Mein Herz ist zum Bersten voll.
Ich habe angefangen zu arbeiten,
ich kenne weder Wochenende,
noch Nacht oder Grauen auseinander.
Klingend wie ein Selbstportrait im Schmalz gewendet, wird die Liebe sie wieder zerreißen, die Seiten.
Gestern habe ich angefangen zu arbeiten - nicht begonnen, nur wieder angesetzt - beim
Versuch, das was ich so überlegt habe zu Buchstaben, zu transkribieren in Schrift.
same
same
Heute aber, da habe ich einen Film gesehen.
Und Bewegtbilder, die mich berühren, die lösen aus ein Ringen um die Oberhand im Daumenkino.
Zum einen lasse ich mich prompt in die andere Wirklichkeit, die unwahrscheinlichere sprungbrettern. Dort, wo ein paar Handlungsstränge anders verwoben worden sind zu dort, im Unterschied zu dem Raum und der Zeit, wo ich mich meistens aufhalte.
Bin dann furchtbar woanders, richtig.
Auch, wenn es ganz schrecklich ist, zeitig.
Und die abgestandene Luft mich Ringen macht.
Bleibe ich für eine Weile.
Die Liebe mit Maschinengewehr, die über freies Feld auf dich zuläuft, Staub aufwirbelt.
Und das abgestandene Wasser, das nicht in die rotumränderten Augen geflossen ist.
Manchmal, wenn ich später die gepflastersteinte Straße entlang wanke, da ist mir einfach danach mich hinzustrecken und den Vollmond nicht zu sehen, nämlich die Kanten, wo die Wände in die Dächer übergehen, zu liebäugeln mit denen.
Vor einem halben Jahr einmal, da habe ich gewagt getitelt:
I used to dream that I was in a musical, because, in a musical, nothing dreadful ever happens.
Einandermal, verfallen dem Wahnsinn, war ich dabei ein Kapitel von meinem Leben abzuschließen.
Das ist natürlich nicht möglich. Und nicht sinnvoll.
Weil das, von dem man sich gehäutet hat, der Schicht, die darunter hervorkommt so stark ähnelt, dass nur die allerengsten, die in den Koffer meines Gedächtnisses schauen haben dürfen, sagen könnten, ob da irgendetwas auch nur ein bisschen anders aussieht.
Vor etwa sechs Monaten, habe ich dieses Abschließen so formuliert -
Wenn man alles einfach undefiniert lässt, frei lässt, und nur macht, was von dort kommt, wo man die Hand drauflegt, und dem folgt.
Dann gibt es nichts, woran man sich festhalten kann.
Das ist nicht so wie Seiten umblättern.
Oder andere Saiten aufspannen.
Zumindest schockiert bin ich, dass ich
'Es sind nicht alle frei, die ihrer Ketten spotten.'
nicht einmal erwähnt habe,
bisher.
Im Zweifel bin ich, im Zwiespalt, im Zwieback!
Zur Politik,
im Anhang -- zu Freiräumen, Freiräumen räumen und freien Räumen --
Aus der Reihe,
ich zitiere Thomas Bernhard.
aus Wien kann man nur gleich wieder verschwinden oder sich umbringen
Tippen -
Oder die Suche nach Vollständigkeit,
nach Genauigkeit,
nach zielsicherer Umschreibung,
auf den Punkt Gebrachtes.
Schreiben
- erfüllt mich ab und zu mit dem Wunsch, der Absicht dem Anspruch gerecht zu werden,
so zweifellos und lückenlos und abgerundet zu sein im Formulierten.
Wie ich Ecken und Kanten auch liebe.
An der Stelle, an der Stelle wo sie sein sollen.
mfg
ttt