Saturday, 11 June 2011

]f[ Zur Besetzung der Professur der Fotoklasse

and here we go!

RE*CLAIM (Y)OUR EDUCATION
RECLAIM YOUR BODY
RECLAIM YOUR BRAIN

(siehe auch: Wir schlucken nicht jeden Scheiß)

Zum am 8.6.2011 versendeten Email von Rektor Schmidt-Wulffen möchten wir, die IGfotoprof, uns folgendermaßen äußern:

Unserer Meinung nach entspricht die vom Rektor favorisierte Position den Anforderungen der Ausschreibung nicht eindeutig.

Aufgrund der direkten Zusammenarbeit wurde für uns ersichtlich, dass der bevorzugte Kandidat auch nach dem Gastsemester (Sommersemester 2010) die Mehrheit der Studierenden nicht überzeugen konnte. Sollte die bereits erfolgte Gastprofessur nicht in eine eindeutige Unterstützung für eine dauerhafte Professur münden?
Die Abstimmung vom 21.5.2011 zeigt eindeutig ein anderes Ergebnis. Es wurde definitiv gegen unsere Anliegen und Argumente entschieden. Bis zur Bekanntgabe der Entscheidung wurde uns das Gespräch verweigert. Unsere Befürchtungen sind eingetreten.

Wir können nachvollziehen, dass die Akademie Personalentscheidungen auch aufgrund von internationaler Reputation trifft, selbige Frage wurde auch innerhalb der Klasse diskutiert. Dennoch ziehen wir eine bessere Qualifikation bezüglich Lehre dem internationalen Renommée von Professor_innen vor. Außerdem würde ein innovatives und selbstbestimmtes Lehrmodell die Position der Akademie im nationalen wie auch internationalen Vergleich stärken. Wir würden es sehr begrüßen, Martin Guttmanns Kompetenzen als Künstler und Theoretiker in Form eines Lehrauftrags am IKW oder im Zuge des PhD in Practice in Anspruch nehmen zu können.

Da es die Größe der Klasse erfordert, neben organisatorischen Fähigkeiten auch eine breite inhaltliche Ausrichtung mitzubringen, die durch zwei unterschiedliche künstlerische Positionen ideal abgedeckt wird, stellt das Team Krüger/Neuerer eine optimale Besetzung dar. In ihrer bisherigen Lehrtätigkeit haben sie in intensiver Zusammenarbeit mit den Studierenden unter Beweis stellen können, dass sie durch ihren breiten fotografischen Ansatz in der Lage sind, die Studierenden in ihrer individuellen Arbeit produktiv zu begleiten und der Klasse eine interessante Dynamik zu verleihen. In unserem Statement zur Bewerbung Krüger/Neuerer (igfotoprof.tumblr.com) haben wir uns zu genau diesem Punkt ausführlich geäußert.

In diesem Zusammenhang muss Erwähnung finden, dass Bewerbungen im Team an Kunstuniversitäten finanziell umsetzbar sind und keine Seltenheit mehr darstellen. Obwohl es Richtlinien bezüglich der Professurengehälter gibt, sind diese vor allem Gegenstand von Verhandlungen. Die Berufung einer Person mit „internationalem Profil“ stellt demnach eine weitaus größere finanzielle Belastung für die Akademie dar. Die finanziellen Rahmenbedingungen sind schon vor dem Berufungsverfahren bekannt gewesen. Sollte in diesem Verfahren die Finanzierbarkeit ein tatsächliches Argument gegen eine Doppelprofessur sein, hätten die Teams Krüger/Neuerer und Bitter/Weber von vornherein nicht zu den Hearings eingeladen werden dürfen. War die finanzielle Realisierung von Team-Besetzungen schon zu Beginn der Ausschreibung nicht gewährleistet, kann der von der Kommission an den Rektor übermittelte Dreiervorschlag nicht als solcher angesehen werden. Spätestens zu diesem Zeitpunkt hätte das Verfahren abgebrochen werden müssen.

Danke fürs Zuhören.

Die IGfotoprof

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Die Bekanntgabe des Rektors zur Professur der Fotoklasse:

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
liebe Kommilitoninnen und Kommilitonen,


ich habe mich, nach Rücksprache mit der Vorsitzenden der Berufungskommission und nach Diskussionen mit den Vizerektoren, entschlossen Dr. Yair Martin Gutttmann auf die Professur für Kunst und Fotografie zu berufen.

Nach Prüfung aller Unterlagen und nach Abwägung aller Argumente, auch jener der Studierenden der Fotoklasse, halte ich Herrn Guttmann für diejenige Person, die am eindeutigsten den Anforderungen der Ausschreibung entspricht. Dabei ist sein hohes internationales Renommee hervorzuheben sowie seine lange Auseinandersetzung mit Fotografie innerhalb eines von der Konzeptkunst geprägten Paradigmas, ohne dass er auf ein enges Arbeitsfeld festgelegt wäre. Es gilt darüber hinaus für die Akademie, die Forschung gerade im künstlerischen Bereich zu stärken. Herr Guttmann verspricht, Lehre und Forschung in hervorragender Weise zu verknüpfen und wird dabei auch ein wichtiger Gesprächspartner für den PhD in Practice sein.

Mit großem Respekt sind die beiden anderen Positionen des Dreier-Vorschlags zu bewerten. Allerdings reichen sie weder an internationalem Profil noch an Breite des fotografischen Ansatzes an Yair Martin Guttmann heran.

In diesem Zusamnmenhang muss Erwähnung finden, dass innerhalb des jetzt geltenden gesetzlichen Rahmens gemeinsame Bewerbungen von zwei Parteien eine besondere finanzielle Belastung für die Universität bedeuten. Beide Bewerber_innen wären nämlich auf eine Professur zu berufen, damit beide eine entsprechende Venia und somit Prüfungs- und Betreuungsbefugnisse haben. Der Kollektivvertrag erzwingt gleichzeitig die Dotierung jeder dieser Stellen mit einem vollen Professorengehalt. Eine Doppelbewerbung verdoppelt deshalb zwangsläufig die Kosten für
das Ordinariat, was angesichts der sich abzeichnenden Sparzwänge nicht zu verantworten ist.

Ich werde die Berufungsverhandlungen mit Dr. Yair Martin Guttmann aufnehmen.


Mit freundlichen Grüßen
Dr. S. Schmidt-Wulffen
Rektor