Sunday, 8 January 2012

Texte bedeuten nicht die Welt, sie bedeuten die Bilder, die sie zerreißen.

Und tatsächlich geht es in meiner Kunst immer nur um Angst und Selbsthass.
Und um die Angst vor dem Selbsthass.
Und um den Selbsthass wegen der Angst.
Und um die Angst wegen des Selbsthasses.
Und um die Angst davor sich selbst sich selbst zu stellen.
Und um die Angst vor den anderen.
Vor allem auch um die Angst vor den anderen.
Und um die Angst der anderen vor sich selbst.
Und um die Angst davor Angst vor sich zu haben.
Und um die Angst vor Urteilen.
Und um die Angst davor sich zu entblößen.
Also, keine Angriffsfläche zu bieten.
Und tatsächlich geht es in meiner Musik immer nur um Angst und Selbsthass.
Und das Gefühl zu haben auf der Stelle zu treten.
Und sich selbst sich selbst in den Weg zu stellen, sich selbst ein Bein zu stellen, zwei linke Füße.
Und sich selbst sich selbst vor Augen zu führen, diese dabei zu schließen.
Damit man nicht weiter sieht, als, wenn man hinter seinem Rücken über sich redet.
Und sich über seine eigene Schulter schaut, wie man seine ganze Hand nimmt, wenn man sich nur über den Daumen Gedanken gemacht hat, wie das mal aussehen soll, und der ganze Finger mit dem Nagel über die Schiefertafel fährt.
Und sich keine Fragen zu stellen.
Und sich zu verstellen.
Und das ist alles nur Blendwerk, das ist alles nur Schall und Rauch und fauler Zauber.
Und tatsächlich bin ich wirklich unglücklich und wirklich einsam.
Aber dann sind das alle, und alles.
Und das rundherum das sind Spiegel, Girlanden und Glitzer.
Und das ist es, warum ich das alles mache.
Weil ich Schall und Rauch und faulen Zauber und Glitzer und Girlanden so gerne mag.


Sprachlich, bildlich,
sind das verfickte Luxusprobleme.

Ob es mein psychischer Zustand ist,
oder die Umgebung und die menschliche Umgebung ist,
welche mich manche Orte so wenig lieben lässt;
woran das das liegt, dass man sich dort nicht sehen lassen kann
also sich nicht sehen möchte,
das frage ich mich auch manchmal.

mfg


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