Saturday, 7 January 2012

Zwischendrin

Da braucht es wirklich ganz wenig,
als Anstoß -

Wie ich einmal gesagt habe - auf die Frage, wie ich Kunst mache, oder warum -
mir passiert das.
mir stößt das zu.
Klar,
das hat alles seine Gründe.
Und klar,
es ist spannend das alles herauszufinden
und aussprechen zu können.
Oder das für sich selbst zu wissen.
Warum einem das gefällt,
warum einen das anspricht,
wieso man das so macht,
warum man das hasst.
Und dann ist das alles tiefenpsychologisch mit Belegen auf der Zunge lesbar,
Mundspray.
Nicht die Bildelemente sind zu deuten, die Bilddatenbank im Kopf und was sich da herausgelöst hat. Seelenpuzzles.
Die Kombination aus Sinneseindrücken, die den Knopf im Kopf löst und den Knopf im Kopf drückt. Dem Nagel den Kopf nicht abschlägt, sondern ihn erst macht.
Das kommt nicht alles einfach so aus mir raus, das musste zuerst alles mal in mich rein, diverse Schützengräben, Filter, Kläranlagen, rosarote Brillen und Magensäuren, minimal kleine Härchen in den Ohren und aufblühende Knospen auf der Zunge überstehen, in keiner Reihenfolge.
Und, immer noch, bedarf es anscheinend sehr wenig, dass mich Vorgefundenes, oder mir Zugestoßenes, mich übers Ohr haut, bis ich mir denke
Oh, Kunst machen, das geht so schnell!
Also nach dem vollendeten Akt des Produzierens, (vollendet ist hier wie so vieles relativ, weil sich das ja alles noch in progress befindet und gar nicht fertig gestellt ist, im Skizzenstadium! bzw. noch viel besser sein könnte, wenn ich nur mehr Kopfarbeit und Zeit und Energie, Ressourcen, Ressourcen hineinstecken würde und die Prioritäten sich nicht wie Guglhupfbrösel, sondern meterhohe Hochzeitstortenstücke anfühlen würden, die da drauf verwendet wurden.
Dann bliebe mir aber keine Ausrede mehr, warum ich meinen hohen Ansprüchen selbst nicht gerecht werde.
Deshalb wird gepfuscht.
Ein paar Brocken an Hintergrund hingeworfen,
das Produkt in ein halbwegs gefälliges Schaufenster gestellt.
Und in den Ritzen des altehrwürdigen Parkettbodens, beachten Sie die Raumhöhe, finden sich dann die Reste, ganze ehemalige Kolonien, also postkoloniale Werkstätten von unvollendeten, hinkenden Vergleichen und Ansätzen. Die Absätze haben sie dorthinein getreten, die Fersen.
Und die glauben dann auch noch, dass ihnen recht geschehen ist.
Bei Zeiten würde ich gerne in mich fahren,
und erfahren,
wo ich eigentlich hin will damit.
Nicht einmal von hochgradig aggressivem Desinfektionsmittel werden die ins Jenseits befördert, diese Begehren, die da beim letzten Aufwaschen nicht ganz weg gegangen sind;
manchmal kommt das einer Beförderung in eine höhere Etage gleich. In dem Fall bleiben Sie lieber, wo Sie sind; die Rückstände. Sie widerstehen und widerstreben und bleiben, wo sie sind. Zwischen den Brettern, wo ich sie nicht hervorholen kann, die Antworten.
Und so lange arbeite ich weiter, weiter.)
Einschub Ende,
denke ich mir das.
Und mit dem Schreiben ist es nicht viel anders.
Ein bisschen Angst ist vielleicht auch dabei,
warum den Überlegungen nicht weiter nachgegangen wird,
nur,
zu einem ungewissen Zeitpunkt schafft eventuell die Neugier den Sprung und gräbt tiefer.
Dann bleibt nur noch die Befürchtung, dass am Schluss alles ganz seicht ist,
knietiefes Wasser, lauwarm;
am Ende alles ganz platt ist,
nicht einmal gedroschen, gestaucht, gedrückt,
es schon aufbereitet ist, für mich.
Wenn ich das alles weiß, mir bewusst wurde drüber.
Und, stripped of your equipment you'll be forced to face yourself.
No, thank you.
Oder, wenn die Finger dann die gewünschten Tasten gezielt ertasten können -
schreiben sie
Du musst erst lesen lernen -
Schau mich an, ich bin so klug.
Ich werde ja gerne missverstanden, aber ein wenig Verstand, Verständnis, das mag ich schon.

mfg

knives out