Friday, 19 October 2012

Decke über Kopf


This sort of description, however, throws into relief the awkward relationship that such bohemian enclaves have with the destitute neighborhoods they nestle into — ebullient painters with their Jacuzzis who celebrate the surrounding grit and decay living side-by-side with people who probably don’t find the rubble so endearing.
Manchmal, wenn ich hier alles zu romantisch finde, dann lese ich Texte über Gentrifizierung. Das führt dazu, dass ich mich schlecht, privilegiert und schuldig fühle. Dadurch fühle ich mich im Gesamten weniger schlecht und schuldig und mir meiner Privilegiertheit mehr bewusst.
Das sind Strategien.

Es geht hier immer bergauf und bergab, Höhen und Tiefen, die Hügel.

Auf Portugiesisch ist der Regenschirm, der Schutz vor dem Regen. Das ist wenig überraschend. 
Vermutlich befinde ich mich auf einem Plateau; wo ich hinunterschauen kann auf das, was schon war; die Schwierigkeiten, die mich erwarten, in der Sprache erahnen kann.
Es ist Folgendes passiert. In diesem Museum, das einmal ein Gefängnis war und prinzipiell immer uninteressante Ausstellungen hat, hatte ich gefragt, ob ich ihn beim Eingang liegen lassen kann, meinen Schirm. Er ist schwarz. Daraufhin wurde mir von der Person an der Kassa geantwortet, dass sie ihn mir dann stehlen würde, wenn sie geht. Also, wenn es dann regnet und sie einen brauche, lachend. Ich hätte ja auch einen Hut. Ich würde aber meinen Schirm gerne behalten. Sie darauf, portugiesischer Regen wäre gut für die Haut, das geht gut.
Beim Weitererzählen der Geschichte wurde ich darauf aufmerksam gemacht, dass diese Lady eigentlich sehr nett war. Usually they just steal them.
Am nächsten Tag hatte ich ihn in der Cafeteria vergessen. Weil ich solche Dinge wie Schirme immer liegen lasse, überall. Prompt begann es zu schütten, den gesamten restlichen Tag. Das war natürlich wieder unheimlich romantisch. Und nass. 



















Mich folglich triefend und elendiglich fühlend, nachts nach den Lesungen, blieb ich kurz unter dem Vordach eines 5 Sterne Hotels stehen und wurde sofort nach Geld gefragt, wenigstens 50 Cent, komm schon. Auf der Straße des 31. Jänners beim nach Hause laufen, wurde ich von Passierenden darauf aufmerksam gemacht, dass es regnet. Danke, ich hatte das bemerkt. 
Am Tag nach dem nächsten Tag bei der Angestellten der Cafeteria nachgefragt, bekam ich ihn zurück, widerwillig ausgehändigt. Sie hätte ihn schon benutzt und wolle ihn gerne behalten.
In Wien hatte ich nur einmal einen Schirm, nach ein paar Tagen hatte er sich in sich selbst gekehrt und war gestorben.  
Good morning crisis, good morning shouting homeless drunk human beings, living in the next doorway, around the block.