Saturday, 13 October 2012

Auf der Straße

Es lebt eine neue Pflanze mit mir. Sie hat mich am Flohmarkt gefunden, mich aber nicht wach geküsst. Sie hat noch keinen Plastik companheiro in Tierform, das wird folgen und Folgen haben. Die Verkäuferin hat mich für einen Französischsprachigen gehalten. Das passiert mir manchmal, hier. Aus mehreren Gründen frage ich mich manchmal, bin ich kurios, wie sich das anhört, welchen Akzent ich habe. Auch, wenn ich tanze.

Ich beginne meinen state of mind anhand der Türen zu denken, durch die sich auf den Balkon schreiten lässt. Es gibt sechs an der Zahl, sie sind geteilt, jeweils zu einem Drittel links und zwei Dritteln rechts, somit decken sie die gesamte Fläche ab, die Licht zulässt. Also, wenn man sie zulässt, dann lassen sie nicht zu. Ich spreche von den hölzernen Türen, die hinter oder vor den gläsernen sich befinden. Die ganz links ist fast immer geschlossen. Dort ist der Müll. Der Müll ist getrennt in Glas, Plastikflaschen, Bio, Papier und Dosen. Außerdem gibt es die Kategorie alles andere, das ist das Es, das Unbewusste, frei nach Sigmund. Hinter diesen Filtern, die ich öffne und schließe wie Tage und Nächte; 
Hinter der Trennlinie, draußen auf der Straße - benannt nach dem Heiligen, der heißt wie eine Süßspeise und dem die Jungfrau Maria erschienen ist, in einem Wunder - lebt es sich mehr. Der Weg, der meinen oft kreuzt, heißt Straße der Freude und die beiden treffen sich am Platz der Fischerboote.
Es ist der Straßenbegriff und der der Öffentlichkeit ein anderer. Sie funktioniert nicht nur als Ort, die Straße, der benutzt wird, um von A nach B zu kommen. Das verhält sich natürlich nirgends so. Und die Ausdrücke, die ich verwende, benehmen sich schlecht und sind stark verkürzt, verknappt, wie die Ressourcen. Weil, wer ausgehungert wird, der kann nicht aus seiner Haut, steht in der Ecke, wo er bleibt, muss er schauen, jeder. Wo ich wohne, wo ich hingezogen bin, da ist das anders, weil ich mein Kapital aus anderen Kanälen bezogen habe und beziehe. Ich nehme hier allerdings deswegen nicht weniger Teil.
Die Demos hier - ich nehme das Plural zurück - bei der ersten hatte ich ja geschlafen und die andere war so klein, dass sie schon vorbei war, bevor das Abendessen genauso passé war wie die Veranstaltung; diese Manifestationen (doch mehrzahlig, wohl gemerkt hypothetisch und auf Erzählungen basierend) von politischer Agitation sind ziemlich dramatisch, hoffnungslos und traurig. Gleichzeitig unheimlich friedlich. Die heutige hatte ich in einem emotional hang over erlebt. Der Junge, der neben mir auf der Mauer gesessen hatte, war auch muito triste, das habe ich in seinen Augen gelesen. Selten sah ich geschätzt 70 jährige Ladies mit selbst gemalten Transparenten; derart resolut.


Auf der einen Seite erstaunt es mich, wie wenig gebraucht wird, von mir, an Dingen. Also das Gefühl vom Brauchen, dass ich dieses vorfinden würde, auf der Tischdecke. Sie ist eigentlich dunkelblau. Und wie ich mich doch konstruiere durch Stücke von Kleidung und Stücke von Möbeln; Inventare.  
High definition. 
Auf der anderen Seite, am anderen Ufer. 
Auf französisch sagt man, ich bin von Akkorden, ist man einer Meinung.
Ich ende mit Klaviermusik. 
Portugiesische Nächte beginnen in der Grußform meistens, wenn die Sonne nicht mehr zu sehen ist. In der Form des Ausgehens erst später. Da geht es sich aus, das Kaffee Trinken um 10 pm ---