keine Beispiele, die Geschichten anderer Menschen zu verwenden, die Worte und die Blicke; wie weit kann ich da gehen;

http://therumpus.net/2012/10/the-lonely-voice-19-on-the-beauty-of-not-writing-a-reluctant-homage-to-juan-rulfo/

Has anybody ever given a better answer?



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Das führt zu nichts; das Schreiben; den Punkt nach Hause fahren.


#incrediblyclose